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Veröffentlicht: 23.06.2013, 13:32 Uhr

Neue Leitlinien Die Deutsche Bahn spricht wieder deutsch

Die Deutsche Bahn macht Schluss mit dem „Counter“ und den „Hotlines“ und streicht 2200 Anglizismen aus dem Bahn-Wortschatz. Auch mit der Rechtschreibung will der Konzern es künftig genauer nehmen.

© obs „Thank you for travelling with Deutsche Bahn!“ -

Die Deutsche Bahn will die deutsche Sprache besser pflegen und Anglizismen im Konzernalltag künftig noch stärker vermeiden. In Leitlinien für die Mitarbeiter legt das Unternehmen dazu fest, dass möglichst durchgängig die deutsche Sprache verwendet werden solle. Nach Angaben eine Bahnsprechers wurde ein Glossar mit 2200 verbreiteten Begriffen und ihren jeweiligen deutschen Entsprechungen erstellt. Die Regeln gelten sowohl für die Kommunikation nach außen als auch intern.

Bei bekannten Marken wie „Call-a-Bike“ soll künftig eine deutsche Erläuterung wie „Das Mietrad-Angebot“ hinzugefügt werden. Auch mit der Rechtschreibung will die Bahn es genauer nehmen: Aus dem „ReiseZentrum“ wird das „Reisezentrum“ mit kleinem „z“. Zuvor waren bei der Bahn „Service Points“ bereits zu „DB Informationen“ und „Counter“ wieder zu „Schaltern“ geworden.

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2007 war der damalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn noch vom Verein Deutsche Sprache zum „Sprachpanscher“ des Jahres gekürt worden. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hatte der Konzern viele Ansagen in Zügen auch auf Englisch formuliert. Vor allem die Abschiedsfloskel „Thank you for travelling with Deutsche Bahn!“ wurde zu einem Klassiker - in leicht spöttischer Form sogar als Buchtitel „Senk ju vor träwelling“.

Der ICE soll bleiben

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, man müsse bei den Anstrengungen mit Augenmaß vorgehen. Den ICE (Intercity-Express) wolle er nicht umtaufen. „Hier lässt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen.“ Überhaupt habe man nichts gegen englisch klingende Markennamen wie „BahnCard“. „Das ist aus unserer Sicht in Ordnung“, hieß es im Ministerium. Auch englische Durchsagen solle es weiter geben. Ein unverständlicher Mix aus Deutsch und Englisch werde aber abgelehnt. Ramsauer setzt sich seit Jahren auch in seinem Haus für die Pflege der Sprache ein.

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Von Sebastian Balzter

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