http://www.faz.net/-gqe-75ciq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 27.12.2012, 09:40 Uhr

Nach Rückrufaktionen Toyota zahlt 1,1 Milliarden und legt Sammelklage bei

Verrutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale hatten in Amerika zu Massen-Rückrufaktionen von Toyota-Autos geführt. Jetzt legt der Konzern eine anhängige Sammelklage bei - indem er 1,1 Milliarden Dollar zahlt, um Autobesitzer zu entschädigen.

© REUTERS Viel Wirbel um Gaspedale und Fußmatten: Jetzt legt Toyota eine Sammelklage in den Vereinigten Staaten bei.

Der japanische Autobauer Toyota hat sich nach Massenrückruf-Aktionen in den Vereinigten Staaten wegen ungewollter Beschleunigung zur Zahlung von 1,1 Milliarden Dollar (832 Millionen Euro Dollar) bereiterklärt. Damit sollen amerikanische Autobesitzer entschädigt werden, die wegen der Probleme beim Verkauf ihrer Fahrzeuge Einbußen erlitten haben. Außerdem will das Unternehmen Millionen Modelle nachrüsten.

Mit der Zahlung soll eine in Kalifornien anhängige Sammelklage beigelegt werden. Dem mit Vertretern der Kläger geschlossenen Vergleich muss noch ein Gericht zustimmen, wie Toyota Nordamerika am Mittwoch selbst mitteilte.

Kein Schuldbekenntnis

Amerikanische Medien hoben hervor, dass der Vergleich kein Schuldbekenntnis Toyotas beinhalte. Mit dem Schritt bleibe dem Unternehmen aber ein möglicherweise langwieriger Prozess mit allen damit verbundenen Risiken erspart, schrieb beispielsweise das „Wall Street Journal“.

Toyota hatte wegen Problemen mit Fußmatten und klemmenden Gaspedalen 2009 und 2010 etwa acht Millionen Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten zurückgerufen. Wie die Zeitung „USA Today“ schrieb, will Toyota nun einen Fonds für die Nachrüstung von 3,2 Millionen Toyota- und Lexus-Modellen mit einem Sicherheitssystem schaffen, das ein Anhalten in Paniksituationen erleichtert. Für Modelle, bei denen dies nicht möglich sei, gebe es Bargeld. Wer wegen der Probleme für sein Auto beim Verkauf zwischen dem 1. September 2009 und dem 31. Dezember 2010 weniger Geld erhalten habe, erhalte einen finanziellen Ausgleich.

Mehr zum Thema

„Diese Vereinbarung ist für unser Unternehmen ein bedeutender Schritt vorwärts“, erklärte der leitende Rechtsvertreter von Toyota Nordamerika, Christopher Reynolds, laut einer schriftlichen Mitteilung des Unternehmens. Es sei ein Schritt, der es dem Unternehmen ermögliche, „nun mehr an Energie, Zeit und Ressourcen auf Toyotas Hauptziel zu verwenden: die bestmöglichen Fahrzeuge zu bauen“.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Abgaswerte Sammelklage gegen Daimler-Chef Zetsche

Gegen die Daimler-Vorstände Dieter Zetsche und Thomas Weber gibt es eine Sammelklage in den Vereinigten Staaten. Die Kläger fühlen sich mit Blick auf die Abgaswerte von Dieselautos getäuscht. Mehr

15.05.2016, 13:46 Uhr | Wirtschaft
Vorwahlkampf Prügeleien wegen Trump in Kalifornien

Bei einer Wahlkampfkundgebung des republikanischen US-Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump in Kalifornien hat es Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern gegeben. Mehrere Menschen wurden bei den Protesten vor einem Kongresszentrum in San Diego festgenommen. Es flogen Flaschen und Steine, die Polizei hatte erhebliche Mühe, die Kontrahenten auseinanderzuhalten. Mehr

28.05.2016, 17:43 Uhr | Politik
Wegen Verbrauchertäuschung Umwelthilfe will Opel verklagen

Im Streit um schmutzige Dieselabgase verzichtet nun der Autobauer Opel auf zwei Werbeaussagen. Der Deutschen Umwelthilfe ist das nicht genug. Mehr

19.05.2016, 16:46 Uhr | Rhein-Main
Amerikanischer Vorwahlkampf Halbnackte Männer bringen Clinton aus dem Konzept

In Kalifornien präsentierten sich John Nelson und Dan Stifler oben ohne. Auf ihre Körper hatten sie Hillary is perfect geschrieben. Mehr

26.05.2016, 11:56 Uhr | Politik
Autobauer im Verdacht Berlin schaltet italienische Behörden wegen Fiat ein

Deutschland erhöht den Druck auf den italienischen Autokonzern. Der Verdacht: Auch in Fiat-Modellen könnte es eine illegale Abschaltvorrichtung geben. Mehr

22.05.2016, 13:43 Uhr | Wirtschaft

Hilfe für die Umwelthilfe

Von Carsten Knop

Die Deutsche Umwelthilfe stört sich daran, dass Dieselmotoren nicht immer so sauber sind, wie die Werbung verspricht. Aber sie ist auch nur eine Organisation mit eigenen Interessen. Mehr 8 31


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 77

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden