Home
http://www.faz.net/-gqi-771fv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Nach Fernsehreportage Amazon beendet Zusammenarbeit mit weiterem Dienstleister

Der Online-Händler Amazon trennt sich nach der anhaltenden Kritik an den Arbeitsbedingungen von einem weiteren Dienstleister. Das Unternehmen war für die Unterbringung, den Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei den Zeitarbeitskräften verantwortlich.

© dapd Vergrößern Amazon erlebt einen Sturm der Entrüstung

Der Internet-Versandhändler Amazon trennt sich angesichts der anhaltenden Kritik am Umgang mit Leiharbeitern von einem weiteren Dienstleister. Die Firma war unter anderem für die Unterbringung der in der Weihnachtszeit eingesetzten Zeitarbeiter verantwortlich. „Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte verantwortlich war, zu gewährleisten“, teilte Amazon am späten Montagabend in München mit.

Bereits am Montag hatte Amazon die Zusammenarbeit mit einem Sicherheitsdienst beendet. Die nordrhein-westfälische Landesregierung fordert Konsequenzen aus dem Fall Amazon und will vor allem bei der Bezahlung von Leiharbeitern ansetzen. „Wir wollen erreichen, dass die Leiharbeit neu reguliert wird“, sagte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) den Zeitungen der Essener WAZ-Gruppe. „Es muss der Grundsatz gelten: gleiches Geld für gleiche Arbeit.“

Empörung bei Facebook

Seit der Ausstrahlung einer ARD-Dokumentation über die Arbeitsbedingungen von Zeitarbeitern in Deutschland erlebt Amazon einen Sturm der Entrüstung. Vor allem im Internet drohten viele Kunden mit einem Boykott und auf der Facebook-Seite von Amazon formierte sich eine Protestwelle.

Mehr zum Thema

Im Mittelpunkt des Fernsehberichts standen Leiharbeiter, die gezielt aus europäischen Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit angeworben wurden. In Deutschland sollen sie aber nicht den erwarteten Arbeitsvertrag von Amazon erhalten haben sondern lediglich einen Vertrag mit einer Leiharbeitsfirma. Dabei sollen sie nur einen niedrigeren als den bei ihrer Anwerbung versprochenen Lohn bekommen haben. Untergebracht wurden die Arbeitnehmer in einem  leerstehenden Ferienpark, der von Sicherheitsmännern bewacht wurde.

Quelle: dpa, Dow Jones

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Privatvermögen Zuckerberg ist reicher als die Google-Jungs

Der jüngste Kurssprung der Facebook-Aktie schlägt sich im Reichtum des Vorstandschefs nieder. Zuckerberg lässt die Google-Gründer und auch Amazon-Chef Jeff Bezos hinter sich. Mehr

25.07.2014, 04:06 Uhr | Wirtschaft
Mehr Mitglieder, mehr Geld, mehr Wert Warum Facebook alle überrascht hat

„Das ist doch eine Blase“: Oft wurde Facebook in den vergangenen Jahren totgesagt. Doch das Netzwerk hat eine Hürde nach der anderen genommen. Jetzt feiert es seinen Erfolg. Aber noch gibt es Risiken. Mehr

24.07.2014, 13:40 Uhr | Wirtschaft
Bücher, Lieder, Videos Die neue Flatrate-Kultur

Erst Musik, dann Filme, bald auch Bücher: Flatrates kommen in Mode. Für die Kunden ist das gut - auch wenn sie manchmal mehr bezahlen. Mehr

18.07.2014, 11:06 Uhr | Wirtschaft

Moskaus nächster Fehler

Von Benjamin Triebe

Als der damalige Yukos-Chef Michail Chodorkowskij vor rund zehn Jahren Wladimir Putin unangenehm wurde, nahm die russische Justiz den Ölkonzern auseinander. Bis heute setzt der Kreml die Regeln, nicht der Rechtsstaat. Mehr 1 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Im Land der Zuhause-Arbeiter

Viele Deutsche arbeiten von daheim aus - mindestens ab und zu. Das gilt für Angestellte, für Selbständige sowieso. Und sogar für mehr als 40 Prozent der Beamten. Mehr