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Neue Leitlinien Die Deutsche Bahn spricht wieder deutsch

 ·  Die Deutsche Bahn macht Schluss mit dem „Counter“ und den „Hotlines“ und streicht 2200 Anglizismen aus dem Bahn-Wortschatz. Auch mit der Rechtschreibung will der Konzern es künftig genauer nehmen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (55)
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Fritz Garbor

Wir Deutschen hatten als Deutsche noch nie eine Identität, d.h. ein Kollektivgefühl

vor allem Verstand, und das war gerade unsere Stärke!
Wir liebten und lieben unsere Begriffstärke, unseren Weg zu denken, die Art, an die Dinge heranzugehen, auf andere zuzugehen (gesellschaftl.Verkehr), spätestens seit dem 19. Jh. war dann auch noch von den deutschen Tugenden die Rede (schon am ehesten eine Art Identität), das war alles unser Aushängeschild.
Nur: Das waren alles eher keine positivistischen Rückversicherungen nach dem Motto: so sehen wir uns gegenseitig als Kollektiv im Sinne einer Form, eines Bildes, eines Ritus oder Gesetzes.
Wir haben keine formal ästhetisierte Kunstsprache (wie das stilisierte Aristokraten- Französisch oder Hochitalienisch) als FORMEN und RITEN kollektiver Identität, bei welchen "die Tradition" leichter formal zu schützen ist.
Unseren Lebensart ist einfach äußerlich nicht so leicht zu schützen, da viel offener gegenüber äußerlichen Einflüssen.
Unsere innere (nach innen verlagerte)Gegenwehr ist aber (auf die Dauer bezogen ) nicht zu unterschätzen!

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Olaf Berggrün

Ach so typisch wie wir sind

Die Vehemenz, mit der hier einige Denglisch und Anglizismen als notwendig, fortschrittlich oder normal verkaufen, zeigt wie wir Deutsche sind. Ohne eigene Identität, ohne Selbstbewusstsein.
Ich finde es gut, dass wenigstens die Bahn dem Zwangsenglisch etwas engegensetzt. Die Franzosen wären nie auf die Idee gekommen, ihre Schnellzüge mit einem englischen Namen zu versehen, warum sollten sie auch? TGV, train grand vitesse. Der deutsche: ICE (pardon Aii Cii iii) da ist nicht ein deutsches Wort drin.
Wenn man freilich die Hammelherde lang genug konditioniert, hält sie die Löwen für ihre besten Freunde. 50 Jahre lang schon spielen die steuerfinanzierten Radiosender bei uns nur die britischen und amerikanischen Musikstücke. Deutsch ist verboten. Und alle laufen mit.

Irgendwie mag ich die Türken. Nix almancilar. Die bleiben Türken und haben eine Identität. Was hätten ihnen die Deutschen denn zu bieten? Handys, Meetings, Casting Show und die britischen Charts? Was hat der deutsche Michel?

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Miguel Torres

Der Betrug am Fahrgast geht weiter !

Nur weil man im Staatsunternehmen wieder deutsch sprechen möchte, werden die Fahrkartenpreise (Tickets) wieder einmal erhöht.
Wie heißt es so schön:
Deutsche Sprache (schwere) teure Sprache.
Das dürfte dann am Fahrkartenschalter (Ticket Counter) mit der Smartphone Generation ein zu witziges Bild abgeben, wenn sture Bahnbedienstete, laut Anweisung, nicht verstehen wollen bzw. dürfen.

P.S. Sollte Kohlestrom und Atomstrom eigener Kraftwerke nicht doch günstiger sein und dem Fahrgast zugutekommen. Anstatt dessen immer drauf auf den Clienten , oh sorry Fahrgast.
Business as usual, oder alles bleibt wie es ist auf Deutsch ABZOCKE. ;-)

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Micha Siebert
Micha Siebert (michasb) - 23.06.2013 23:32 Uhr

Cool Change

Find ich cool, dass die German Rail last but not least finaly auf German changed und endlich diese Anglizismen canceled und die Corporate Identity updated.

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Closed via SSO
vera schmidt (vera-s) - 23.06.2013 22:58 Uhr

sehr gut

ich frage mich ja schon die ganze zeit, welches problem oder welche komplexe wir der eigenen sprache gegenüber haben, dass wir diesen eigenartigen drang entwickelt haben, etwas in englisch offenbar irgendwie besser oder höherwertig klingend zu empfinden, als das wort der muttersprache...

bei unserem roten kreuz (Ö) gibts ja auch einen "first responder". ich schrieb denen mal eine mail, was sie eigentlich glauben, was da eine alte oma darunter verstehen möge, mit denen es ja die rettung öfters zu tun hat. natürlich kam keine antwort.

das fernsehen spielt da auch fleißig mit.

bei der bahn und anderen von touristen ferquentierten unternehmen gehören die dinge einfach zwei oder mehrsprachig angeschrieben.

