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Neuer Siemens-Chef Der internationale Österreicher

21.05.2007 ·  Für den künftigen Vorstandsvorsitzenden von Siemens ist es fast eine Heimkehr. Den Großteil seines bisherigen Berufslebens war der Österreicher Peter Löscher in Übersee. Er selbst sieht sich als „weltoffenen, heimatverbundenen Europäer“.

Von Carsten Knop
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Eine Rückkehr nach Österreich ist es nicht, doch München ist der Heimat des künftigen Vorstandsvorsitzenden von Siemens so nah wie bisher keiner seiner Arbeitsplätze. Peter Löscher wurde am 17. September 1957 in Villach geboren, ist aber ein wahrhaft internationaler Manager, der sich in vielen Unternehmen und Gegenden der Welt auskennt. Schon vor seiner Berufung zum Chef von Siemens galt Löscher in der österreichischen Presse neben dem Nestlé-Vorstandsvorsitzenden Peter Brabeck-Letmathe als der einflussreichste Manager aus dem Bundesland Kärnten.

Denn Löscher hat viele Jahre im Ausland gearbeitet und dabei Karriere gemacht. Dem Berufseinstieg in Deutschland bei der Unternehmensberatung Kienbaum & Partner folgten elf Jahre bei der Frankfurter Hoechst AG, wo er unter anderem Projektleiter für die Einführung der Aktie an der New Yorker Börse war.

„Weltoffener, heimatverbundener Europäer“

Später wurde Löscher für das Japan-Geschäft des Hoechst-Nachfolgekonzerns Aventis zuständig. In Großbritannien arbeitete Löscher zwischen 2004 und 2005 für den Siemens-Wettbewerber General Electric auf dem auch für Siemens wichtigen Feld der Medizintechnik, nachdem GE Löschers zwischenzeitlichen Arbeitgeber Amersham übernommen hatte.

Seit exalt einem Jahr ist Löscher abermals in den Vereinigten Staaten tätig, wieder für ein Pharmaunternehmen, die amerikanische Merck & Co – im Vorstand und mit Zuständigkeit für den gesamten Vertrieb mit mehr als 35 000 Mitarbeitern. Nach eigenem Bekunden hat Löscher in den vielen Jahren, die er weit von Österreich entfernt verbracht hat, einiges aus seiner Heimat vermisst: „das kulturelle Angebot, die Musik, Berge, Skigebiete – Skifahren ist neben dem Sammeln moderner Kunst mein großes Hobby“, hat er einmal geschrieben, und weiter: „Sah ich mich während meiner ersten Berufsjahre noch gerne als Weltbürger, so verstehe ich mich heute eher als weltoffenen, heimatverbundenen Europäer. Und in diesem Sinne würde ich mit Freuden einmal wieder in meine Heimat Europa zurückkehren.“

„Schlüsselerlebnis Asien“

Mit der Hilfe des Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme geht dieser Wunsch nun in Erfüllung. Cromme ist damit eine Überraschung gelungen. Nun müssen die Siemens-Öffentlichkeitsarbeiter einen Manager bekannt machen, der sich jenseits der Branche, in der er bisher tätig war, keinen großen Namen gemacht hat.

Mal wieder etwas Neues im Hause Siemens also – und Interesse an Neuem hatte der neue Chef seit eh und je: Nach dem Magisterabschluss an der Wirtschaftsuniversität Wien nutzte Löscher 1985 die Chance, mit einem Stipendium in den Vereinigten Staaten weiterzustudieren. Dann zögerte er „keine Sekunde“, als sich die Chance ergab, mit einem Stipendium neun Monate am Master of Business Administration Programm der Chinese University of Hongkong teilzunehmen.

Diese Zeit bezeichnet Löscher als Schlüsselerlebnis. Sie weckte früh ein Faible für den asiatischen Kulturkreis und zeigte dem jungen Mann, dass die vermeintliche Andersartigkeit ferner Länder „positiv stimulieren, lehren, und zu unerwarteten Einsichten in den eigenen Kulturkreis führen kann“.

Im Januar 1988 erhielt Löscher das Angebot, als Manager Corporate Strategic Planning bei Hoechst einzusteigen, und damit eine Chance, die angestrebte Laufbahn in einem global tätigen Unternehmen zu beginnen. Gleich der erste interne Stellenwechsel führte Löscher in die Vereinigten Staaten, wo er die Integration und den Ausbau der Life-Science-Aktivitäten des Tochterunternehmens Celanese mitbetreute. Die geschäftliche und kulturelle Integration von Menschen und Unternehmen hat Löschers Laufbahn auch danach geprägt.

Als schönste private Herausforderung bezeichnet Löscher die „Integration“ seiner internationalen Familie. Seine Frau Marta ist Spanierin, kennengelernt hat sich das Paar in Großbritannien. Die beiden ältesten Töchter des dreifachen Vaters wurden in den Vereinigten Staaten geboren und haben daher auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Löscher ist mit Italienisch schon als Kind in Berührung gekommen, zudem spricht er Englisch, Spanisch, Französisch und Japanisch.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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