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Opel-Krise Opel-Führung und Betriebsrat nehmen Gespräche auf

18.10.2004 ·  Während bei Opel in Bochum die Bänder weiter stillstehen, sind Betriebsrat und Geschäftsführung in Rüsselsheim zu Verhandlungen zusammengekommen. Am Dienstag will die IG Metall mit einem europaweiten Aktionstag den Druck auf GM erhöhen.

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Der weiter andauernde Streik der Bochumer Opel-Mitarbeiter gegen den geplanten Stellenabbau setzt den Mutterkonzern General Motors immer stärker unter Druck.

Da die Lieferungen aus Bochum ausbleiben, würden im belgischen Werk Antwerpen für die Nachtschicht die Teile knapp, sagte ein Werkssprecher am Montag. In Kaiserslautern wollen am Dienstag, dem europaweiten Aktionstag bei GM, 2500 Arbeiter zeitweise die Arbeit niederlegen. In Rüsselsheim haben unterdessen die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat begonnen.

Über eine mögliche Wiederaufnahme der Arbeit soll nach Angaben des Betriebsrats jede Schicht neu entscheiden; die Nachtschicht bei Opel beginnt um 22 Uhr.

Die Belegschaft im Bochumer Werk hatte am Montag morgen einstimmig entschieden, daß die Produktion nicht nicht aufgenommen wird. Die Mitarbeiter fordern weiterhin vom Management die Garantie, daß es in Bochum keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird, sagte ein Belegschaftssprecher.

Außerdem forderten die Mitarbeiter die Zurücknahme des geplanten Abbaus von 12.000 Stellen europaweit. Die Belegschaft sei solidarisch mit allen in Europa arbeitenden Opel- Werken.

Appelle verhallen

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte am Sonntag die Bochumer Opel-Arbeiter aufgefordert, wieder zu arbeiten. „Die Arbeitnehmer, die vor den Toren stehen, verbessern die Chancen, daß der Standort erhalten wird, nicht“, sagte er am in der ARD. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Peer Steinbrück hatte zu Besonnenheit geraten. Er verstehe Wut und Empörung der Automobilarbeiter, sagte er im WDR-Fernsehen. Eine solche Reaktion helfe aber nicht weiter. „Wenn wir für den Standort Bochum eine langfristige Perspektive erreichen und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden wollen, müssen wir uns sehr besonnen und professionell mit einer Lösung beschäftigen.“

Selbst Gesamtbetriebsratsvorsitzender Klaus Franz hat vergeblich versucht, die Beschäftigten wieder zur Arbeit zu bewegen. Ein Produktionsstillstand in England, Belgien und Polen als Folge des Streiks in Bochum könne eine Verhandlungslösung erschweren. Die Bochumer beliefern die Werke Antwerpen (Belgien), Ellesmere Port (England) und Gliwice (Polen) mit Teilen für den Opel Astra.

Zugeständnisse bei der Bezahlung

IG-Metall-Vizechef Berthold Huber nannte Bedingungen für die Verhandlungen: keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Werksschließungen. Huber deutete aber Zugeständnisse bei der Bezahlung an. "Ich weiß, daß eine solche Krise nicht ohne Opfer der Belegschaft zu bewältigen sein wird." Huber machte die "hundsmiserable Unternehmenspolitik" in Detroit für die Krise verantwortlich.

Man habe vor, die geplanten Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro jährlich ohne Werksschließungen zu schaffen, sagte der Europachef des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors (GM), Fritz Henderson. "Wir können letzteres aber nicht ausschließen." Das Werk in Bochum stehe von allen deutschen Standorten am schlechtesten da. Die GM-Führung plant offenbar, den Stellenabbau abzufedern. "Wenn es uns gelingt, die betreffenden Mitarbeiter in Beschäftigungsgesellschaften zu überführen, können wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden", sagte der stellvertretende GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster.

Die Auffanggesellschaften sollen die Arbeitsplätze für zwei Jahre garantieren. Im Gegenzug verlangt GM angeblich Gehaltskürzungen von 30 Prozent. Henderson kritisierte, die Löhne in Bochum und Rüsselsheim lägen 20 Prozent über dem IG-Metall-Tarif.

Quelle: FAZ.NET mit Material von bf./F.A.Z:, dpa, AFP
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