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Nutzfahrzeuge MAN und VW machen möglicherweise gemeinsame Sache

13.10.2006 ·  Mehr und mehr Spekulationen deuten auf ein gemeinsames Vorgehen von MAN und VW bei der Scania-Übernahme hin. Die Hinweise, daß der Zukauf von Scania-Aktien durch MAN mit VW abgesprochen gewesen sei, verdichten sich.

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Im Ringen um die Scania-Übernahme verdichten sich Hinweise auf ein gemeinsames Vorgehen von Volkswagen und MAN. In Aufsichtsratskreisen hieß es am Freitag, derzeit gehe die Richtung dahin, daß der schwedische Lastwagenhersteller vom dem Münchner Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN übernommen werde, mit Zustimmung von Volkswagen. Entweder passiere dies freundschaftlich oder feindlich.

Auch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Freitag unter Berufung auf Branchenkreise, VW-Chef Bernd Pischetsrieder und MAN- Chef Hakan Samuelsson seien sich nun einig. „Im Grundsatz ist der Weg bereitet“, zitierte die Zeitung aus den Kreisen. VW wolle das eigene Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien in die Allianz von MAN und Scania einbringen und dann eine führende Rolle in der neuen Allianz spielen.

Sondersitzung des VW-Aufsichtsrates

Am Vortag hatte MAN den Druck auf Scania mit der Aufstockung seines Stimmrechtsanteils auf 14,27 Prozent und der Anhebung des Angebots für die Schweden auf nunmehr über 10 Milliarden Euro erhöht. Sowohl Scania selbst als auch der zweitgrößte Aktionär Investor AB hatten darauf mit scharfer Ablehnung reagiert. VW hält als größter Scania-Aktionär 34 Prozent der Stimmrechte an Scania, Investor kommt auf 19,3 Prozent der Stimmrechte.

Klarheit über die künftigen Pläne von VW wird von einer für diesen Sonntag geplanten Sondersitzung des VW-Aufsichtsrates erwartet. Am gleichen Tag will auch das Kontrollgremium von Scania zusammenkommen. Die Sitzung sei aber routinemäßig, da ursprünglich für Montag (16. Oktober) die Veröffentlichung der Quartalszahlen geplant gewesen sei, hieß es. Scania hatte die Eckdaten allerdings schon am Donnerstag vorgelegt.

Spekulationen über Absprachen zwischen MAN und VW

Bereits am Donnerstag hatte es Spekulationen gegeben, wonach der Zukauf von Scania-Aktien durch MAN mit VW abgesprochen gewesen sei. VW und MAN wollten gemeinsam die Mehrheit an Scania übernehmen, hatte es geheißen. In einem Bericht der „Financial Times“ hieß es am Freitag, VW wolle MAN nicht die Kontrolle in einer künftigen Nutzfahrzeug-Allianz überlassen. „VW will das gesamte Lastwagen- Geschäft selbst kontrollieren, auch wenn das einige Zeit in Anspruch nehmen könnte“, wurde eine mit den Verhandlungen vertraute Person zitiert.

Die „Financial Times Deutschland“ brachte unterdessen auch ein Bündnis zwischen VW und Scania und ein mögliches Gegenangebot für MAN ins Spiel. In Branchenkreisen gilt dies allerdings als wenig wahrscheinlich. Schon in den Jahren seit dem Einstieg bei Scania habe VW die Integration seines brasilianischen Lkw-Geschäfts nicht durchsetzen können, hieß es. Dies zeige, daß es mit dem Verhältnis zwischen Scania und seinem größten Aktionär nicht zum Besten bestellt sei. Zudem dürfte die Zerschlagung eines deutschen Konzerns durch ein anderes deutsches Großunternehmen für politischen Streit zwischen Bayern und Niedersachsen führen. Der Versicherungskonzern

AXA senkt MAN-Anteil

AXA senkte unterdessen seinen Anteil an MAN unter fünf Prozent. Wie aus einer am Freitag in der „Börsen- Zeitung“ veröffentlichten Finanzanzeige hervorgeht, betrug der Stimmrechtsanteil am 29. September noch 3,24 Prozent. AXA war früher über verschiedene Versicherungs- und Fondstöchter mit 10,09 Prozent größter MAN-Aktionär. Aus Branchenkreisen hieß es, das Aktienpaket sei an Volkswagen gegangen. Der Autobauer hatte Anfang Oktober mitgeteilt, 15,06 Prozent an MAN übernommen zu haben.

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