28.10.2004 · Altana hat mit seiner Ankündigung, die Zulassung für ein Atemwegsmedikament in Amerika später als geplant einzureichen, den Kurs der eigenen Aktie auf Talfahrt geschickt.
Der Zulassungsantrag in Amerika für das mit hohen Umsatzerwartungen verbundene neue Atemwegsmittel Roflumilast der Bad Homburger Altana wird sich verzögern. Die Altana-Aktie brach daraufhin über fünf Prozent auf 41 Euro ein und war damit stärkster Verlierer im Deutschen Aktienindex (Dax).
Während des Entwicklungsprogramms habe sich herausgestellt, daß die Patientenrekrutierung länger dauern werde als ursprünglich erwartet, teilte der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern am Donnerstag mit. Eigentlich sollte die Zulassung in Amerika in der ersten Jahreshälfte 2005 beantragt werden. „Es gibt keine Sicherheitsfragen oder Probleme mit den Studienergebnissen", sagte ein Sprecher. Auch würden keine zusätzlichen klinischen Studien benötigt. Das Problem sei, daß Wettbewerber ebenfalls Patienten für ihre Studien rekrutieren würden.
Nun werde Altana keine Fristen mehr für den Zulassungsantrag in den Vereinigten Staaten nennen, sagte der Sprecher. Das entspreche der „Kommunikationspolitik des US-Partners Pfizer.“ Der Branchenprimus ist der Entwicklungspartner von Altana für das Mittel in Amerika.
Medikament gegen Raucherlunge und Asthma
Das Medikament gegen Raucherlunge und Asthma ist neben dem Atemwegsmedikament Alvesco einer der neuen Hoffnungsträger der Bad Homburger. Dem Mittel werden - wie auch Alvesco - einmal jährliche Spitzenumsätze auf Blockbusterniveau von einer Milliarde Euro zugetraut. Für Europa hatte Altana im Februar die Zulassung für das Medikament beantragt. Ursprünglich hatte Altana einmal einen Zulassungsantrag in Amerika im Jahr 2004 angestrebt. In einem Interview hatte Pharmavorstand Hans-Joachim Lohrisch dann aber Mitte vergangenen Jahres angedeutet, daß der Antrag womöglich erst 2005 kommen könnte. Danach wurde zunächst das erste Quartal 2005 angepeilt - etwa ein Jahr nach dem Zulassungsantrag in Europa.
Roflumilast gehört zu der neuen Medikamentenklasse der so genannten PDE4-Hemmer, die in der Lunge entzündungshemmend wirken sollen. Mit Daxas - wie der Markenname des Wirkstoffes Roflumilast lautet - und Alvesco will sich Altana zu einem breiter aufgestellten Pharmakonzern wandeln. Bislang erwirtschaftet die Pharmasparte von Altana noch den Löwenanteil ihrer Umsätze mit dem lukrativen Magenmittel Pantoprazol.
„Zweite schlechte Nachricht in wenigen Tagen“
Nach Einschätzung von Analysten ist dies die zweite negative Nachricht zu den beiden neuen Atemwegsmitteln innerhalb weniger Tage. Altana hatte am Dienstag mitgeteilt, daß die amerikanische Gesundheitsbehörde zu Alvesco vom Partner für den amerikanischen Markt Sanofi-Aventis weitere klinische Daten verlangt habe. Die Behörde hatte Sanofi-Aventis einen so genannten „Approvable Letter“ geschickt. Damit signalisierte sie zwar die grundsätzliche Bereitschaft, Alvesco zuzulassen. Zugleich nannte sie aber weitere Bedingungen, die noch zu erfüllen sind.
Das Bankhaus Merck Finck stufte inzwischen die Altana-Aktie auf „Hold“ von „Buy“ zurück. In einem Kurzkommentar von Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz hieß es: „Die Begründung für die Verschiebung klingt plausibel. Allerdings ist es nicht die erste Verschiebung und Skepsis wächst". Ähnlich äußerte sich auch Peter Düllmann vom Bankhaus Sal. Oppenheim: „Die Tatsache, daß Altana erneut seine eigenen Zielvorgaben nicht beibehält, wird auf die Stimmung drücken.“ Die Verzögerung sei wahrscheinlich die Folge, daß die Rekrutierung bei einer oder zwei Studien nicht wie erwartet verlaufe. „Wir sprechen hier vermutlich über eine Verschiebung von vielleicht sechs Monaten", sagte Düllmann.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,78 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.429,70 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2389 | −0,80% |
| Rohöl Brent Crude | 103,55 $ | −3,09% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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