Home
http://www.faz.net/-gqe-771fv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 19.02.2013, 08:45 Uhr

Nach Fernsehreportage Amazon beendet Zusammenarbeit mit weiterem Dienstleister

Der Online-Händler Amazon trennt sich nach der anhaltenden Kritik an den Arbeitsbedingungen von einem weiteren Dienstleister. Das Unternehmen war für die Unterbringung, den Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei den Zeitarbeitskräften verantwortlich.

© dapd Amazon erlebt einen Sturm der Entrüstung

Der Internet-Versandhändler Amazon trennt sich angesichts der anhaltenden Kritik am Umgang mit Leiharbeitern von einem weiteren Dienstleister. Die Firma war unter anderem für die Unterbringung der in der Weihnachtszeit eingesetzten Zeitarbeiter verantwortlich. „Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich war, zu gewährleisten“, teilte Amazon am späten Montagabend in München mit.

Bereits am Montag hatte Amazon die Zusammenarbeit mit einem Sicherheitsdienst beendet. Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert Konsequenzen aus dem Fall Amazon und will vor allem bei der Bezahlung von Leiharbeitern ansetzen. „Wir wollen erreichen, dass die Leiharbeit neu reguliert wird“, sagte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe. „Es muss der Grundsatz gelten: gleiches Geld für gleiche Arbeit.“

Empörung bei Facebook

Seit der Ausstrahlung einer ARD-Dokumentation über die Arbeitsbedingungen von Zeitarbeitern in Deutschland erlebt Amazon einen Sturm der Entrüstung. Vor allem im Internet drohten viele Kunden mit einem Boykott und auf der Facebook-Seite von Amazon formierte sich eine Protestwelle.

Mehr zum Thema

Im Mittelpunkt des Fernsehberichts standen Leiharbeiter, die gezielt aus europäischen Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit angeworben wurden. In Deutschland sollen sie aber nicht den erwarteten Arbeitsvertrag von Amazon erhalten haben sondern lediglich einen Vertrag mit einer Leiharbeitsfirma. Dabei sollen sie nur einen niedrigeren als den bei ihrer Anwerbung versprochenen Lohn bekommen haben. Untergebracht wurden die Arbeitnehmer in einem  leerstehenden Ferienpark, der von Sicherheitsmännern bewacht wurde.

Quelle: dpa, Dow Jones

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Missdeutung der Silvesternacht Mythos Köln

Die Silvesternacht als Angstszenario und Mythos? In einem Interview setzt eine Literaturwissenschaftlerin Assoziationsketten in Gang, als wäre Köln ein literarisches Phänomen. Sie geht in eine selbstgestellte Falle. Mehr Von Ursula Scheer

05.02.2016, 09:21 Uhr | Feuilleton
Buchladen-Eröffnung Amazon gibt es jetzt auch offline

Der Internetgigant Amazon hat erstmals einen Buchladen jenseits des Internets eröffnet: In der amerikanischen Westküstenstadt Seattle will das Online-Versandhaus den Bücherkauf online und offline zusammenführen. Die ersten Kunden sehen Vor- und Nachteile des Projekts. Mehr

03.02.2016, 07:53 Uhr | Wirtschaft
Arbeitsbedingungen Neue Spielregeln für die Online-Welt

Ob Amazon, Zalando oder Goodgame Studios: Die Arbeitsbedingungen in der Internetbranche geraten immer wieder in den Fokus. Was ist dran an den Vorwürfen? Mehr Von Martin Gropp

04.02.2016, 05:00 Uhr | Beruf-Chance
Amerika Facebook verbietet Nutzern Waffenhandel

Waffenverkäufe über Facebook sind künftig verboten. Das kündigte das mit 1,59 Milliarden Nutzern beliebteste Internet-Netzwerk der Welt am Freitag an. Mehr

30.01.2016, 11:31 Uhr | Gesellschaft
Wegen Indien Mark Zuckerberg weist Facebook-Investor zurecht

Ein wichtiger Facebook-Investor hat dem Kolonialismus das Wort geredet und das indische Volk kritisiert. Mitgründer Zuckerberg geht auf Distanz zu ihm. Mehr

11.02.2016, 08:07 Uhr | Wirtschaft

Renzi auf der Titanic

Von Tobias Piller

Italiens Ministerpräsident Renzi will höhere Schulden machen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das zeigt vor allem, dass er die Wirtschaftsprobleme seines Landes nur ausschnittsweise versteht. Mehr 13 48


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Was kostet eigentlich ein Kampfflugzeug?

Amerika leistet sich sehr teure Kampfflugzeuge. Vor allem die Tarnkappentechnologie kostet viel Geld. Mehr 2