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Nach „Heute Show“-Beitrag : Häme für die Deutsche Bank

  • Aktualisiert am

Oliver Welke Bild: zdf.de

In der „Heute Show“ wurde die Deutsche Bank von Martin Sonneborn auf die Schippe genommen, weil sie auf eine Anfrage, nicht nur Antworten, sondern gleich Fragen mitgeschickt hatte. Ein Mitarbeiter der Bank wird wie ein Schulbube vorgeführt.

          Die Deutsche Bank muss derzeit viel aushalten, seit Freitagabend auch eine ganze Menge Häme, nachdem in der „Heute Show“ des ZDF ein unbeholfener Mitarbeiter der Bank vom Satiriker Martin Sonneborn wie ein Schulbube vorgeführt wurde.

          Man wolle in diesen Zeiten auch jene nicht vergessen, denen es nicht so gut gehe, leitete Moderator Oliver Welke den Beitrag ein, also die „Deutsche Bank“ und erläuterte fachgerecht eine Zusammenfassung der Misere der Bank: „Von der EU gibt's demnächst fette Strafen wegen Zinsmanipulation, die letzte Bilanz sei mies gewesen, weil es demnächst so viele Strafen in Amerika fällig würden. Und jetzt ermittelten Staatsanwälte auch noch gegen Jürgen Fitschen.

          Ausgerechnet Martins Sonneborn, dem ehemaligem Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“, sei es nun aber gelungen „so 'ne Art Interview zu kriegen“. Sonneborn erklärt, er habe der Bank eine Mail geschickt und um ein Gespräch gebeten - „über Macht, die Finanzkrise, Hedgefonds und die Millionengehälter der Banker.“  Daraufhin habe er Antwort bekommen, die Deutsche Bank sei zum Gespräch bereit, aber „die Banker hatten mir das komplette Interview gleich mitgeschickt: „Die Fragen! Und gleich die Antworten!“.

          © ZDF

          Nicht seine Fragen wollte die Bank beantworten, sondern Unverfängliches, erklärte Sonneborn. Zum Beispiel: Welche Aufgaben hat denn eine Bank? „Das wollte man mir anhand einer Zahnbürste erläutern“, lästerte Sonneborn.

          Gezeigt wird das fertig vorgeschriebene Frage-Antwort-Gespräch. „Ich sollte für die Bank die Hauptrolle in einem gefakten Interview spielen“, erklärte Sonneborn in dem Spot. Die Bank habe verdammtes Glück gehabt, schließlich gehöre genau das zu seinen “Spezialgebieten“.  Mit dem Manuskript fuhr er nach Frankfurt zu Deutschen Bank, fragte an der Rezeption nach Stefan Georgi. „Ein Kommunikationsexperte der Deutschen Bank sollte mir die Antworten geben, die ich bereits kannte.

          Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf: Die Frauen an der Rezeption bestellen Georgi an den Empfang, Sonneborn bedankt sich bei ihm dafür, dass er gleich die Fragen mitgeschickt habe. Dann schlendern die beiden durch die Flure der Bank und Sonneborn stellt genau die Fragen, die ihm die Bank geschickt hatte. Sichtlich peinlich berührt lässt sich Georgi auf das Spiel ein. Sonneborn liest die Fragen vor, Georgi antwortet den vorgefertigten Text. Wenn er verkürzt antwortet, vervollständigt Sonneborn wie ein Lehrer, Georgi macht das Spiel gezwungenermaßen mit: Er darf minutenlang nachsprechen unter dem Gejohle des Publikums. Vorgestanzte Antworten über die Bank, die Globalisierung und was eben die Zahnbürste damit zu tun hat. Sonneborn witzelt, er habe versucht, die Atmosphäre etwas aufzulockern, aber sein Interviewpartner sei „noch nicht ganz textfest“.

          Am Ende - wird Sonneborn philosophisch - fehle nur noch die Schlüsselfrage: „Die Frage nach dem Sein. Dem Sein des Bankkunden“. Unbeholfen antwortet der Bankmitarbeiter über das Wesen des Bankkundens.

          Im Internet muss sich die Bank nun allerlei Häme über das PR-Desaster gefallen lassen: „Was für eine Blamage“, kommentiert eine Leserin unter dem Video. Von einem „Armutszeugnis für einen angeblichen Kommunikationsexperten“ und von „Fremdschämen“ ist dort die Rede: „Sonneborn for Bundeskanzler“, jubelt ein offensichtlicher Fan der Sendung.

          Quelle: FAZ.NET/tine.

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