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Öl vor der Küste : Brasilien lässt Tiefsee-Ölfeld ausbeuten

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Die Förderung des Öls unter einer dicken Salzschicht auf einer Illustration der brasilianischen Ölkonzern Petrobras. Bild: dpa

Vor der brasilianischen Küste lagert unter einer dicken Salz- und Gesteinsschicht Öl unter dem Meeresboden. Nun hat das Land erstmals Förderrechte dafür versteigert. Dagegen regt sich Protest.

          Unternehmen aus Europa und China sollen dem brasilianischen Ölkonzern Petrobras bei der Ausbeutung gigantischer Ölvorkommen vor der Küste des südamerikanischen Landes helfen. Das britisch-niederländische Unternehmen Shell, der französische Konzern Total sowie zwei chinesische Firmen erhielten den Zuschlag, wie das Energieministerium am Montag mitteilte. Demonstranten protestierten gegen den „Ausverkauf“ des Erdöls; bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden fünf Menschen verletzt.

          An dem Konsortium zur Förderung der Ölvorkommen im Feld Libra im Atlantik wird der halbstaatliche Konzern Petrobras mit 40 Prozent beteiligt sein, wie das Energieministerium mitteilte. Jeweils 20 Prozent an der 35-jährigen Konzession entfallen demnach auf Shell und Total. Die chinesischen Firmen CNOOC und CNPC sollen Anteile von jeweils zehn Prozent erhalten.

          Das geförderte Öl geht zu knapp 42 Prozent an den Staat. Mit der Entscheidung und der zu erwartenden Produktion werde der Staat durch die Gebühren, den Bonus und seinen Öl-Anteil in den nächsten 35 Jahren Einnahmen von über einer Billion Reais (ca. 336 Mrd Euro nach aktuellem Kurs) haben, prognostizierte Staatschefin Dilma Rousseff in einer TV-Ansprache nach der Auktion

          Das Konsortium war bei der Versteigerung der einzige von zehn Bietern, der dem brasilianischen Staat diesen Anteil zugestand. Das riesige Ölfeld Libra soll geschätzte zwölf Milliarden Barrel Erdöl enthalten. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

          Protest gegen die Versteigerung
          Protest gegen die Versteigerung : Bild: dpa

          Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff wertete den Ausgang der Auktion über die Förderkonzessionen als „Erfolg“. Die Vergabe der Förderkonzessionen war in Brasilien hoch umstritten. Vor dem Hotel in Rio de Janeiro, in dem die Versteigerung stattfand, demonstrierten etwa 200 Menschen - zum Teil gewaltsam. Rund 1000 Polizisten feuerten Tränengas und Gummigeschosse ab. Gewerkschaften kritisieren, die Versteigerung der Förderrechte komme einem Verkauf staatlichen Tafelsilbers gleich. Beschäftigte von Petrobras waren vergangene Woche in einen unbefristeten Streik getreten.

          Unternehmen aus den USA beteiligten sich nicht an der Versteigerung der Förderlizenzen. Sie waren zurückgeschreckt, weil sie mögliche Eingriffe des Staates fürchten. Der spanische Konzern Repsol war kurz vor der Entscheidung aus dem Rennen gegangen. Mit ihren Geboten unterlagen auch Petronas aus Malaysia, Petrogal aus Portugal, Mitsui aus Japan, Ecopetrol aus Kolumbien und ONGC Videsh aus Indien.

          Der Staat hatte in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet, dass dafür sorgen soll, dass Einnahmen aus der Ölförderung in das Gesundheits- und Erziehungssystem fließen. Finanzmarktanalysten gehen davon aus, dass die Ausbeutung der gigantischen Ölreserven Brasilien einen massiven Beschäftigungsschub geben und die Wirtschaftsleitung des Landes deutlich erhöhen wird.

          Insgesamt verfügt Brasilien über 15,3 Milliarden Barrel Ölvorräte, die bislang bestätigt wurden. Das Land ist bereits jetzt der zweitgrößte Erdölproduzent in Lateinamerika nach Venezuela.

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