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Pariser Autosalon 2006 Licht und Schatten der Autobranche

29.09.2006 ·  Die einen glänzen mit Absatzrekorden und positiven Aussichten, die anderen haben an Glanz verloren und müssen Stellen streichen. Der Pariser Autosalon spiegelt alle Aufs und Abs der Branche wider.

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Absatzrekorde, Sorgen um Arbeitsplätze und Gespräche über die weltgrößte Auto-Allianz: Der Pariser Autosalon spiegelt Licht und Schatten der Branche wider. Während Porsche, der profitabelste Autobauer der Welt, noch Verbesserungen bei der Rendite versprach, mußte Opel Befürchtungen der Belegschaft über den Wegfall von bis zu 1.000 Stellen zurückweisen. BMW überwand die Absatzdelle von Juli und August und sieht sich ebenso wie Audi auf dem Weg zu einem Rekordjahr. Die französischen Autohersteller, die Marktanteile einbüßen, wollen das Steuer mit neuen Modellen und alternativen Antrieben herumreißen. Die Gespräche über die Mega-Allianz des Branchenführers GM mit Renault und Nissan stocken, sollen aber bis Mitte Oktober weitergehen (siehe dazu: Dreierfusion: Schwierige Allianz der Autokonzerne) .

Bei Audi läuft der Absatz besser als erwartet. Die VW-Tochter hob die Prognose für 2006 um 10.000 auf 890.000 Autos an. Gründe seien vor allem die Nachfrage nach dem Sportwagen TT, dem Geländewagen Q7 und dem A3, sagte Audi-Chef Martin Winterkorn. Im Vergleich zum Vorjahresabsatz von rund 829.000 Autos bedeutet die neue Prognose ein Plus von knapp 7,4 Prozent. Es wird auf jeden Fall ein Rekordjahr - das elfte in Folge. 2007 werde Modellzyklus-bedingt ein schwierigeres Jahr. Das Ziel, 2008 die Absatzmarke von einer Million zu knacken, gilt nach wie vor. Das US-Geschäft soll 2006 die Gewinnzone schaffen.

VW ist an Dreier-Allianz interessiert

Porsche, mit einer Vorsteuerrendite von 18,8 Prozent im Geschäftsjahr 2004/05 bereits Weltspitze, will die Profitabilität noch verbessern. „Wir werden unser Geschäft nochmals optimieren“, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Im laufenden Geschäftsjahr werde die Produktivität voraussichtlich stärker steigen als die üblicherweise angestrebten sechs Prozent.

Bei VW stand das Ringen um den schwedischen Lkw-Bauer Scania im Mittelpunkt. VW-Chef Bernd Pischetsrieder bekräftigte, daß man das MAN-Angebot für Scania nicht annehmen werde. Zugleich betonte er das Interesse an einer Dreier-Allianz. VW ist größter Scania-Aktionär mit 18,7 Prozent des Kapitals und 34 Prozent der Stimmrechte. Über ein VW-Werk in Indien solle der Aufsichtsrat im November entscheiden, sagte Pischetsrieder. Standort solle der Bundesstaat Maharashtra im Westen des Landes sein, wo bereits Skoda produziert. Das neue Werk solle zunächst rund 100.000 Autos pro Jahr bauen.

GM: Kein weiterer Stellenabbau in Europa

Die Opel-Mutter General Motors (GM) will trotz der rückläufigen Nachfrage nach dem Kompaktwagen Astra vorerst keine weiteren Stellen in den europäischen Werken streichen, betonte GM-Europachef Carl-Peter Forster. Die Arbeitnehmervertreter des Bochumer Astra-Werkes befürchten den Verlust von europaweit 1.000 Jobs. Über die Zukunft der Werke wird nach Forsters Worten erst Ende 2007 entschieden, wenn klar sei, wo ab 2010 das Nachfolgemodell gebaut werde. Der neue Corsa laufe sehr gut. Noch vor der Markteinführung am 7. Oktober wurden 73.300 Corsa abgesetzt, man habe 75.000 bis Ende 2006 erwartet.

Die französische Autoindustrie, die zuletzt etwas an Glanz verloren hatte, hofft auf einen Aufbruch. Peugeot und Citroën setzen auf alternative Antriebe (Offensive der Franzosen: Alternativantriebe für Peugeot und Citroën). 2010 oder 2011 will Citroën Diesel-Hybridmotoren bauen. Schon 2007 könnten Autos mit Flexfuel-Antrieb angeboten werden, die zu 85 Prozent mit Bioalkohol und zu 15 Prozent mit Benzin betankt werden. Die Schwestermarke Peugeot setzt auf HDI-Diesel, Brennstoffzelle, Elektroantrieb und Hybridmotor.

Renault kündigt 26 Neuheiten an

Renault will nach einem „Übergangsjahr 2006“ mit 26 Neuheiten Absatz und Gewinn schnell wieder in Rekordhöhen schrauben. Auch ohne ein Bündnis mit dem US-Konzern General Motors sollen in drei Jahren 400.000 Autos mehr verkauft werden als 2005 mit 1,53 Millionen. Die operative Marge solle 2009 sechs Prozent erreichen, sagte Konzernchef Carlos Ghosn. Nach 2,7 Prozent im ersten Halbjahr rechnet Renault weiter für das Gesamtjahr nur mit einer Marge von 2,5 Prozent.

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