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Opel Insignia Rettungswagen für Rüsselsheim

03.06.2008 ·  Im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim hat die Vorserienproduktion der neuen Limousine Insignia begonnen. Der Autobauer setzt große Hoffnungen in den Wagen. Ist der Insignia Opels letzte Chance? So will die Frage niemand bei der Tochtergesellschaft von General Motors gestellt wissen.

Von Henning Peitsmeier
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Ist der Insignia Opels letzte Chance? So will die Frage niemand bei der Tochtergesellschaft von General Motors gestellt wissen. Klar ist jedoch allen Beteiligten, dass auf der neuen Mittelklasselimousine die ganzen Hoffnungen der Opelaner lasten. Im Rüsselsheimer Stammwerk haben die 3500 Beschäftigten schon seit April 220 Vorserienmodelle des Insignia gefertigt und die Euphorie ist offenbar so groß, dass Opel bereits jetzt kräftig die Werbetrommel rührt, obwohl das Flagschiff erst am 22. Juli auf der London Motor Show offiziell präsentiert wird und dann noch ein Vierteljahr vergeht, bevor das Auto im November zu den deutschen Opel-Händlern kommt: „Neuer Name, neues Auto, neue Ära.“

Der Insignia ist beinahe zum Erfolg verdammt. Die beiden Vorgängermodelle Vectra und Signum fanden in den vergangenen Jahren immer weniger Zuspruch, mit der Folge, dass das Opel-Werk in Rüsselsheim heute zu weniger als 70 Prozent ausgelastet ist. „Um ehrlich zu sein, der Vectra hat unsere Volumenziele nicht erfüllt“, sagte GM-Chef Rick Wagoner kürzlich der F.A.Z. „Wir glauben, dass es dem Insignia gelingen wird“.

Harter Wettbewerb

Die GM-Tochtergesellschaft Opel stellt sich nun dem harten Wettbewerb gegen VW Passat, Ford Mondeo und Renault Laguna mit einem komplett neuen Auto und neuem Namen, wohl wissend, dass für das leidgeprüfte Opel-Image mit der Modellbezeichnung Vectra kein adäquater Neustart zu machen gewesen wäre.

„Der Insignia zeigt, dass die Marke Opel wieder da ist“, verkündete Insignia-Designer Malcom Ward am Montag voller Stolz. Mehr Dynamik und Emotionen verspreche das Design. Tatsächlich bricht die coupéartige Linienführung radikal mit der biederen Karosserie des Vectra. Gleichwohl soll der Insignia auch die Stammkundschaft begeistern, sagte ein Opel-Sprecher. Allein auf dem deutschen Markt sollen im kommenden Jahr 35 000 Fahrzeuge abgesetzt werden.

180.000 Insignia im ersten vollen Jahr

Geht die Rechnung auf, könnte das Rüsselsheimer Werk auf lange Zeit gesichert sein. Opel strebt 2009 die Vollauslastung im Zweischichtbetrieb an. „Im ersten vollen Jahr werden wir 180.000 Insignia herstellen“, sagte Werksdirektor Axel Scheiben. Im August soll die Serienproduktion der Stufenheck- und Fließheckmodelle hochgefahren werden, Ende Oktober kommt die Caravan-Produktion hinzu. Wenn voraussichtlich von 2010 an auch der Saab 9-5 auf der verlängerten Insignia-Plattform produziert wird, ist mit einer dritten Schicht die Erweiterung der Kapazität auf 270.000 Einheiten geplant.

Zuletzt rollten nur noch 116 578 Vectra- und 9358 Signum-Fahrzeuge von den Bändern. Gegenüber dem Vorgänger wird es Scheiben zufolge einen erheblichen Produktivitätsfortschritt geben: So benötigten die Monteure für den Insignia nur noch 17 bis 20 Stunden, während ein Vectra erst nach 24 Stunden fertiggestellt sei. Bereits bei der Auftragsvergabe mussten die Opelaner im internen GM-Wettbewerb der Produktionsstätten zahlreiche Zugeständnisse machen, um die Fertigung nach Rüsselsheim zu holen. Nun wird GM 900 Millionen Euro bis 2010 in die Modernisierung der Rüsselsheimer Fertigung investieren. Im Karosseriewerk wurden 200 neue Roboter und Lasermaschinen angeschafft, neueste Robotertechnik arbeitet auch in der Lackiererei.

Immerhin geht der Produktivitätszuwachs vorerst nicht zu Lasten der Beschäftigten. Das erklärte jedenfalls der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Klaus Franz: „Sobald wir in den Dreischichtbetrieb wechseln, wird Opel im Stammwerk sogar mehr Mitarbeiter in der Produktion brauchen als heute.“ Demnach könnten bis zu 800 Mitarbeiter in den kommenden Jahren zusätzlich eingestellt und außerdem bis 2010 alle Auszubildenden übernommen werden. Für die Arbeitnehmer, die dem eigenen Unternehmen nach dem drastischen Arbeitsplatzabbau in der Opel-Krise kritisch gegenüberstehen, sind das allemal gute Neuigkeiten.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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