10.02.2010 · Der französische Autohersteller PSA Peugeot Citroën hat seinen höchsten Verlust in zwei Jahrzehnten ausgewiesen. Einen Ausblick wagt Philippe Varin nicht mehr.
Von Christian Schubert, ParisPSA Peugeot Citroën hat seinen höchsten Verlust in zwei Jahrzehnten ausgewiesen. Der zweitgrößte Autohersteller Europas nach Volkswagen erlitt im vergangenen Jahr ein negatives Nettoergebnis von 1,16 Milliarden Euro - mehr als das Dreifache des Vorjahresverlustes. Darin spiegeln sich Restrukturierungsmaßnahmen wie der Arbeitsplatzabbau über Abfindungsprogramme wider, aber auch Absatzrückgang, Preissenkungen sowie die ungünstigere Verkaufsmischung mit mehr margenschwachen Kleinwagen. "Es war ein Jahr voller Kontraste", sagte der PSA-Vorstandsvorsitzende Philippe Varin am Mittwoch vor Journalisten in Paris. Die zweite Jahreshälfte sei deutlich besser verlaufen als die erste. Für 2010 wollte er dennoch keinen Ausblick geben, denn die wirtschaftliche Lage sei zu unsicher.
PSA gab nur das Ziel bekannt, im ersten Halbjahr 2010 das laufende Betriebsergebnis (vor Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen und Abschreibungen) positiv zu halten. In der zweiten Hälfte des Vorjahres hatte das Betriebsergebnis bereits 137 Millionen Euro betragen, nach einem Verlust von 826 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2009. PSA stehe vor einem weiteren schwierigen Jahr, sagte Varin. In Europa werde der Umsatz um 9 Prozent sinken, in China werde er zweistellig wachsen, und in Lateinamerika (ohne Brasilien) werde der Konzern wieder Wachstum erzielen.
An der Börse führten diese Ankündigungen zu einem Kursverlust der PSA-Aktie von mehr als 3 Prozent. Die Anleger schätzten die positiven Elemente der Bilanzzahlen weniger hoch ein als PSA. Der Autohersteller verwies darauf, dass er seine Marktanteile in 30 europäischen Ländern zwischen dem ersten und dem vierten Quartal von 13,5 auf 14,3 Prozent erhöht habe. Der Zulieferer Faurecia, der mehrheitlich PSA gehört, sowie der Logistikspezialist Gefco erzielten im zweiten Halbjahr jeweils einen Betriebsgewinn von 95 Millionen Euro, und die hauseigene Bank verdiente operativ sogar fast eine halbe Milliarde Euro. Auf der Finanzseite sei durch einen konsequenten Lagerabbau ein freier Mittelzufluss von 809 Millionen erzielt worden, wodurch die Schulden um fast 1 Milliarde Euro auf unter 2 Milliarden Euro gesenkt wurden. Auch der Sparplan von 3,3 Milliarden Euro zwischen 2010 und 2012 sei auf gutem Weg.
Zu den laufenden Gesprächen mit dem japanischen Hersteller Mitsubishi, die PSA seit Ende vergangenen Jahres führt, äußerte sich Konzernchef Varin ebenfalls in einem positiven Ton. Man habe zu den Japanern ein "extrem gutes Verhältnis". Die beiden Unternehmen entwickeln zusammen Elektroautos sowie sportliche Geländewagen und betreiben gemeinsam ein Werk in Russland. Derzeit prüfen sie unter anderem eine Überkreuzbeteiligung nach dem Vorbild von Renault und Nissan. Die Unabhängigkeit zu erhalten sei ein wichtiges Kriterium für die Verhandlungen, sagte Varin. PSA müsse aber auch globaler werden. In China will der französische Konzern in diesem Jahr 350 000 Autos verkaufen. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz bereits von 190 000 auf 270 000 Fahrzeuge. Nachdem PSA im vergangenen Jahr in Wuhan eine Fabrik eröffnete, werde das Unternehmen 2010 ein Technikzentrum in China aufbauen. Der Marktanteil der Franzosen solle bis in sechs Jahren 8 Prozent erreichen. Weitere wichtige Wachstumsmärkte seien Russland und Lateinamerika.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.369,49 | −1,77% |
| Dow Jones | 12.427,60 | −1,22% |
| EUR/USD | 1,2389 | −0,80% |
| Rohöl Brent Crude | 103,55 $ | −3,09% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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