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Ölpest BP erwägt Stopp der Dividende

14.06.2010 ·  BP steht in Amerika unter Druck, auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten: Der Ölkonzern soll zunächst die Übernahme der Kosten nach der Ölpest garantieren können. An diesem Montag berät die Führung des Ölkonzerns auf einem internen Treffen über die Aussetzung.

Von Patrick Welter und Ulrich Friese
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Die amerikanische Regierung verlangt von British Petroleum (BP) die Einrichtung eines Treuhandfonds, damit die notwendigen Finanzmittel zur Beseitigung der Ölpest im Golf von Mexiko sichergestellt sind. Das bestätigte ein Berater von Präsident Barack Obama am Sonntag im amerikanischen Fernsehen.

BP steht in den Vereinigten Staaten unter Druck, auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten. Die Führung von BP will an diesem Montag auf einem internen Treffen über die Aussetzung der Dividende beraten, bestätigte der Konzern. Damit solle sichergestellt werden, dass Manager von BP bei einem für Mittwoch anberaumten Treffen mit Obama garantieren könnten, dass die aus der Ölpest entstandenen Kosten übernommen werden.

Der Beschluss, dass BP auf eine Ausschüttung an seine Aktionäre verzichtet oder diese kürzt, werde daher erst zur Wochenmitte erwartet, hieß es in London weiter. BP will an diesem Montag auch darüber beraten, die Finanzmittel für die Dividendenausschüttung auf einem separat geführten „Sperrkonto“ zu hinterlegen. In Studien von Investmentbanken bewegen sich die Schätzungen der möglichen Kosten inklusive Schadensersatzforderungen, mit denen BP konfrontiert sein könnte, zwischen 5 und 40 Milliarden Dollar. Nach einem Bericht des Wall Street Journals fordert auch der Generalstaatsanwalt von Florida, Bill McCollum, von BP die Einrichtung eines Treuhandfonds in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar.

Obama hatte am Samstag dem britischen Premierminister David Cameron in einem Telefongespräch gesagt, er habe kein Interesse daran, den Wert des Ölkonzerns BP zu untergraben. Nach Angaben einer Sprecherin des Premierministers sagte Obama zudem, dass Frustrationen über die Ölpest im Golf von Mexiko nichts mit der nationalen Identität zu tun hätten.

Obama reagierte damit auf die Empörung in der britischen Industrie über die aggressive Rhetorik der amerikanischen Regierung gegenüber dem britischen Ölkonzern. Cameron war damit unter Druck geraten, sich öffentlich hinter BP zu stellen. Obama und Cameron bemühten sich in dem Gespräch offenbar, die Wogen zu glätten. Cameron habe seine Trauer über die andauernde menschliche und wirtschaftliche Katastrophe in Louisiana ausgedrückt, hieß es.

Obama und Cameron stimmten nach Darstellung beider Seiten überein, dass BP schnellstmöglich alle vernünftigen Schritte zur Eindämmung der Ölkatastrophe unternehmen müsse. Die unterschiedlichen Haltungen beider Regierungen gegenüber dem Konzern zeigen sich allerdings darin, dass nur die britische Seite darauf verwies, dass BP dies zugesichert habe. Nach Angaben eines Obama-Sprechers sagte der Präsident, die Regierung werde darauf bestehen, dass BP für die Aufräumarbeiten, den Umweltschaden und für die Zehntausende Schadensersatzansprüche bezahle.

Die amerikanische Regierung forderte den BP-Konzern derweil auf, umgehend einen besseren Plan vorzulegen, um das ausströmende Öl aufzufangen. Obama will am morgigen Dienstag wegen der Umweltkatastrophe eine Rede an die Nation halten.

Die amerikanische Küstenwache, die die Arbeiten von BP überwacht, dringt darauf, dass das Unternehmen mehr Auffang- und Verarbeitungskapazitäten bereitstellt, um für Ausfälle und besondere Vorkommnisse gewappnet zu sein. BP will nach dem bisherigen Plan bis Mitte Juli die Kapazität in zwei Schritten auf 40000 bis 50000 Barrel - ein Barrel entspricht 159 Litern - am Tag erhöhen. Zuletzt hatte das Unternehmen etwa 15000 Barrel abgeschöpft, deutlich weniger als die nach jüngsten Schätzungen 20000 bis 40000 Barrel Öl, die jeden Tag ins Meer strömen. Diese Schätzungen berücksichtigen nicht, dass sich als Folge der aktuellen Arbeiten in der Tiefsee der Ausstoß noch erhöht hat.

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