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Martin Meyer

Von Tickets zu Eisenbahnfernverkehsfahrscheinen?

In einer Republik, die die Sauerstoffflasche mit drei "f" schreibt, darf man sich nicht wundern, wenn Tickets zu Eisenbahnfernverkehsfahrscheinen werden.

Indem sich der VERKEHRsminister um die deutsche Sprache kümmert, lenkt er von seinem Versagen ab: Wie wäre es mit funktionierenden Klimaanlagen, ausreichend vielen Waggons in Nahverkehrszügen und einer Pünktlichkeit wie 1975?

Ach ja, in einem Luxushotel in Murnau begab es sich in jüngster Zeit, dass man an der Rezeption die Weltsprache Bayerisch beherrschte, nicht aber Englisch. In der nächsten Regierung wird Herr Ramsauer hoffentlich Münchens Kultusminister - wenn man in Bayern auf dem Land endlich Englisch spricht, kann er es in Berlin wieder versuchen.

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Helmut Dreßler
Helmut Dreßler (hdda) - 23.06.2013 22:40 Uhr

Ausufernde Diskussion

Da habe ich, s. u., nur zur DB-Rückbesinnung aufs Deutsche etwas geschrieben, und dass andere Organisationen (gefälligst) in derselben Art auch nachdenklich werden sollten – des Denglischs sich zu enthalten! -, und da writen alle möglichen Leute, ohne mir Antwort zu geben, ihre Erfahrungssülze mit Werfe (dtsch.) in den Topf. (Dr. Klein, danke, natürlich nicht.) Was'n das für Disziplinarmut! Bleiben Sie bitte beim Thema, (gefälligst)!

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Uta Vandeloh
Uta Vandeloh (vandel) - 23.06.2013 20:54 Uhr

Hauptfach Deutsch - Fremdsprache Englisch

Schön, dass man sich wieder daran erinnert...
nachdem manche Kaufhäuser ihre Abteilungen bereits mit
"men - women - kids" ausweisen und die Ware entsprechend anpreisen,
nachdem in manchen Geschäftsbereichen
Deutsche nur noch auf Englisch miteinander kommunizieren
und manche jungen Leute nur noch Kauderwelsch beherrschen.

Wie sinnvoll allerdings englische Untertitel (!) für ausländische Touristen
sein können, merkt man spätestens, wenn man als Tourist ein
Land wie Euskal Herria (Baskenland) besucht und alles in "úskara"
ausgeschildert vorfindet...

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Benjamin  Conrad
Benjamin Conrad (jouk) - 23.06.2013 19:54 Uhr

Als Bahnkunde

finde ich das gut. Egal in welchem Bereich, ein wenig kann man den kulturellen Ausverkauf ja durchaus verlangsamen (nicht, Mr. Bundespresident?). Rückschrittlich ist das ganze Unterfangen auch nicht, wir reden ja schließlich nicht von der Wiedereinführung der WOZ und der Rückkehr der Hinweisschilder "Differenz zur Berliner Ortszeit: 32 Minuten."

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Axel Wittenberg

Ramsauer, der Chief-Cleaner

Aber was wird jetzt aus des Schwarzen Peters City-Maut? Wird die dann als Stadt-Entre-Billett, weil auch sprachlich Made in Germany, doppelt so teuer zu stehen kommen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.06.2013 19:14 Uhr
Hans Winter
Hans Winter (Tell590) - 23.06.2013 19:14 Uhr

Warum so kompliziert? Ist das eine der deutschen Tugenden?

Richtig putzig und dem Lokalkolorit "getributed" wäre doch "Städtl-Maut". Oder - wer's noch kürzer will - "Stadt-Maut". Was ist daran unaussprechlich?

Und ein "Sichtzeichen" ist auch so preußisch-kompliziert. Bei Menschen, die auch noch an anderes denken wollen/müssen, ist das kurz ein "Pickerl". Fertig.

Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah....;-)

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Herbert Kern
Herbert Kern (pleiades) - 23.06.2013 17:43 Uhr

Na dann bläst die DB

ja direkt mal zum special grand opening.

Rechtzeitig zum sale der five-pocket-jeans und der summer-tops in der city für die holidays am beach. Egal, nach dem heutigen wellness-weekend cruisen wir heut Abend noch schnell zum music-festival in die community-hall. Und nach dem chillen noch kurz auf´n shorttrip samt drink zur celebrity-party, weil heute sonntag. Von Montag bis Freitag ist after-work-party angesagt. Come in and find out in Marlboro country oder sail away.

Ach was freu ich mich auf das nächste Wochende: Wandern mit "Rucksack". Erholung und Entspannung pur. In der Natur.

