Home
http://www.faz.net/-gqi-75qyj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

PC-Hersteller Dell arbeitet an Übernahme und Börsenabschied

Dell war einst der weltgrößte PC-Hersteller. Dann jedoch eroberte Hewlett-Packard die Spitze und jetzt sind die Verbraucher mehr an Tablets und Smartphones interessiert. Für Dell könnte die Zeit gekommen sein, die Börse zu verlassen, um sich neu zu erfinden.

© REUTERS Vergrößern Dell verhandelt angeblich mit den Investmentfirmen TPG Capital und Silver Lake über eine Übernahme

Der PC-Hersteller Dell arbeitet laut amerikanischen Medienberichten an einer Übernahme durch Finanzinvestoren und einem Abschied von der Börse. Ein Deal könne noch diese Woche angekündigt werden, oder aber auch scheitern, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen. Allein nach dem Aktienkurs wäre die Übernahme mehr als 20 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro) schwer.

Ohne den Anlegern Quartal für Quartal gute Zahlen präsentieren zu müssen, könnte Gründer Michael Dell sein Unternehmen radikaler umbauen, erläuterten Analysten. Dell verhandele mit den Investmentfirmen TPG Capital und Silver Lake, schrieben Bloomberg und das „Wall Street Journal“. Mehrere Banken seien ebenfalls beteiligt. Ein Hindernis könne aber noch sein, dass die Investmentfirmen möglicherweise die notwendige Finanzierung nicht organisieren könnten oder keine Lösung für einen späteren Ausstieg finden.

Mehr zum Thema

An der Börse wurde die Aussicht auf ein Übernahmeangebot bereits gefeiert: Dell-Aktien schossen zuletzt um rund 13 Prozent auf 12,29 Dollar hoch. Auch mit diesem Kurssprung verlor die Aktie innerhalb des vergangenen Jahres immer noch mehr als ein Fünftel ihres Werts. Zuletzt war Dell insgesamt über 21 Milliarden Dollar wert. Michael Dell - der Gründer, der 2007 angesichts geschäftlicher Probleme wieder an die Firmenspitze zurückkehrte - hält etwa 15,7 Prozent der Anteile.

Das große Aktienpaket würde einen Übernahmedeal erleichtern. Die Dell-Geldreserven von mehr als fünf Milliarden Dollar machen das Unternehmen für die Finanzinvestoren zusätzlich attraktiver. Dell - einst der weltgrößte PC-Hersteller - zählt zu den großen Verlierern der Umwälzungen in dem Geschäft. Die Verbraucher greifen lieber zu Smartphones und Tablets - ein Bereich, in dem Samsung und Apple dominieren und Dell bisher kaum etwas zu bieten hatte. Der weltweite Marktanteil von Dell sank im Weihnachtsquartal nach Zahlen der Marktforschungsfirma Gartner auf 10,2 Prozent von 12,2 Prozent ein Jahr zuvor.

Deutlich schlechtere Zahlen als befürchtet

Der Absatz brach im Jahresvergleich um mehr als ein Fünftel ein. Das schlägt sich auch in den Geschäftszahlen nieder. In dem Anfang November abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal fiel der Umsatz um elf Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn halbierte sich im Jahresvergleich auf 475 Millionen Dollar. Die Zahlen fielen noch deutlich schlechter aus als Analysten befürchtet hatten. Einzig das Geschäft mit Servern - leistungsstarken Firmenrechnern - konnte zulegen. Um das Steuer herumzureißen, müsste Dell radikal umsteuern und stärker auf mobile Geräte setzen.

Zugleich könnten dabei aber große Teile der bisherigen Umsatzbringer rund um PC-Hardware unter die Räder geraten - und so etwas kommt bei Anlegern schlecht an, wie Abhey Lamba, ein Analyst von Mizuho Securities, Bloomberg erläuterte. Michael Dell hatte bereits 2010 von Plänen für einen Abgang von der Börse gesprochen. Er hatte die Firma 1984 gegründet und war mit einem damals in der Branche ungewöhnlichen Direktvertriebs-Modell schnell erfolgreich. 1988 brachte er Dell an die Börse.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Software-Pionier Microsoft streicht bis zu 18.000 Stellen

Es ist der größte Arbeitsplatz-Abbau in der Geschichte des Konzerns: Microsoft kürzt bis zu 18.000 Stellen. Besonders dürfte das die Tochtergesellschaft Nokia treffen. Mehr

17.07.2014, 14:24 Uhr | Wirtschaft
Medienmogul Murdoch greift nach Time Warner

In seinen 83 Lebensjahren hat Rupert Murdoch eines der größten Medienimperien der Welt geschaffen mit Zeitungen, TV-Sendern und einem Filmstudio. Gerade scheint er daran zu arbeiten, sich endgültig ein Denkmal zu setzen. Mehr

16.07.2014, 14:48 Uhr | Wirtschaft
Digitaler Angriff Hacken auf der Autobahn

Chinesischen Studenten ist es gelungen, digital in ein Auto einzubrechen. Auch anderen Herstellern drohen solche Angriffe. Wie gefährlich ist das? Und was macht die deutsche Autoindustrie, um sich zu wappnen? Mehr

22.07.2014, 13:45 Uhr | Wirtschaft

Geläuterte Steuerzahler?

Von Heike Göbel

Der Bund der Steuerzahler verkündet, dass die Steuermoral der Deutschen so gut ist wie noch nie. Tatsächlich könnte Hinterziehung aber auch schlicht zu riskant geworden sein. Mehr 4 4


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr