17.09.2008 · Noch am Montag hat die bundeseigene KfW-Bank fehlerhaft Geld an die Pleitebank Lehman überwiesen. Nun hofft die Staatsbank, einen Teil davon aus der Konkursmasse zurückzuerhalten. Bundeswirtschaftsminister Glos hat Konsequenzen angedroht.
Bundeswirtschaftsminister Glos (CSU) hat am Mittwoch angekündigt, die 300 Millionen Euro große Zahlung der staatseigenen KfW-Bankengruppe an die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers zu untersuchen. Glos sagte in Berlin, der Vorgang sei „unverantwortlich“. Der KfW-Vorstand werde darüber dem Verwaltungsrat an diesem Donnerstag berichten. Die Gefahr, dass Deutschland aufgrund der Vorgänge an den Finanzmärkten in eine tiefe Rezession falle, sieht Glos nicht. Sorge müsse man erst haben, wenn der konjunkturelle Rückgang ein ganzes Jahr andauere, sagte Glos auf der Preisverleihung im Projekt „Jugend und Wirtschaft“, das die Frankfurter Allgemeine Zeitung gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.
Der geschäftsführende Vorstand des Bankenverbands, Manfred Weber, warnte vor spekulativen Krisenberichten. Zwar sei vieles schief gelaufen, die Sorge, das Geld könnte nicht sicher sein, sei aber unbegründet. Die gut 200 Mitglieder des Bundesverbandes deutscher Banken werden dem Vernehmen nach rund sechs Milliarden Euro zur Verfügung stellen müssen, falls die Bankenaufsicht die Zahlungsunfähigkeit der deutschen Tochter von Lehman Brothers feststellen sollte. Der tatsächliche Schaden für den Einlagensicherungsfonds dürfte jedoch unter einer Milliarde Euro liegen, weil die Verwertungsquoten für Verbindlichkeiten von Banken meist sehr hoch sind.
Gerüchte um die größte britische Hypothekenbank HBOS
An den Finanzmärkten hat sich die Stimmung nach der Rettung des angeschlagenen Versicherungskonzerns AIG wieder etwas beruhigt. Der Deutsche Aktienindex verlor bis zum späteren Nachmittag ein knappes Prozent auf 5910 Punkte. Die amerikanische Notenbank (Fed) hatte in der Nacht zuvor beschlossen, AIG einen Kredit von 85 Milliarden Dollar zu gewähren. Im Gegenzug übernimmt die Fed die Kontrolle des Versicherers.
Neue Ängste an den Märkten lösten Gerüchte um die größte britische Hypothekenbank HBOS aus. Dem Institut könnte eine Liquiditätskrise drohen, hieß es. Entgegen ihrer bisherigen Haltung hat die Finanzaufsicht dem Bankhaus Lloyds TSB erlaubt, Übernahmegespräche mit HBOS zu führen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |