12.12.2008 · Die Deutsche Post reagiert auf die jüngsten Beschwerden von Kunden und Behörden über Mängel in der Briefzustellung mit einer Aufstockung des Personals. 1300 frühere Auszubildende sollen unbefristete Verträge bekommen. Briefe sollen auch weiterhin an sechs Tagen je Woche zugestellt werden.
Die Deutsche Post reagiert auf die jüngsten Beschwerden von Kunden und Behörden über Mängel in der Briefzustellung mit einer Aufstockung des Personals. Allen 1300 ehemaligen Auszubildenden, die noch keinen unbefristeten Vollzeit-Job bei der Post haben, will der Konzern ein solches Arbeitsverhältnis anbieten, wie er am Freitag mitteilte.
Zudem würden die bereits befristet eingestellten 1000 zusätzlichen Briefzusteller bis Ende Mai 2009 weiterbeschäftigt. Ziel sei es, eine „spürbare Verbesserung“ in der Zustellung zu erreichen, erklärte Personalvorstand Walter Scheurle.
Beschwerden von Gewerkschaft und Netzagentur
Die Gewerkschaft Verdi hatte wiederholt beklagt, dass viele Zusteller überlastet seien, und sich dafür ausgesprochen, neue Briefträger einzustellen. Kritik kam vor kurzem auch von der Bundesnetzagentur, die monierte, dass sich die Beschwerden über Mängel in der Briefzustellung häuften. Probleme gebe es vor allem in Ballungsgebieten wie Berlin, Hamburg und Köln.
Die Bundesnetzagentur hatte sogar mit rechtlichen Schritten gegen die Deutsche Post gedroht, wenn diese die Mängel in der Briefzustellung nicht „unverzüglich“ beseitige. Das geht aus einem Schreiben von Behördenpräsident Matthias Kurth an den Vorstandsvorsitzenden Frank Appel hervor. Wenn die Post die Situation nicht kurzfristig in den Griff bekomme, werde die Netzagentur die Mängel in einer offiziellen Mitteilung in ihrem Amtsblatt öffentlich anprangern, hatte Kurth angekündigt.
Die Post gestand ein, dass es „vereinzelt“ zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei, begründete dies aber mit vorübergehend erhöhten Krankenständen. Bundesweit sei die Qualität der Zustellung auf hohem Niveau.
Briefzustellung weiterhin an sechs Tagen
Anfang der Woche war die Post darüber hinaus dem Eindruck entgegengetreten, sie wolle Briefe nur noch an fünf Tagen in der Woche zustellen. Der Vorstandsvorsitzende Frank Appel sagte, Briefe würden auch in Zukunft an jedem Werktag von Montag bis Samstag verteilt werden. Dazu lege er „ein klares Bekenntnis“ ab. Der Postchef sah sich zu dieser Klarstellung gezwungen, nachdem sein Unternehmen vom Wirtschaftsministerium verlangt hatte, gesetzliche Vorgaben für die Sechs-Tage-Zustellung und andere Serviceleistungen zu lockern. In einem Positionspapier werden mehrere Verpflichtungen genannt, welche nach Auffassung der Post ersatzlos gestrichen werden könnten.
Nach Darstellung des Konzerns zielt das Papier aber lediglich darauf ab, das deutsche Postrecht an weniger strenge EU-Richtlinien anzupassen. Es gebe derzeit aber keine Pläne, die Leistungen herunterzufahren.
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