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Nutzfahrzeuge MAN zieht Offerte für Scania zurück

09.10.2006 ·  Der Weg für das Bündnis ist frei: Nach F.A.Z.-Informationen wird MAN seine Offerte zurückziehen, so daß nun eine einvernehmliche Lösung im Ringen um ein Lastwagenbündnis mit Scania und VW gefunden werden kann. Die Schweden beraten allerdings über ein Gegenangebot.

Von Johannes Ritter, Hamburg
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MAN wird sein Angebot zur Übernahme des schwedischen Lastwagenherstellers Scania kurzfristig zurückziehen. Dies erfuhr diese Zeitung aus gut informierten Kreisen. Ein MAN-Sprecher wollte diese Information auf Anfrage nicht kommentieren. Mit dem Rückzug der Offerte, die von Scania als feindlich eingestuft wurde, macht MAN den Weg frei für eine einvernehmliche Lösung im Ringen um ein Lastwagenbündnis mit Scania und VW. Zugleich erfüllen die Münchner eine Forderung von VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder.

Unterdessen hat der Scania-Verwaltungsrat (Board of Directors) seine ablehnende Haltung gegenüber einem Schulterschluß mit MAN aufgeweicht. Nach Informationen dieser Zeitung ist der Verwaltungsrat in der Sitzung am Sonntag grundsätzlich übereingekommen, offen mit MAN und VW über ein Bündnis zu diskutieren.

Zuvor hatte der Verwaltungsrat nach F.A.Z.-Informationen allerdings auch darüber diskutiert, ein Gegenangebot für MAN abzugeben. Dem Vernehmen nach gab es insbesondere unter den kleineren Scania-Aktionären Befürworter einer Gegenofferte, die von Banken detailliert durchgerechnet worden ist. Die Minderheitsaktionäre waren allerdings nicht in der Lage, sich gegen die Interessen des Großaktionärs Volkswagen durchzusetzen.

Pischetsrieder gegen Abgabe eines Gegenangebots

VW hält 34 Prozent der Scania-Stimmrechte und ist seit Mitte vergangener Woche mit einem Anteil von 15 Prozent der größte MAN-Aktionär. Pischetsrieder, der dem Scania-Verwaltungsrat vorsitzt, hat sich gegen die Abgabe eines Gegenangebots ausgesprochen.

Unterdessen hat MAN-Betriebsratschef Lothar Pohl vor einer möglichen Zerschlagung des Konzerns gewarnt. Dabei griff er Spekulationen auf, nach denen VW auf eine Ausgliederung der Nutzfahrzeuggeschäfts aus dem MAN-Konzern dringe, um diese Sparte anschließend mit Scania und dem VW-Schwertransportergeschäft in Brasilien zu fusionieren. Tatsächlich scheint Pischetsrieder entsprechende Überlegungen zu haben. Sie sind aber nicht in Stein gemeißelt: Ein Kompromiß könnte am Ende auch in eine andere Richtung führen, heißt es. In Projektteams will Pischetsrieder ausloten lassen, wo und wie die Hersteller am besten zusammenarbeiten könnten.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Jahrgang 1964, Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

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