http://www.faz.net/-gqe-79tdh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 09.06.2013, 12:16 Uhr

Nicolas Berggruen Karstadt-Anteile liegen offenbar in Fonds auf den Virgin Islands

Karstadt-Eigentümer Nicolas Bergguen hat offenbar seine Anteile in einem Fonds auf den Virgin Islands, der gemeinnützig sein soll. Gleichzeitig wird bekannt, dass Karstadt-Chef Andrew Jennings geht.

© dpa Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen

Der Warenhauskonzern Karstadt soll nach Informationen der „Bild am Sonntag“ (BamS) über mehrere Zwischenfirmen einem Nicolas Berggruen Charitable Trust auf den British Virgin Islands gehören. Die Zeitung beruft sich auf ihr vorliegende Dokumente der US-Börsenaufsicht SEC. Der Trust halte „die Aktienbeteiligungen der Berggruen Holdings und soll gemeinnützige Aktivitäten unterstützen“, zitiert die BamS aus dem SEC-Papier.

Die Geschäftsanschrift des Trusts sei ein Briefkasten vor einem Holzhaus am Pelican Drive in Road Town auf der Insel Tortola. Laut „BamS“ bleiben im Ausland erwirtschaftete Erträge auf der Insel steuerfrei. Ein Berggruen-Sprecher war am Sonntag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Eine Berggruen-Sprecherin sagte der „BamS“ zum Verdacht der Steuervermeidung: „Alle Unternehmen zahlen dort Steuern, wo sie beheimatet sind. Nicolas Berggruen profitiert in keiner Weise vom Nicolas Berggruen Charitable Trust. Dieser wird das Vermögen noch zu Lebzeiten Nicolas Berggruens vollständig gemeinnützigen Zwecken spenden.“

In die karibische Steueroase fließen nach Informationen der „BamS“ auch Gelder, die Berggruen Jahr für Jahr bekommt, weil er die Namensrechte an Karstadt erworben hat. Berggruen lege Wert darauf, dass nicht er persönlich das Geld erhält, sondern die Holding. Die residiert laut „BamS“ auch auf den British Virgin Islands.

Mehr zum Thema

Kritik kam von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Gewerkschaftssprecher Christoph Schmitz sagte der Zeitung: „Berggruen zieht jedes Jahr Millionen bei Karstadt ab, anstatt endlich in das Unternehmen zu investieren. Er muss offenlegen, wie die Finanzströme zwischen Karstadt und seiner Stiftung laufen.“

Karstadt selbst braucht einen neuen Chef. Der seit Anfang 2011 amtierende Karstadt-Chef Andrew Jennings werde seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag nicht verlängern, teilte der Konzern am Sonntag mit. Jennings werde aber bei der Nachfolgesuche mitwirken und bei Karstadt involviert bleiben.

Berlin muss aufpassen

Von Manfred Schäfers

Deutschland hat im Herzen Europas als Standort viel zu bieten. Trotzdem muss Berlin aufpassen, dass in der Steuerpolitik aus Stillstand nicht Rückschritt wird. Mehr 1

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden
Zur Homepage