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Digitalkonferenz Noah : Oettinger: Wir brauchen mehr Geld für Start-ups

Günther Oettinger: EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft Bild: dpa

Start-ups haben es in Europa schwer, an Risikokapital zu kommen, findet EU-Digitalkommissar Oettinger. Das hat aus seiner Sicht mehrere Gründe. Von europäischen Unternehmen fordert er mehr Engagement.

          EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hat abermals für eine gemeinsame europäische Digitalstrategie geworben. „Wir leben in einer digitalen Revolution“, sagte Oettinger auf der Digitalkonferenz Noah in Berlin. Während sie zunächst nur einige Bereiche wie Software und IT umfasst habe, seien nun alle Wirtschaftssektoren und die gesamte Gesellschaft betroffen.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Während die Vereinigten Staaten, aber auch Südkorea, Japan und China eine klare Strategie hätten, sei der Markt in Europa jedoch sehr fragmentiert. „Wir brauchen einen Markt, eine Regulierung und eine gemeinsame Strategie“, sagte Oettinger. Insbesondere ging er auf die Finanzierungsprobleme von Start-ups ein.

          Schnell wachsende Unternehmen bräuchten große Summen Geld, sagte Oettinger. Es sei aber oft schwer für sie, in Europa an Risikokapital zu kommen, weil die Kapitalgeber oft zu klein seien. Auch dauere es zu lange, bis Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen seien – deshalb gingen Wachstumsunternehmen oft in die Vereinigten Staaten. Dort sei man auch eher bereit, mal ein unternehmerisches Risiko einzugehen.

          Die EU gehe diese Probleme an, sagte Oettinger. Im Mai hatte er ein Strategiepapier für einen „Digitalen Binnenmarkt“ vorgestellt. Dabei geht es unter anderem darum, das Urheberrecht zu reformieren, die Breitband-Versorgung auszubauen und eine einheitliche europäische Datenschutz-Richtlinie zu formulieren. Für Start-ups sei es außerdem wichtig, private Kapitalgeber anzuziehen. Oettinger forderte auch europäische Unternehmen auf, „durch Zusammenschlüsse und Zukäufe eine aktivere Rolle im Markt für Start-ups zu spielen“. In Europa gegründete Start-ups würden häufig von ausländischen Firmen aufgekauft. Das müsse sich ändern.

          Hoffnung hat Oettinger auch für das sogenannte Crowdfunding. Dabei sammeln Unternehmen kleine Beträge von vielen Unterstützern ein. Mit dem nötigen Schutz für die Kleininvestoren könne das Crowdfunding eine gute Ergänzung zu professionellen Risikokapitalgebern sein.

          Quelle: FAZ.NET

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