05.05.2009 · Der deutsche Automarkt hat im April kräftig angezogen. Mit fast 380.000 Neuzulassungen wurde der Wert des Vorjahresmonats um 19,4 Prozent übertroffen. Die deutschen Hersteller leiden trotzdem: Denn die Preise fallen und die Käufer wollen vor allem Kleinwagen aus Japan.
Von Christoph RuhkampDie Abwrackprämie sorgt dafür, dass die Deutschen vermehrt billigere Autos kaufen. Im ersten Quartal dieses Jahres ist der Durchschnittspreis der hierzulande verkauften Neuwagen um 13 Prozent auf rund 21.600 Euro gefallen. Das ist das niedrigste Niveau seit 2001, wie aus einer Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg hervorgeht. Nicht berücksichtigt sind in diesem Durchschnittspreis die Rabatte und die Abwrackprämie von 2500 Euro je Auto. Werden diese Preisvorteile mit einbezogen, liegt der Durchschnittspreis sogar auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Damals, im Jahr 1995, wurden für einen Neuwagen im Schnitt 17.850 Euro einschließlich Mehrwertsteuer gezahlt.
Gleichzeitig hat der deutsche Automarkt hat im April weiter kräftig angezogen. Mit fast 380.000 Neuzulassungen wurde der Wert des Vorjahresmonats um 19,4 Prozent übertroffen, wie der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Dienstag mitteilte. Aufgrund der hohen Zuwächse im Kleinwagenberich ist das für die deutschen Hersteller aber nicht unbedingt nur eine gute Nachricht.
Der Ansturm lässt nach
Denn nach Einschätzung des CAR-Instituts trifft der Trend zu billigeren Autos vor allem die deutschen Hersteller teurerer Autos wie Audi, BMW, Daimler und Porsche. Auch die hiesigen Zulieferer seien über teurere Autoteile wie etwa elektronische Fahrerassistenzsysteme besonders stark betroffen. Die deutschen Autohersteller müssten sich darauf einstellen, dass die Zeiten der immer stärker steigenden Autopreise vorbei seien.
Unterdessen schwächt sich auch die Wirkung der Abwrackprämie als Kaufanreiz ab. Nach dem starken Ansturm auf die Autosalons im März und April stagniert die Zahl der Anträge auf Abwrackprämie bei dem dafür zuständigen Bundesamt für Wirtschaft bei 1,4 Millionen. Damit können bis Jahresende noch 600.000 Anträge bedient werden, bevor der Fördertopf von 5 Milliarden Euro geleert ist. Während im März täglich mehr als 20.000 Anträge eingereicht wurden, waren es im April nur noch gut 10.000 täglich.
Preisnachlässe von knapp einem Drittel
Nach einer Untersuchung des CAR-Instituts steigt deshalb die Zahl der zusätzlich zur Abwrackprämie gestarteten Rabattaktionen der Autoindustrie. So sei im April ein Rekordwert von 340 Verkaufsförderprogrammen der Hersteller recherchiert worden. Gegenüber dem Vormonat seien rund 20 Aktionen hinzugekommen. Zu den Kaufanreizen zählen Barrabatte, Gebrauchtwagenüberzahlungen und Sonderfinanzierungen. Offenbar habe das nachlassende Interesse an der Abwrackprämie den Rabattwettbewerb unter den Herstellern nochmals verstärkt. Erstmals seien Preisnachlässe von knapp einem Drittel zu beobachten. Spitzenreiter sei hier Citroën.
Die Abwrackprämie hilft indes vielen ausländischen Herstellern. Der japanische Autobauer Toyota etwa ist nach einem schlechten Jahr 2008 auch wegen der Abwrackprämie wieder auf Kurs: Im ersten Quartal 2009 wuchs die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland um 43 Prozent auf 37.870 Fahrzeuge, teilte der Konzern mit. Die gesamte Branche dagegen kam auf ein Plus von 18 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |