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Nach Milliardenverlust Chinesen übernehmen Philips-Fernseher

Der Ausverkauf der europäischen TV-Hersteller geht weiter: Nun gibt der niederländische Konzern Philips seine Sparte an das chinesische Unternehmen TPV ab.

© AP Philips-Messestand (auf der IFA 2009): Mehrheit abgetreten an Chinesen

Der niederländische Elektronikkonzern Philips gibt sich im TV-Geschäft geschlagen. Europas größter Hersteller von Unterhaltungselektronik tritt die Mehrheit an seiner angeschlagenen Fernsehersparte an die chinesische TPV Technology ab. Der Bildschirmproduzent mit Börsennotiz in Hongkong erhält an dem geplanten TV-Gemeinschaftsunternehmen 70 Prozent, die Niederländer behalten vorerst 30 Prozent.

Der Ausstieg von Philips ist ein weiteres Kapitel in dem langen Niedergang der europäischen TV-Industrie, dem bereits traditionsreiche Firmen wie Grundig, Schneider und Telefunken zum Opfer fielen. Philips TV-Geschäft bringt seit längerem Verluste. Seit 2007 beläuft sich der Fehlbetrag der Sparte auf rund eine Milliarde Euro. Die Holländer hatten schwer unter der billigeren Konkurrenz aus Asien zu leiden. Auch der größte deutsche TV-Hersteller Loewe, dessen Geräte im Schnitt noch deutlich teurer sind als die von Philips, kämpft derzeit mit schwachen Absatzzahlen und meldete Kurzarbeit an.

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Um sich die Verluste rasch von der Bilanz zu schaffen, stundet Philips den Chinesen zunächst den Kaufpreis. Später soll TPV den operativen Jahresgewinn des Joint Ventures aus den Jahren ab 2012 bis zum endgültigen Ausstiegs Philips' an die Niederländer abtreten. Den Rest von 30 Prozent kann Philips zu den gleichen Konditionen nach sechs Jahren abgeben. „Eine Lösung für das TV-Geschäft zu finden, war unsere Top-Priorität und wir glauben, dass die Sparte in der heute angekündigten Form eines Gemeinschaftsunternehmens zur Profitabilität zurückkehren kann“, sagte Philips-Chef Frans van Houten.

Konzentration auf Medizin und Wellness

Die Renditen des Joint Ventures könne er allerdings nicht voraussagen, erklärte er. Das Geschäft mit Audio- und Multimedia-Geräten stehe nicht zum Verkauf. Die chinesische TPV ist ein langjähriger Partner von Philips. Das Unternehmen übernahm 2009 das PC-Monitorgeschäft der Amsterdamer und fertigt bereits Philips-Fernseher in Lizenz für den chinesischen Markt. Auch in Indien und den Vereinigten Staaten lassen die Niederländer ihre Geräte von Lizenznehmern bauen.

Van Houten kündigte an, sein Haus werde sich verstärkt auf Medizintechnik und Wellness-Geräte konzentrieren. Im lukrativen Markt für Medizintechnik ist Philips weltweit hinter GE und Siemens die Nummer drei. Die Geschäftsaussichten des Konzerns werden allerdings von der Japan-Krise getrübt: „Wir erleben, dass viele unserer japanischen Lieferanten mit Fertigungsunterbrechungen zu kämpfen haben“, sagte van Houten. Es sei allerdings noch nicht klar, wie groß die Auswirkungen sein werden. Für das erste Quartal wies das Unternehmen einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro und einen Gewinn von 138 Millionen Euro aus. Damit blieb Philips hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters

 
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