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Neue Kaufofferte Ein dritter Bieter für die Warenhauskette Kaufhof

13.11.2011 ·  Ein Konsortium um den früheren Karstadt-Quelle-Chef Urban legt überraschend ein Angebot vor. Damit gibt es drei Interessenten an der Warenhauskette Kaufhof.

Von Christine Scharrenbroch, Düsseldorf
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Im Bieterrennen um die Warenhauskette Kaufhof gibt es überraschend einen dritten Interessenten. Ein Konsortium unter Führung von Wolfgang Urban, dem früheren Vorstandschef von Karstadt-Quelle, habe eine schriftliche Kaufofferte vorgelegt, bestätigte ein Sprecher des Kaufhof-Eigentümers Metro AG. „Wir prüfen dieses Angebot wie alle anderen ernstzunehmenden Angebote auch“, sagte er der F.A.Z. Es habe bereits erste Kontakte mit Urban gegeben.

Wer hinter der Investorengruppe steht, gab die Metro nicht bekannt. Informierten Kreisen zufolge soll es dabei um mehrere große deutsche Unternehmerfamilien aus den Branchen Immobilien und Handel gehen. Das Konsortium soll zunächst für 51 Prozent der Kaufhof-Anteile geboten haben. Es bestehe aber auch die Bereitschaft, über den Erwerb von 100 Prozent zu reden, heißt es.

Deutsch-amerikanischer Investor verärgert

Für die traditionsreiche Kölner Warenhausgruppe mit ihren 139 Standorten, die bei der Metro seit 2008 auf der Verkaufsliste steht, haben bereits der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen sowie die österreichische Signa-Holding geboten. Die Immobiliengruppe des Unternehmers René Benko will Kaufhof zu einem Kaufpreis von angeblich 2,4 Milliarden Euro übernehmen. Interesse wurde wiederholt auch dem spanischen Kaufhausimperium ElCorteInglés nachgesagt.

Während Signa bereits ein erster Einblick in die Kaufhof-Bücher gewährt wurde, blieb dies Berggruen bisher verwehrt. Der deutsch-amerikanische Investor soll sich darüber verärgert gezeigt haben. Mit dem Karstadt-Eigentümer ist der Hauptwettbewerber der Kölner auf den Plan getreten. Ihm werde man erst dann volle Transparenz und Einsicht geben, „wenn wir sicher sind, dass wir mit ihm auch einen Deal machen können“, sagte der scheidende Metro-Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes der Nachrichtenagentur dpa. Früheren Angaben zufolge will Cordes zwischen 2 und 3 Milliarden Euro für Kaufhof (3,5 Milliarden Euro Umsatz) erlösen. Er sieht sich bei dem Verkauf aber nicht unter Zeitdruck. Ein angemessener Preis sei die notwendige Bedingung. Cordes will Kaufhof nur komplett einschließlich der Immobilien abgeben.

Kerngeschäft vernachlässigt

Der 66 Jahre alte Urban kennt den Kaufhof seit langem. Im Rechnungswesen der Warenhauskette hat der gelernte Werkzeugmacher und Betriebswirt 1973 seine Karriere begonnen. 1990 übernahm er im Vorstand das Finanzressort, fünf Jahre später berief man ihn zum Vorstandssprecher als Nachfolger des langjährigen Konzernchefs Jens Odewald. 1996 wurde Urban im Metro-Vorstand für Finanzen und Controlling zuständig. Zwei Jahre später wechselte er überraschend zur Schickedanz Holding, der Muttergesellschaft von Quelle.

Im Jahr 2000 übernahm er den Chefsessel bei Karstadt-Quelle. Ihm gelang es jedoch nicht, den schlingernden Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Er verzettelte sich mit Engagements beim Sportsender DSF oder der Kaffeehauskette Starbucks sowie Zukäufen von Fitnesszentren und Golfgeschäften. Das Kerngeschäft dagegen habe er vernachlässigt, warfen ihm Kritiker vor. Im Mai 2004 musste er seinen Schreibtisch für Christoph Achenbach räumen. Offiziell wurden gesundheitliche Probleme als Grund für Urbans Abgang genannt.

Seitdem war es um ihn still geworden. Der später in Arcandor umbenannte Konzern musste schließlich 2009 Insolvenz anmelden. In seiner Zeit bei Karstadt-Quelle galt Urban als starker Befürworter eines Zusammenschlusses von Karstadt und Kaufhof. Doch kam er auch mit seinen Vorstellungen einer deutschen „Warenhaus AG“ nicht weiter.

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Jahrgang 1970, freie Autorin im Wirtschaftsteil.

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