21.09.2006 · Der dänische Arzneimittelhersteller Nycomed hat für 4,5 Milliarden Euro den Zuschlag für den Kauf der Pharmasparte von Altana bekommen. Das teilte der Bad Homburger Pharma- und Chemiekonzern am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.
Der Bad Homburger Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana verkauft sein Pharmageschäft für insgesamt 4,5 Milliarden Euro an die dänische Nycomed.
Der Nettoerlös daraus solle 2007 an die Altana-Aktionäre ausgeschüttet werden, teilte Altana am Donnerstag mit. Mit dem Verkauf werde die bereits angekündigte Aufteilung des Konzerns in zwei eigenständige Pharma- und Chemiefirmen abgeschlossen. Altana konzentriere sich künftig auf das kleinere Chemiegeschäft und bleibe börsennotiert. Susanne Klatten bleibe Mehrheitsaktionärin. Die Erbin der Unternehmerfamilie Quandt hält derzeit 50,1 Prozent der Altana-Anteile. Den ursprünglich geplanten separaten Börsengang der Chemiesparte wird es damit nicht geben.
Nycomed kommt zum Zug
Altana rechnet damit, daß das Pharmageschäft ab 1. Januar 2007 Nycomed gehören werde. Der Kaufpreis liegt etwas über den zuletzt in den Medien genannten vier Milliarden Euro. Zu Beginn des Verkaufsprozesses war über bis zu sechs Milliarden Euro spekuliert worden.
Nycomed gehört den Beteiligungsfirmen Nordic Capital, Credit Suisse Private Equity und Blackstone. Sie könnten zur Finanzierung eine Kapitalerhöhung vornehmen, hatte es unlängst in mit dem Vorgang vertrauten Kreisen geheißen.
Altana hält an GPC Biotech fest
Nycomed ist deutlich kleiner als Altana Pharma. Die Dänen vertreiben bereits das Altana-Topmedikament Pantoprazol in Skandinavien und Belgien. Das 1874 gegründete Unternehmen erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 747,5 Millionen Euro und hat rund 3500 Mitarbeiter. Altana Pharma kam im vergangenen Jahr auf 2,4 Milliarden Euro Umsatz. Für die Sparte arbeiteten Ende 2005 gut 8800 Beschäftigte.
An der Beteiligung an dem Biotechunternehmen GPC Biotech hält Altana fest. „Die knapp neunprozentige Beteiligung an GPC Biotech ist nicht Gegenstand des Vertrages“, sagte Konzernchef Nikolaus Schweickart
am Freitag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. „Wir haben die Beteiligung von Altana Pharma auf die Altana AG umgehängt, sie bleibt also Beteiligung“, ergänzte er. Was Altana mit seinem GPC-Anteil machen werde, werde das Unternehmen zu „gegebenen Zeitpunkt“ entscheiden.
Patentschutz für Pantoprazol läuft aus
Konzernchef Nikolaus Schweickart hatte die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, alle Optionen für das Pharmageschäft zu prüfen. Hintergrund ist der Ende des Jahrzehnts ablaufende Patentschutz für das Magenmittel Pantoprazol, mit dem Altana den Löwenanteil seiner Pharmaerlöse erwirtschaftet.
In den Vereinigten Staaten wird das Patent bereits von Herstellern billigerer Nachahmerprodukte angefochten. Neue Medikamente, die den zu erwartenden Umsatzausfall ausgleichen könnten, sind zur Zeit nicht in Sicht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.368,78 | −1,82% |
| Dow Jones | 12.429,70 | −1,20% |
| EUR/USD | 1,2389 | −0,80% |
| Rohöl Brent Crude | 103,55 $ | −3,09% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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