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Nutzfahrzeuge Scania lehnt MAN-Offerte ab

23.11.2006 ·  Das Management von Scania wird nach Informationen der F.A.Z. das Übernahmeangebot von MAN ablehnen. Der Preis ist ihnen zu niedrig, und die strategischen Perspektiven der Allianz gelten bei Scania als unzureichend.

Von Henning Peitsmeier
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Das Management des schwedischen Lastwagenherstellers Scania lehnt das Übernahmeangebot von MAN ab. Das wird Scania-Chef Leif Östling am Freitag offiziell begründen. Nach Informationen der F.A.Z. übt Östling nicht nur heftige Kritik am zu niedrigen Preis, er bewertet auch die zu erzielenden Synergien und die strategischen Perspektiven der Allianz als unzureichend. Bei MAN wurde eine Stellungnahme dazu am Donnerstag abgelehnt.

Der MAN-Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson hatte vergangene Woche sein offizielles Angebot für Scania veröffentlicht und war dabei Forderungen schwedischer Investoren nach einer Aufbesserung der Offerte nicht nachgekommen. Das Angebot bewertet Scania unverändert mit 10,3 Milliarden Euro.

Schwedischen Firmensitz aufgewertet

Gegenüber der F.A.Z. hatte Samuelsson aber die künftige Rolle von Scania im Fusionskonzern gestärkt, indem er den schwedischen Firmensitz aufgewertet wissen will: „Södertälje bleibt natürlich der Hauptsitz von Scania“, hatte Samuelsson gesagt und hinzugefügt: „Wir können uns vorstellen, daß wichtige Funktionen der Zentrale ebenfalls dort angesiedelt werden.“

Bis nach Södertälje ist dies nur nicht vorgedrungen. Dort hieß es am Donnerstag, daß zwischen Östling und Samuelsson Funkstille herrsche. Samuelsson wendete sich aber an die Scania-Mitarbeiter, indem er deren Befürchtungen über einen möglichen Stellenabbau abermals entkräftete.

Abhängig von der Haltung des Großaktionärs VW

„Es wird keinen Verlust an Produktions-Arbeitsplätzen als Ergebnis dieser Kombination geben“, erklärte der MAN-Chef in München. Damit reagierte er auf Äußerungen von Scania-Betriebsratschef Kjell Wallin, der sich massiv gegen eine Übernahme des schwedischen Lastwagenherstellers durch MAN ausgesprochen hatte. Die Arbeitnehmervertreter beider Unternehmen wollen nun aufeinander zugehen. Voraussichtlich am 1. Dezember will sich der Vorsitzende des MAN-Konzernbetriebsrates, Lothar Pohlmann, in Begleitung von deutschen Gewerkschaftsvertretern mit Gewerkschaft und Betriebsrat des schwedischen Konzerns treffen.

Ob der geplante Zusammenschluß von MAN und Scania tatsächlich zustande kommt, hängt am Ende auch von der Haltung des Großaktionärs Volkswagen ab, der sowohl an Scania als auch an MAN beteiligt ist. Der VW-Aufsichtsrat hat den Münchnern die Unterstützung im Übernahmekampf zugesichert, drängte zuletzt aber beide Seiten auf Fortschritte bei den Verhandlungen.

Beobachter gehen daher davon aus, daß es nach der offiziellen Ablehnung von Seiten der Schweden schon sehr bald zu neuen Gesprächen kommen kann – und dann auch unter der Regie der beiden Vorstandsvorsitzenden Samuelsson und Östling.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent in München.

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