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Online-Marktplatz Ebay verdient Milliardenbetrag dank Skype-Verkauf

21.01.2010 ·  Das Internet-Auktionshaus hat im Weihnachtsquartal unerwartet viel verdient. Zu dem Rekordergebnis hat auch der Verkauf der Internettelefonie-Tochter Skype beigetragen.

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Der Online-Marktplatz Ebay profitiert massiv vom Verkauf seiner Internettelefonie-Tochter Skype. Unterm Strich verdiente Ebay im vierten Quartal knapp 1,4 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch im kalifornischen San Jose mitteilte. Vor einem Jahr waren es 367 Millionen Dollar gewesen. Ebay hatte den Internettelefonie-Dienst Mitte November mehrheitlich an eine Investorengruppe um den Internet-Pionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen verkauft. Vorausgegangen war ein Streit um eine Schlüsseltechnologie mit den Gründern. Mit 30 Prozent ist der Konzern jedoch noch an Bord.

„Wir haben ein starkes viertes Quartal hinter uns“, sagte Konzernchef John Donahoe zum verbliebenen Geschäft. Der Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal stieg um 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Vor allem der Bezahldienst Paypal und der Ticketservice Stubhub wuchsen.

Das Kerngeschäft mit Auktionen und Festpreis-Angeboten legte leicht zu. Der Online-Einkauf werde immer beliebter, stellte Donahoe fest. Ebay profitiert aber nur bedingt von der Abwanderung der Kunden ins Netz. Internet-Käufer bestellen vielfach lieber beim Rivalen Amazon.com. Der legt seine Quartalszahlen am Freitag kommender Woche vor.

Ebay will Profi-Verkäufer mit Festpreis-Angeboten locken

Ebay arbeitet unter Hochdruck am Ausbau des weltgrößten Auktionshauses zu einer Handelsplattform mit mehr Festpreis-Angeboten, Profi-Verkäufern und Neuwaren. Konzernchef Donahoe sieht Deutschland und Großbritannien dabei als Vorzeigeregionen. Hier sei es besser als in den Vereinigten Staaten gelungen, gewerbliche und private Verkäufer zu unterscheiden und ihnen entsprechende Angebote zu unterbreiten. Der Konzern finanziert sich über Gebühren, die er von den Verkäufern für die Nutzung seiner Handelsplattform kassiert. Operativ blieb im Schlussquartal aber viel weniger übrig als vor einem Jahr: Mit 179 Millionen Euro konnte Ebay konzernweit gerade mal ein Drittel der damaligen Summe einstreichen. Grund waren unter anderem höhere Ausgaben fürs Marketing.

Umso wichtiger war der Verkauf von Skype, der 1,9 Milliarden Dollar in die Kasse spülte. Schon seit geraumer Zeit wollte sich Ebay von der Tochter trennen. Ebay hatte den Telefondienst im Jahr 2005 erworben. Skype galt damals als eines der begehrtesten Übernahmeobjekte der Branche. Ebay griff damals für mindestens 2,6 Milliarden Dollar zu (inklusive erfolgsabhängiger Zahlungen wurden daraus später 3,1 Milliarden Dollar). Weil sich das Geschäft aber nicht gut entwickelte musste Ebay milliardenschwere Abschreibungen vornehmen. Die erhofften Synergieeffekte waren ausgeblieben. Problem war von Anfang an, dass Skype-Nutzer untereinander kostenlos über das Internet telefonieren und Textnachrichten verschicken können. Geld verdient die Firma nur bei Verbindungen mit dem gewöhnlichen Telefonnetz.

Die Börsianer waren froh über die Trennung und das grundsätzlich gut gelaufene Weihnachtsgeschäft. Die Aktie stieg nachbörslich um 2 Prozent. Auch deshalb, weil Ebay weiteres Wachstum in diesem Jahr verspricht. Bis zum Jahresende soll der Umsatz um 9 bis 12 Prozent steigen. Den Gewinn sieht das Management indes mit 1,29 bis 1,34 Dollar pro Aktie fallen.

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