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Peter Ambros
Peter Ambros (Lilo11) - 23.06.2013 17:30 Uhr

Na endlich..

Ich neige zum Aufatmen, obwohl man abwarten muß...
Im Übrigen widerspreche ich einigen Foristen die meinen, "für Touristen" müsse man Denglisch (denn reines, gutes Englisch war bei der Bahn fast nichts) verwenden. Spricht alle Welt Englisch? Alle Ausländer beherrschen es? Das Argument ist also ein Scheinargument.
Und wenn schon in Ausnahmefällen Englisch, dann als Zusatz zum Deutschen und nicht als Ersatz.
Übrigens habe ich es vom Stuttgarter Verkehrsverbund schriftlich, daß es die Deutsche Bahn war, die auf der einheitlichen Bezeichnung "ticket" für die Fahrkarte bestand. Nur um ein Beispiel zu nennen.
Ich hoffe, daß auch die "tickets" abgeschafft werden.
Dann kann man sich in der Heimat fast heimisch fühlen und ohne Wörterbuch auskommen.
Über die dumme Angeberei ärgere ich mich weiter, denn nicht nur die Bahn ist ein Sprachpanscher, als der schon Herr Mehdorn vom Verein deutsche Sprache ausgezeichnet wurde.

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Heinrich Franzen

Im Hinterkopf

war mir noch präsent, daß es schon mal jemanden gegeben hat (Stephan von der Post), der solche sprachlichen Unsitten zurückgedrängt hat. Wäre Mehdorns Focus nicht so börsenzentriert gewesen, hätte er sich auch erinnert, dann wäre dem Unternehmen und dessen Kunden manches erspart geblieben. Auch jahrelanger Spott und Häme. Zur Brief-Sondermarke wird`s deshalb wohl nicht reichen.

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Stefan Uhlig
Stefan Uhlig (printul) - 23.06.2013 16:58 Uhr

Schön zu hören, denn ...

... ich hatte mich schon auf die ARD-Tagesschau mit deutschen Untertiteln eingestellt.

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Hermann Ecker
Hermann Ecker (Sunito) - 23.06.2013 16:57 Uhr

Trigger?

Shortly sprach ein Doctor im Bayerischen Rundfunk von einer Infection, die durch Bakterien "getriggert" (ernsthaft! seriously!) worden sei - Trigger? Hat doch was mit Knarren, sorry Weapons zu tun... Bei diesem Sprachenmix kann man sich echt bald bloss noch die Bullet geben!

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Werner Murovatz

Denglisch No Go?

Na endlich.

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Christian Beermann

Statt mischmasch beides machen !

Alle(!) Ansagen auf Deutsch und Englisch bitte. So schwer kann das technisch garnicht umsetzbar sein, und wenn sich mal ein Tourist abseits der großen Städte verirrt sieht man diesen häufig mit großen Fragezeichen weil die Bahn es wieder nicht schafft zweisprachig zu informieren. Gerade in einem Land wie Deutschland sollte aber genau das eine selbstverständlichkeit sein

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Maria  Berger

Hoffentlich steht auf dem Männerklo aber nicht bald...

Duran Adam.....

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.06.2013 17:14 Uhr
Alfred Tetzlaff

So abwegig ist das nicht.

In Hamburger Stadtbahnen wurde vor einigen Jahren ein Sprachkurs "Türkisch für Deutsche" eingespielt. Ich weiß nicht, ob das Projekt noch läuft oder ob die Hamburger sich hartnäckig der Integration geweigert haben .

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Gus Savel
Gus Savel (gsavel) - 23.06.2013 16:48 Uhr

Ich teile diese Einschätzung...

...finde sie gut. Wenn ich alleine sehe, wie die ganzen originalen Namen der US-Serien in den einschlägigen Sendern betitelt sind, ahne ich, das viele der ständigen Konsumenten ihn überhaupt nicht auszusprechen wissen, geschweige denn dessen Bedeutung kennen. Weltoffenheit muss nicht mit der Übernahme der englischen Begriffe einhergehen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.06.2013 18:10 Uhr
Elke Uhlemann

Ich auch

insbesondere fällt mir "public viewing" (Leichenschau) ein. Keine Ahnung wessen Idee das war.

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Anton Pongratz
Anton Pongratz (ajp3803) - 23.06.2013 16:38 Uhr

Das wird aber ...

unseren Herrn Bundespräsidenten gar nicht gefallen. Der hat vor kurzem laut darüber nachgedacht, daß Europa englisch sprechen sollte und wir keine Bedenkenträger sondern Bannerträger werden müssen. Beherrscht der Herr Pastor überhaupt die englische Sprache und wie bringen wir das den Migranten bei?

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23.06.2013, 13:32 Uhr

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