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Personalpolitik Streit über „Halteprämie“ der HSH Nordbank

12.08.2009 ·  Die angeschlagene HSH Nordbank will wichtigen Mitarbeitern eine „Halteprämie“ zahlen, um sie im Unternehmen zu halten. 21 Millionen Euro könnte das kosten. Der Haken: Die Bank überlebt mit Milliarden aus Steuergeldern.

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Die angeschlagene HSH Nordbank will mehr als jedem zehnten Mitarbeiter eine Halteprämie von durchschnittlich rund 35.000 Euro zahlen. Eine Banksprecherin bestätigte am Mittwoch Medienberichte, wonach die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein ein Programm plant, um wichtige Mitarbeiter zu halten. „Wir wollen Mitarbeiter halten, die wichtig für die Zukunft der Bank sind“, sagte Sprecherin Ulrike Abratis. Sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein warfen Oppositionspolitiker der Landesbank vor, unverantwortlich mit Steuergeldern umzugehen. Das Geldinstitut wird mit staatlichen Milliardensummen über Wasser gehalten.

Pro Person ist die Halteprämie den Angaben zufolge auf 120.000 Euro begrenzt. Bis zu 600 Mitarbeiter kommen in Betracht, wie es hieß. Bei einer von der Bank genannten durchschnittlichen Halteprämie von 35.000 Euro käme eine Gesamtsumme von 21 Millionen Euro zusammen.

Bisher 500 Jobs abgebaut

Hintergrund: Bei der HSH Nordbank soll bis 2012 die Mitarbeiterzahl von 4.300 auf etwa 3.200 reduziert werden. Bisher wurden laut Bank 500 Jobs abgebaut, davon 250 über Abfindungen. Kündigungswilligen wurden bis zu 200.000 Euro Abfindung geboten. Damit nicht auch Mitarbeiter gehen, die für die Neuausrichtung als wichtig eingestuft werden, wurde die Halteprämie erfunden, die die Hälfte einer möglichen Abfindung beträgt. Allerdings sagte die Sprecherin, bisher habe es noch gar keine Kündigungswelle der wichtigen Fachkräfte gegeben.

Die SPD-Opposition in Hamburg schäumte angesichts der Prämien: Die Regelung sei „neuer Beweis dafür, dass die Geschäftspolitik der Bank mit dem Wort Chaos noch nett umschrieben ist. Was in dieser Bank passiert, kann in der Stadt niemand mehr nachvollziehen“, sagte Oppositionsführer Michael Neumann. Zuletzt hatte eine Prämienzahlung von 2,9 Millionen Euro an Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher für Aufregung gesorgt.

Für den finanzpolitischen Sprecher der Fraktion Die Linke, Joachim Bischoff, sind in einer Situation, in der einige hundert Beschäftigte wegen des HSH-Sanierungsprozesses ihren Arbeitsplatz verlieren, „Bleibeprämien so absurd wie die maßlose Bonuszahlung an den Vorstandsvorsitzenden Nonnenmacher“. Fraktionsvorsitzende Dora Heyenn ergänzte: „Es hat sich bei der HSH Nordbank offenkundig gar nichts geändert, die Roulettekugel bekommt wieder neuen Schwung.“ Das Institut werde ausgeplündert, solange noch Geld da ist, kritisierte sie.

Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki vertrat die Auffassung: „Von stringenter Personalpolitik kann bei der HSH keine Rede mehr sein. Dem Steuerzahler ist das alles nicht mehr zu vermitteln.“ Die finanzpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen in Schleswig-Holstein, Monika Heinold, griff die Landesregierung an, die es nicht schaffe, bei der Bank auf einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln hinzuwirken.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP und dpa
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