Home
http://www.faz.net/-gqi-11nq6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach Insolvenz Hertie will 19 Warenhäuser schließen

27.01.2009 ·  Die insolvente Warenhauskette Hertie will 19 ihrer 73 Filialen in Deutschland schließen. Wenn bis Ende Februar kein Investor gefunden wird, sind auch die übrigen Häuser bedroht. 2008 hatte der Verlust rund 50 Millionen Euro betragen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die insolvente Warenhauskette Hertie plant tiefe Einschnitte in ihr Filialnetz und will 19 ihrer 73 deutschen Filialen schließen. Betroffen sind 650 der derzeit noch rund 3.400 Mitarbeiter des Unternehmens. Schwerpunkt der Schließungen ist Nordrhein-Westfalen. Dort sollen allein zwölf Warenhäuser geschlossen werden. Die Schließungen sollen voraussichtlich bis Ende März abgewickelt werden. In der Essener Zentrale des Warenhausunternehmens werden nach den Informationen 30 von 125 Arbeitsplätzen gestrichen.

Das Unternehmen hatte die Beschäftigten für den Dienstagabend an allen 73 Standorten sowie in der Essener Zentrale zu Betriebsversammlungen eingeladen.

50 Millionen Euro Verlust

In Nordrhein-Westfalen sollen den Informationen zufolge die Standorte, Bocholt, Duisburg-Walsum, Erkrath, Eschweiler, Essen- Altenessen, Essen-Borbeck, Herdecke, Herne, Köln-Chorweiler, Lünen, Marl und Mettmann geschlossen werden. In Niedersachsen stehen die Häuser in Hameln und Delmenhorst auf der Liste, in Schleswig-Holstein die Standorte in Niebüll und Mölln, in Bayern Aschaffenburg, in Hessen Kassel sowie das Hertie-Warenhaus in Hamburg-Langenhorn.

Wenn bis Ende Februar keine Lösung mit einem Investor gefunden werde, sei das gesamte Unternehmen bedroht, hieß es. Dies könne das Aus auch für die noch verbleibenden 54 Filialen bedeuten. Verhandelt werde derzeit vor allem über die Warenhaus-Immobilien, die der britische Investor und Eigentümer Dawnay Day von dem operativen Warenhausgeschäft abgetrennt hatte.
Im vergangenen Jahr habe die Warenhauskette einen Verlust von rund 50 Millionen Euro gemacht, hieß es. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise sei der Konsum in den vergangenen Monaten eingebrochen. Auch im Jahr 2007 hatte Hertie bei einem Umsatz von rund 450 Millionen Euro bereits rote Zahlen geschrieben.

Das Unternehmen hatte vor knapp einem halben Jahr Insolvenz angemeldet. Hertie war 2005 von britischen Finanzinvestoren von dem ums Überleben kämpfenden damaligen Karstadt-Quelle-Konzern (heute Arcandor) übernommen worden.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Logisches Ende

Von Susanne Preuß

Die Schlecker-Filialen werden geschlossen, die Mitarbeiter stehen auf der Straße. Eine bittere Nachricht für die Beschäftigten. Aber es gibt auch ein gutes Fazit aus dem Ende der Drogeriekette. Mehr 10 32

01.06.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.050,29 −3,42%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.319,85 −3,26%
Dow Jones 12.118,60 −2,22%
EUR/USD 1,2433 +0,58%
Rohöl Brent Crude 98,82 $ −2,76%
Gold 1.606,00 $ +3,08%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.