Ost-Europa wird sich in den nächsten Jahren für die Automobilhersteller zu einem wichtigen Markt entwickeln. Vor allem die GUS-Staaten und die Beitrittsländer zur EU in Mitteleuropa können von besonderem Interesse sein. Dies ist das Fazit einer Studie des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen.
Damit zeige sich ein Trend, der im Gegensatz zur "chronischen Wachstumsschwäche in Deutschland" und den klassischen Triademärkten West-Europa, Japan und Vereinigte Staaten stehe. In den kommenden fünf bis zehn Jahren würde Ost-Europa hohe Wachstumsraten von durchschnittlich 4 bis 5 Prozent aufweisen. Davon profitierten vor allem die Länder des Baltikums sowie Mittel-Europas (Kroatien, Polen, Slowakei, Tschechien, Slowenien, Ungarn), die ab Mai 2004 der Europäischen Union angehörten.
CAR rechnet in Ost-Europa bis zum Jahr 2010 mit einem Absatzzuwachs von fast 75 Prozent, von 2,3 Millionen Personenwagen im Jahr 2002 auf dann 4 Millionen Autos. Rußland ist mit einem erwarteten Absatzanstieg von 1,2 auf 1,8 Millionen Autos (plus 50 Prozent) der mit Abstand größte Markt, gefolgt von Polen (von 308000 auf 530000 Autos).
Für die Triade-Märkte prognostiziert CAR - allerdings bezogen auf das Vergleichsjahr 2000 - indes nur ein Wachstum von 4 Prozent auf dann 40,5 Millionen Autos, für den Weltmarkt von 16 Prozent auf 57 Millionen Einheiten. Neben Ost-Europa spielt auch die Entwicklung im erhofften Wachstumsmarkt China eine Rolle. Für Asien ohne Japan unterstellt CAR nahezu eine Verdoppelung von 3,5 auf 6,3 Millionen Fahrzeuge, was im wesentlichen auf den China-Effekt zurückzuführen sein dürfte.
Längst ist Mittel-Europa nach Ansicht von Autoexperte Dudenhöffer zu einem wichtigen Standort für die Automobilindustrie und deren Zulieferer geworden. Viele große Hersteller von Volkswagen, über Opel, Fiat, Peugeot Citroen (PSA) bis hin zu Toyota und Suzuki haben Produktionsstandorte vor allem in den Ländern Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Die deutschen Autokonzerne haben sich dort bereits vor mehr als zehn Jahren angesiedelt. (kön.)
