http://www.faz.net/-gqe-77v7g
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 22.03.2013, 14:04 Uhr

Obergrenze für Datentarife Telekom erwägt Drosselung des Datenvolumens im Festnetz

Immer mehr Menschen nutzen das Internet auch zum Fernsehen. Auf sie könnte eine unangenehme Überraschung zukommen: Die Telekom denkt darüber nach auch im Festnetz die Surf-Geschwindigkeit ab einer bestimmten Datenmenge zu drosseln.

© dpa Hochauflösende Youtube-Videos, Dateiensammlungen in der Cloud: Immer mehr Daten werden durch die Netze transportiert. Die Telekom erwägt nun eine Drosselung

Der Konzern verweist als Grund auf die sinkenden Preise, während viel Geld für den Netzausbau gebraucht werde. „Eine Lösung wäre tatsächlich, das in den Tarifen enthaltene Datenvolumen zu begrenzen“, hieß es in einem Blogeintrag der Telekom am Freitag.

„Braucht ein Kunde mehr Highspeed-Volumen, könnte er - wie im Mobilfunk auch - weitere Kapazitäten hinzubuchen“, erläuterte die Telekom. Der Vorteil daran wäre, dass nur die Kunden mehr zahlen müssten, die tatsächlich mehr Volumen beanspruchten, argumentiert sie. Zugleich hieß es ausdrücklich: „Bisher gibt es keine neuen Tarife.“ Man werde informieren, wenn sich daran etwas ändere.

Inklusiv-Volumen von 75 Gigabyte

Der Podcast „Fanboys“ hatte unter Hinweis auf Informationen aus der Telekom berichtet, die Datenobergrenzen sollten wohl zum 2. Mai eingeführt werden. Demnach sei für „Call & Surf“-Tarife und auch das Multimedia-Angebot „Entertain“ mit DSL ein Inklusiv-Volumen von 75 Gigabyte vorgesehen. Im schnelleren VDSL-Netz erhöhe sich die Obergrenze auf 200 Gigabyte und bei Glasfaser-Anschlüssen auf 300 bzw. 400 Gigabyte. Danach werde die Geschwindigkeit - wie schon bei Mobilfunk-Tarifen - auf 384 Kilobit pro Sekunde gekappt.

Mehr zum Thema

Das Inklusiv-Volumen dürfte für die meisten Nutzer ausreichen. Wer jedoch über den Internet-Anschluss fernsieht oder Film-Dienste nutzt, könnte zumindest bei 75 Gigabyte relativ schnell an die Grenzen stoßen. Allerdings werden derzeit im Mobilfunk eigene Angebote der Telekom oder Services von Partnern wie der Musikdienst Spotify in einigen Tarifen nicht auf das Daten-Kontingent aufgerechnet.

Voraussichtlich kein Alleingang

Es ist davon auszugehen, dass die Telekom die Einführung von Daten-Obergrenzen nicht im Alleingang wagt. Auch andere Telekommunikations-Anbieter beschweren sich schon lange über die ihrer Meinung nach zu harte Regulierung, die Preise niedrig halte. Zugleich müssen nach ihrer Aussage in den kommenden Jahren dutzende Milliarden Euro in den Ausbau der Netze gesteckt werden.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Facebook Personalisierte Werbung auch für Nicht-Mitglieder

Werbekunden zahlen umso mehr, je besser sie Zugang zu ihrer Kundschaft bekommen. Facebook möchte das künftig auch für Menschen anwenden, die nicht in dem Netzwerk sind. Mehr

27.05.2016, 09:35 Uhr | Wirtschaft
Fernsehtrailer Der Bankraub

Der Bankraub läuft um 20.15 Uhr im ZDF, im Anschluss folgt Der Bankraub - Die Dokumentation. Mehr

09.05.2016, 18:59 Uhr | Feuilleton
Schnelles Internet Telekom-Chef schimpft mit der Konkurrenz

Die Deutsche Telekom will mit der sogenannten Vectoring-Technologie Millionen Menschen ans schnelle Internet anschließen. Wir bauen aus, während andere nur jammern, sagt ihr Chef. Mehr

25.05.2016, 16:03 Uhr | Wirtschaft
Kontrolle in Amerika Junge Frau rammt Polizeiauto und flieht

Die Polizei im amerikanischen Milwaukee hat eine junge Frau wegen erhöhter Geschwindigkeit kontrolliert, und dabei festgestellt, dass sie ohne gültigen Führerschein und Versicherung unterwegs war. Dabei verlor die Frau die Nerven, rammte das Polizeiauto und raste davon. Mehr

25.05.2016, 12:37 Uhr | Gesellschaft
Konjunktur Neue Zweifel an Chinas Wachstum

War die Erholung im März nur ein Intermezzo? So scheint es, wenn man sich neueste Daten der chinesischen Wirtschaft ansieht. Jetzt herrscht Furcht, dass die Banken Angaben über faule Kredite verschleiern könnten. Mehr

16.05.2016, 11:00 Uhr | Wirtschaft

Mahnung aus Fernost

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Alle Teilnehmer des G-7-Gipfels sind gegen den Brexit. Nur Russland und seine antieuropäischen Anhänger befürworten einen Abschied der Briten. Das sollte zu denken geben. Mehr 0


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 76

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden