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Neuausrichtung KfW-Chef Schröder: 2008 war Krisenjahr

29.01.2009 ·  Nach der Millionenüberweisung an die Pleitebank Lehman Brothers wurde die KfW als „Deutschlands dümmste Bank“ verspottet - jetzt will das Institut seine Neuausrichtung beschleunigt vorantreiben. Allerdings verbreitet Bankchef Schröder alles andere als Optimismus: „2008 war schwierig, 2009 wird ungleich schwieriger.“

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Die staatliche KfW-Bankengruppe erwartet nach dem Krisenjahr 2008 in diesem Jahr ein noch schlechteres Umfeld. „2008 war schwierig, 2009 wird ungleich schwieriger“, sagte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder am Donnerstag in Frankfurt. Das Jahr 2008 werde die Bank, die dem Bund und den Ländern gehört, mit einem Konzernverlust abschließen. Genaue Zahlen lägen aber noch nicht vor.

Nach den ersten neun Monaten 2008 hatte das Institut 1,8 Milliarden Euro Verlust ausgewiesen. „Das vierte Quartal ist nicht besser gelaufen als die Vorquartale, es war eher noch schwieriger“, sagte Schröder. Im Gesamtjahr 2007 hatte vor allem die Krise der Mittelstandsbank IKB, deren Haupteigentümerin die KfW war, bei der KfW für einen Jahresverlust von 6,2 Milliarden Euro gesorgt.

Nach der Pannenserie des vergangenen Jahres kündigte Schröder eine weitere Neuausrichtung der staatlichen Bank an. „Das Jahr 2008 war ein Krisenjahr für die KfW, es macht keinen Sinn, das zu leugnen“, sagte der seit September amtierende Vorstandschef. Die Millionen-Überweisung an die amerikanische Bank Lehman Brothers am Tag ihres Insolvenzantrages habe das KfW-Management zum Anlass genommen, „sehr intensiv unser gesamtes Risikomanagement zu prüfen“, erläuterte der Finanzmanager. Nach insgesamt vier internen und externen Prüfungen gebe es noch zehn Felder, in denen sich die Bank beim Umgang mit Risiken verbessern wolle.

Fördervolumen deutlich rückläufig

Das Fördervolumen der Staatsbank KfW ist im vergangenen Jahr wegen der anhaltend schwierigen Bedingungen an den Kreditmärkten deutlich gesunken. Insgesamt ging es um mehr als 17 Prozent zurück auf 71 Milliarden Euro. Grund für den starken Rückgang war der Einbruch im Geschäft mit Verbriefungen, also dem Verkauf von Kreditrisiken. Die KfW schloss hier 2008 nur noch 1,6 Milliarden Euro ab, 90 Prozent weniger als 2007. Das Instrument der Verbriefung funktioniert seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise vor eineinhalb Jahren fast gar nicht mehr.

Schröder zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Verbriefungsaktivitäten mittelfristig wieder anziehen werden. Das Volumen der klassischen Förderfinanzierungen stieg dagegen im vergangenen Jahr um knapp vier Prozent auf 69 Milliarden Euro. Für 2009 rechnet Schröder erneut mit einem Finanzierungsvolumen von mehr als 70 Milliarden Euro. Es werde in diesem Jahr jedoch schwerer und teurer für die KfW, das Geld am Kapitalmarkt zu beschaffen.

Details zum Jahresergebnis will die KfW erst Ende März vorstellen. Das vierte Quartal sei jedoch durch die aktuellen Verwerfungen an den Finanzmärkten belastet gewesen, räumte Schröder ein. Ende September hatte ein Konzernverlust von 1,8 Milliarden Euro in den Büchern gestanden. Das lag vor allem an Belastungen durch die Krise der Mittelstandsbank IKB, an der die KfW beteiligt war. Aber auch die Pleite von Lehman Brothers wirkte sich aus sowie der Beinahe-Bankrott von Island.

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Von Heike Göbel

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