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Nach Fernsehreportage : Amazon beendet Zusammenarbeit mit weiterem Dienstleister

  • Aktualisiert am

Amazon erlebt einen Sturm der Entrüstung Bild: dapd

Der Online-Händler Amazon trennt sich nach der anhaltenden Kritik an den Arbeitsbedingungen von einem weiteren Dienstleister. Das Unternehmen war für die Unterbringung, den Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei den Zeitarbeitskräften verantwortlich.

          Der Internet-Versandhändler Amazon trennt sich angesichts der anhaltenden Kritik am Umgang mit Leiharbeitern von einem weiteren Dienstleister. Die Firma war unter anderem für die Unterbringung der in der Weihnachtszeit eingesetzten Zeitarbeiter verantwortlich. „Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich war, zu gewährleisten“, teilte Amazon am späten Montagabend in München mit.

          Bereits am Montag hatte Amazon die Zusammenarbeit mit einem Sicherheitsdienst beendet. Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert Konsequenzen aus dem Fall Amazon und will vor allem bei der Bezahlung von Leiharbeitern ansetzen. „Wir wollen erreichen, dass die Leiharbeit neu reguliert wird“, sagte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe. „Es muss der Grundsatz gelten: gleiches Geld für gleiche Arbeit.“

          Empörung bei Facebook

          Seit der Ausstrahlung einer ARD-Dokumentation über die Arbeitsbedingungen von Zeitarbeitern in Deutschland erlebt Amazon einen Sturm der Entrüstung. Vor allem im Internet drohten viele Kunden mit einem Boykott und auf der Facebook-Seite von Amazon formierte sich eine Protestwelle.

          Im Mittelpunkt des Fernsehberichts standen Leiharbeiter, die gezielt aus europäischen Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit angeworben wurden. In Deutschland sollen sie aber nicht den erwarteten Arbeitsvertrag von Amazon erhalten haben sondern lediglich einen Vertrag mit einer Leiharbeitsfirma. Dabei sollen sie nur einen niedrigeren als den bei ihrer Anwerbung versprochenen Lohn bekommen haben. Untergebracht wurden die Arbeitnehmer in einem  leerstehenden Ferienpark, der von Sicherheitsmännern bewacht wurde.

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