04.10.2006 · Scania bewertet seine Zukunftsaussichten nach dem Einstieg von VW bei MAN neu. Die Wolfsburger haben 15 Prozent am Nutzfahrzeughersteller MAN übernommen. Das wirft ein neues Licht auf das MAN-Gebot für Scania.
Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania bewertet seine Zukunftsaussichten nach dem Einstieg von VW bei MAN neu. Es sei jedoch zu früh, um abzusehen, welche Konsequenzen die neue Situation haben werde, teilte Scania am Mittwoch mit. „Wir haben zur Kenntnis genommen, daß VW Aktien von MAN gekauft hat“, sagte eine Scania-Sprecherin. „Ich kann nicht beurteilen, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, aber die Situation hat sich dadurch natürlich verändert.“
Volkswagen hatte sich zuvor mit gut 15 Prozent an MAN beteiligt und strebt eine Dreier-Allianz seines Geschäfts mit schweren Nutzfahrzeugen in Brasilien mit Scania und MAN an. Eine vollständige Übernahme von MAN sei nicht geplant, teilte VW mit. Die Wolfsburger sind nun sowohl bei Scania als auch bei MAN Großaktionär. Ein knapp 10 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot von MAN für Scania hatte VW zusammen mit dem zweitgrößten Scania-Anteilseigner Investor unlängst zurückgewiesen.
VW will keine feindliche Übernahme
Der Einstieg bei MAN wird von VW als Schritt zu einer „freundlichen und gemeinsam erarbeiteten Lösung zur Erreichung maximaler Synergien“begründet. Hintergrund ist laut VW eine befürchtete feindliche Übernahme von MAN durch unbekannte Investoren.„Das Vorgehen von Volkswagen ist in keinerlei Hinsicht als unfreundlich beabsichtigt“, heißt es ausdrücklich. „Angesichts von Hinweisen im Markt auf einen unfreundlichen Übernahmeversuch durch Dritte ist diese Beteiligung an MAN zur Sicherung der Interessen von Volkswagen erforderlich.“ Grundsätzlich gibt es nach Ansicht der Wolfsburger zwischen MAN und Scania aber hohe Synergiepotentiale.
„Um solche Synergien zügig realisieren zu können, ist es jedoch notwendig, daß die beiden Managementteams in einem kooperativen Umfeld zusammenarbeiten. Jede feindliche Übernahme ist nach unserer Meinung dafür nicht förderlich“, wurden Aussagen des VW-Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder aus der vergangenen Woche bekräftigt.
MAN begrüßt den Einstieg von Volkswagen
Abermals wurde auch eine Integration des brasilianischen VW-Nutzfahrzeuggeschäfts ins Spiel gebracht. Zusätzlich könnte sich der Volkswagen-Konzern weiteres Umsatzpotential aus einer Vertriebskooperation zwischen seinem leichten Nutzfahrzeuggeschäft und den Unternehmen MAN und Scania erschließen, hieß es.
MAN sieht den Einstieg von Volkswagen als Rückenwind für die Übernahme von Scania. „MAN begrüßt Volkswagen als strategischen Aktionär und wertet dies als einen positiven Schritt im Zusammenhang mit dem Angebot für Scania“, teilte der Konzern am Mittwoch in München mit.
Die Gerüchteküche brodelt
VW-Sprecherin Christine Ritz wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob die Aktien von einem Großaktionär oder am Markt gekauft wurden. Auch die Frage nach möglichen weiteren Anteilskäufen ließ sie unkommentiert. Sie verwies auf eine für den kommenden Montag geplante Telefonkonferenz.
Am Vormittag kursierten an der Börse noch Gerüchte über ein gemeinsames Gegengebot des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania und dessen Großaktionär Volkswagen für den Münchener Lkw-Hersteller MAN. Börsianer sagten, am Markt gebe es Spekulationen, daß Scania und VW gemeinsam 81 Euro je MAN-Aktie bieten könnten.
VW bevorzugt Dreier-Allianz
Die MAN-Aktie hatte infolge der Gerüchte am Dienstag mit 74 Euro knapp sechs Prozent fester geschlossen. Bis Mittwoch mittag gab die MAN-Aktie um fast neun Prozent auf 67,50 Euro nach.
MAN bemüht sich mit einer 9,6 Milliarden Euro schweren Offerte um Scania, ist damit aber auf den Widerstand von VW gestoßen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder würde eine Allianz des eigenen Nutzfahrzeug-Geschäfts in Südamerika mit MAN und Scania bevorzugen. Die Wolfsburger sind mit 34 Prozent der Stimmrechte der größte Aktionär des schwedischen Unternehmens.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.738,47 | +0,68% |
| FAZ-INDEX | 1.504,02 | +0,59% |
| TecDAX | 775,33 | +0,71% |
| MDAX | 10.290,00 | +0,40% |
| SDAX | 5.011,74 | +0,53% |
| REX | 421,76 | +0,17% |
| Eurostoxx 50 | 2.491,54 | +0,43% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,48 | +0,59% |
| Dow Jones | 12.874,00 | +0,57% |
| Nasdaq 100 | 2.569,49 | +0,87% |
| S&P500 | 1.351,77 | +0,68% |
| Nikkei225 | 8.999,18 | +0,58% |
| EUR/USD | 1,3156 | −0,11% |
| Rohöl Brent Crude | 117,30 $ | −0,42% |
| Gold | 1.727,00 $ | +0,91% |
| Bund Future | 138,32 € | −0,22% |