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Pentagon schreibt Milliardenauftrag neu aus Schwerer Rückschlag für EADS

09.07.2008 ·  Der amerikanische Verteidigungsminister Gates hat nach Boeings erfolgreicher Beschwerde entschieden, dass der ursprünglich an den europäischen Konzern EADS vergebene „Jahrhundertauftrag“ für die Lieferung von 179 Tankflugzeugen für die Luftwaffe im Umfang von 35 Milliarden Dollar neu ausgeschrieben wird.

Von Roland Lindner, New York
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Für den europäischen Rüstungskonzern EADS beginnt das Rennen um einen schon sicher geglaubten Auftrag der amerikanischen Regierung von vorn: Das Verteidigungsministerium in Washington kündigte am Mittwoch an, einen Auftrag zur Belieferung der Luftwaffe mit Tankflugzeugen neu auszuschreiben.

Diesen Auftrag hatte die EADS zusammen mit ihrem amerikanischen Partner Northrop Grumman im Februar überraschend gewonnen. Der unterlegene Wettbewerber Boeing legte daraufhin Protest ein und hat sich damit nun durchgesetzt. Der Auftrag umfasst die Lieferung von 179 neuen Tankflugzeugen im Wert von 35 Milliarden Dollar. Diese Maschine werden zum Betanken von Militärflugzeugen in der Luft gebraucht.

„Signifikante Fehler während der Auftragsvergabe“

Die Entscheidung des Pentagon kommt nicht aus heiterem Himmel. Bereits im Juni hat der amerikanische Rechnungshof Government Accountability Office (GAO), bei dem Boeing Protest eingelegt hatte, eine Neuausschreibung nahegelegt, und dieser Empfehlung ist das Verteidigungsministerium nun gefolgt. Der Rechnungshof hatte signifikante Fehler während der Auftragsvergabe moniert. Er zweifelte an der Kostenkalkulation der Luftwaffe und sagte, Boeing sei während der Auftragsvergabe in die Irre geführt worden.

Verteidigungsminister Robert Gates sagte am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Washington, die Auftragsvergabe werde im neuen Anlauf nicht mehr von der Luftwaffe betreut, sondern von seinem Ministerium selbst. Das Ministerium werde die Bedenken des Rechnungshofs im neuen Verfahren berücksichtigen. Weiter sagte er, das neue Rennen solle ein „beschleunigter Wettbewerb“ werden, und er solle bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Wahlkampf beeinflusst Ausschreibung

Die Entscheidung der Regierung bedeutet, dass eine schon seit Jahren dauernde Hängepartie um die Tanker sich noch weiter in die Länge zieht. Boeing hatte sich den Auftrag im Jahr 2001 schon einmal gesichert, ihn dann aber wegen einer Korruptionsaffäre wieder verloren. Im Jahr 2004 wurde Boeing der Auftrag wieder entzogen, und es kam zu einer Neuausschreibung, bei der dann auch EADS und Northrop Grumman mitmachten.

Die abermalige Neuausschreibung fällt nun mitten in den amerikanischen Wahlkampf, was die Chancen der EADS nicht unbedingt erhöhen dürfte. Denn der überraschende vorläufige Sieg im Februar hatte zu einem Aufschrei unter amerikanischen Politikern geführt, die den Auftrag ausschließlich in einheimischer Hand sehen wollten.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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