22.08.2005 · Mit der Verbindung von Papier mit Elektronik will die Verpackungsbranche den Supermarkt revolutionieren. Vielleicht ersetzen Kartons mit automatisch ablesbaren Preisschildern bald das Kassenpersonal.
Papier wird das Image des Beständigen, des Soliden nachgesagt. Wie beim Fahrrad, so glaubt der Nutzer, ändere sich über Jahrzehnte kaum etwas. Und wie beim Fahrrad ist das auch bei Papier ein Fehlschluß, wiewohl die Branche nicht wie bei Handys oder Automodellen von der ständigen Erneuerung lebt.
Innovation beginnt aber schon bei der Herstellungstechnik, bei der Kostendruck zwingt, neue Wege etwa durch leichtere Entwässerung der Fasern zu entwickeln. Dabei aber geht es um Feinsteuerung, nicht um Umwälzungen. Beim Produkt - dem Papier - konzentrieren sich Entwicklungen auf die Verpackungsindustrie, auf die gut ein Drittel der deutschen Herstellung von Papier, Pappe und Karton entfällt. Bei den graphischen Papieren - für Zeitungen, Zeitschriften, Briefpapier - ändert sich wenig.
Einsatz von Altpapier „deutsche Spezialität“
Eines der Felder beständiger Neuerungen ist eine „deutsche Spezialität“: der Einsatz von Altpapier. Einiges hat sich in den letzten Jahren getan bei kostengünstigeren Wegen zur Herstellung von Zeitschriftenpapier. Zunehmend wird zum Papier in der Mittellage, das dann vor dem Feindruck der Wochenzeitschriften mit Kreide oder Kaolin bestrichen und geglättet wird, auch das etwas schwerere Altpapier verwandt.
Nischenhersteller von Feinstpapier spielen mit immer neuen Variationen der Farbe und Konsistenz bis hin zur durchsichtigen Speisekarte. Dabei gehen bisweilen mittelständische Familienbetriebe wie die Büttenpapierfabrik Gmund am Tegernsee mit alten Maschinen, konservativer Herstellungsmethode und Handarbeit am schöpferischsten vor im Angebot von Papier, das sich wie Leder anfühlt oder wie Kaschmir.
Verpackungsbranche auf dem Vormarsch
In der Verpackungsbranche finden Hersteller immer neue Wege, das Papier mit Elektronik zu verbinden, etwa automatisch ablesbaren Preisschildern („Smart Label“), mit denen Waren, gesammelt im Einkaufswagen eines Supermarktes, ohne Einzeleingabe erfaßt werden können. Tetra Pak, Weltmarktführer bei Milchkartons, entwickelt beständig neue Wege, um seinen Absatz zu steigern, zumal 86 Prozent der weltweit konsumierten Getränke gar nicht verpackt werden; vom Leitungs- oder Brunnenwasser über Kaffee und Tee bis zur Milch in weiten Teilen Asiens.
Die Gruppe hofft mit Tetra Recart aus Karton die Konservendose aus Blech oder Aluminium zu ersetzen: Ein Jahrzehnt brauchte sie, um ein erneuerbares Kartonmaterial zu entwickeln, das stabil bleibt und leicht stapelbar ist, mit Abziehstreifen geöffnet werden kann und Werbeaufschriften genügend Platz bietet.
Zellstoff als Vorprodukt zum Papier oder Karton wird sogar, gelegentlich mit dem Bindemittel Polyester angereichert, vor allem in Nordeuropa eingesetzt für Möbel. Ein Unternehmen preßt aus Holzfasern stapelbare Stühle für große Versammlungsräume, ein anderes nutzt Wellpappe als Unterlage für harte Matratzen, ein drittes stellt Lampen aus Papier her.
Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.834,32 | +1,22% |
| FAZ-INDEX | 1.523,10 | +1,19% |
| TecDAX | 779,66 | +0,90% |
| MDAX | 10.395,30 | +0,96% |
| SDAX | 5.035,35 | +0,91% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.517,23 | +1,12% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,34 | +1,09% |
| Dow Jones | 12.904,10 | +0,96% |
| Nasdaq 100 | 2.592,29 | +1,42% |
| S&P500 | 1.358,04 | +1,10% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3167 | +0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 120,34 $ | +0,24% |
| Gold | 1.713,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 138,73 € | +0,01% |