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Volkswagen : Diess will mehr Synergie

Mehr Rendite soll es sein: VW-Chef Herbert Diess. Bild: dpa

Der neue VW-Chef kann ein Umsatzplus verkünden. Doch das reicht nicht, sagt Herbert Diess. Auf einen Punkt legt er dabei besonderes Augenmerk.

          Der neue Vorstandschef von Volkswagen, Herbert Diess, hat sein Ziel bekräftigt, die Rentabilität des Unternehmens deutlich zu erhöhen. VW bereite sich mit seiner noch vom früheren Konzernchef Matthias Müller entwickelten Strategie 2025 auf die neue Ära der Automobilbranche vor, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für das erste Quartal 2018. „Dafür ist es wichtig, die Synergiepotenziale im Konzern noch besser zu nutzen als bisher.“

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Der Aufsichtsrat von Volkswagen hatte Müller Mitte April überraschend durch Diess ersetzt und will die verschiedenen Konzernmarken künftig in die Segmente Massenmarkt mit VW, Skoda, Seat, Premium mit Audi und Luxus mit Porsche und Bentley bündeln. Diess will mit diesem Schritt erreichen, dass der Konzern wendiger wird und Doppelarbeiten vermieden werden. Es wird erwartet, dass sich das schon in wenigen Jahren spürbar beim Gewinn bemerkbar machen wird.

          „Nach der sehr erfolgreichen ersten Phase geht es darum, diesen Kurs kraftvoll und fokussiert fortzusetzen – denn auch das Veränderungstempo in unserer Industrie nimmt weiter zu“, sagte Diess. Sein Ziel sei es, den Wolfsburger Konzern „in Sachen Ertragsstärke, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zu einem führenden Unternehmen“ der Autobranche zu machen. Das Quartalsergebnis belege, dass VW auf dem richtigen Weg sei.

          Neuer Konzernchef bei VW : Schlankere Strukturen, aber wenig Veränderung

          In den ersten drei Monaten dieses Jahres lieferte Volkswagen fast 2,7 Millionen Autos aus, 7,4 Prozent mehr als im ersten Quartal 2017. Die Umsatzerlöse stiegen damit um 3,6 Prozent auf 58,2 Milliarden Euro. Hohe Kosten für Modellanläufe und mehrere Sondereffekte bremsten den guten Jahresbeginn allerdings. So schrumpfte das operative Ergebnis um 3,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro – auch weil eine neue Rechnungslegung die Bilanz schmälerte. Ohne diesen Effekt lag das bereinigte Ergebnis leicht über dem Vorjahr.

          Ausblick bekräftigt

          Trotz des Dämpfers beim Gewinn bekräftigte Diess den Ausblick für das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz um bis zu fünf Prozent steigen und die operative Rendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Im ersten Quartal lag sie bei 7,2 Prozent, im Vorjahreszeitraum waren es noch 7,8 Prozent gewesen. Analysten hatten dies in den vergangenen  Monaten als zu wenig ambitioniert kritisiert.

          Bei den einzelnen Marken stach erneut Skoda hervor. Das tschechische Tochterunternehmen konnte das Ergebnis um 5,3 Prozent auf 437 Millionen Euro steigern. Seat verbesserte sich von niedrigem Niveau sogar um 51 Prozent, auf 85 Millionen Euro. Bei der Kernmarke VW, die Diess neben seinen Aufgaben als Konzernchef weiter führt, wuchs der Betriebsgewinn nur leicht auf 879 Millionen Euro. Grund waren negative Wechselkurseffekte und Vorleistungen für neue Produkte wie die Umsetzung  der ehrgeizigen Elektrooffensive von VW.

          Die Folgen des Abgasskandals schlugen in den Quartalszahlen kaum noch zu Buche. „Weitere wesentliche Vorsorgen im Zusammenhang mit der Dieselthematik fielen im ersten Quartal nicht an“, hieß es in der Mitteilung von Volkswagen. Zudem habe es einen deutlich geringeren Mittelabfluss wegen der Kosten des Skandals gegeben.

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