Die Schweizer UBS stellt die Entlohnung ihrer Spitzenmanager auf eine neue Grundlage. Als erste der internationalen Großbanken führt sie ein sogenanntes Bonus-Malus-System ein. Das bedeutet, dass schlechte Geschäftsergebnisse zur Verringerung früher gezahlter Boni führen. Verwaltungsratspräsident Peter Kurer sagte auf der außerordentlichen Generalversammlung der UBS, wo er das neue Modell den Aktionären vorstellte, dass die gesamte Finanzbranche diesen Grundsätzen folgen werde.
Für die UBS bedeuten die Grundsätze, dass die variable Barkomponente für die Manager höchstens zu einem Drittel sofort ausbezahlt wird. Zwei Drittel gehen auf ein Sperrkonto. Bei "negativen Ereignissen" im Folgejahr vermindert sich die spätere Auszahlung. Aktien als weiterer Teil der variablen Vergütung werden erst nach drei Jahren zugeteilt. Im Gegensatz zu der Barkomponente verfallen sie, wenn ein Manager in dieser Zeit die Bank verlässt. Nach den drei Jahren müssen die Aktien weitere zwei Jahre gehalten werden.
Stärkeres Interesse am langfristigen Geschäftserfolg
Die UBS will damit das Interesse ihrer Führungskräfte am langfristigen Geschäftserfolg stärken. Das neue System gilt zunächst für die Konzernleitung, soll aber auf andere Führungskräfte übertragen werden. Der Verwaltungsratspräsident erhält künftig nur ein Festgehalt. Eine weitere Änderung besteht darin, dass die Aktionäre erstmals 2009 über die Gehaltsstruktur der UBS in einer Konsultativabstimmung befinden dürfen.
Die Vergütungsregeln der UBS könnten nach Ansicht von Fachleuten auch zum Vorbild für deutsche Banken werden. Viele deutsche Institute arbeiteten mit Hochdruck daran, ihre Systeme zu überarbeiten, sagte Michael Kramarsch, Deutschlandchef des Beratungsunternehmens Towers Perrin, das an den UBS-Regeln mitgewirkt hat. Auch in der Deutschen Bank denkt man über neue Vergütungssysteme nach. Die Vergütungssysteme seien oft zu kurzfristig orientiert, dabei zu stark an die Erträge und nicht an den Gewinn gebunden, sagte der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann unlängst. Die Deutsche Bank setze für ihre "Top-Leute" schon seit Jahren keine Optionen mehr ein, und Vergütungen in Aktien müssten mehrere Jahre gehalten werden. "Zusätzlich denken wir über ein mehrjähriges Bonus-Malus-System nach", sagte Ackermann weiter. Die Commerzbank erklärte, man überprüfe derzeit die Vergütungssysteme auch mit Blick auf ihre Anreizstruktur.
Na also,
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 27.11.2008, 20:12 Uhr
