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Mainz : Opel stellt das Fastnachtssponsoring ein

Bild: dpa

Bislang hat Opel stets Autos für den Mainzer Fastnachtsumzug bereitgestellt. Die neuen Eigentümer haben dafür wenig Sinn. Die Fastnachter sind in Aufregung.

          „Opel hupt auch für die Narren“ - so war es Tradition. Noch zur vergangenen Kampagne gab der Rüsselsheimer Autobauer eigens eine Pressemitteilung dazu heraus. Zum Finale der Mainzer Straßenfastnacht, hieß es da, präsentiere sich die Innenstadt der Fastnachtshochburg „fest in Opel-Hand“. 80 Cascadas hat Opel für die Kappenfahrt bereitgestellt. Der Umzug der bonbonwerfenden Fastnachtshonoratioren am Dienstag bildet traditionell den Abschluss der Straßenfastnacht. „Seit sich der Szene herumgesprochen hat, dass wir die Mainzer Narren gerne unterstützen, sind die Anfragen jedes Jahr mehr geworden“, berichtete der Autohersteller damals freudig. Damit allerdings ist jetzt Schluss, und zwar kurzfristig. Füsiliergarde, Ranzengarde und all die anderen Vereine müssen sich ihre Droschken selbst besorgen.

          Bernd  Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

          Die Nachricht hat die Fastnachtsverantwortlichen unerwartet getroffen, kurz vor der Kampagne. Opel will nicht mehr. Der neue Eigentümer PSA Peugeot Citroen zieht die Reißleine. Den Franzosen unter portugiesischer Führung geht die Bedeutung für die Fastnacht ab, sehr zum Leidwesen der Mainzer, von denen viele im benachbarten Rüsselsheim  arbeiten. Verluste, heißt es, hätten Opel in früheren Jahren schließlich  auch nicht vom Sponsoring abgehalten. Nun sind die Fastnachter in Aufregung, private Cabrios werden händeringend gesucht, einige Vereine haben sich zur Miete entschlossen, einer hat sogar die Teilnahme an der Fahrt abgesagt.

          Der Mainzer Carneval-Verein, einer der Traditionsvereine der Stadt, hat eine ganz eigene Lösung gefunden. Präsident Reinhard Urban, ein Rechtsmediziner, sagte der „Mainzer Allgemeinen“, sein Verein werde auf Golfmobile umsteigen. Der Golfclub Mainz leihe ihnen 15 Wagen umsonst. Damit sei man komplett elektrisch und umweltbewusst unterwegs. Ganz hat die Werbekampagne von Opel offenbar ihre Wirkung doch nicht verfehlt. Wenn Not am Mann ist, geht das Umparken im Kopf plötzlich ganz schnell.

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