http://www.faz.net/-gqe-777vo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 25.02.2013, 16:26 Uhr

Nach drei Jahren Der Prozess zwischen BP und Amerika über die Ölkatastrophe beginnt

Vor drei Jahren verbrannte die Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Nun treffen Amerikas Regierung und der Ölgigant vor Gericht aufeinander - es geht um viele Milliarden Dollar.

von , New York
© dpa Großbrand: im April 2010 verseuchte die Katastrophe der Ölplattform Deepwater Horizon den Golf von Mexiko.

Der öffentliche Schlagabtausch zwischen dem britischen BP-Konzern und der amerikanischen Regierung um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor drei Jahren beginnt. An diesem Montag startet vor einem Gericht in New Orleans ein Prozess, der für BP Strafzahlungen in zweistelliger Milliarden-Dollar-Höhe zur Folge haben könnte. Zunächst stehen die Eröffnungsplädoyers auf dem Programm.

Roland Lindner Folgen:

Hinter den Kulissen ringen BP und die Regierung derweil aber offenbar weiter um einen Vergleich, um ein langwieriges Gerichtsspektakel zu vermeiden. Medienberichten zufolge wollte die Regierung BP ein Angebot für einen Vergleich in Höhe von 16 Milliarden Dollar machen. Ob BP sich darauf einlassen würde, ist unklar. Der Konzern hatte sich indes bis zuletzt entschlossen gezeigt, den Streit vor Gericht ausfechten zu wollen.

Verstoß gegen das Wasserschutzgesetz

Der Prozess sollte ursprünglich schon vor einem Jahr beginnen. Dann aber schloss BP in letzter Minute einen Vergleich mit Unternehmen und Einzelpersonen aus der Golfregion, einer der Kläger-Gruppen. Der Konzern stimmte der Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar zu. Offen blieb die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Regierung und einer Gruppe von Bundesstaaten, die im Mittelpunkt des jetzt begonnenen Prozesses stehen soll.

Mehr zum Thema

BP hat im November schon einen strafrechtlichen Vergleich mit der Regierung in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar geschlossen. Nun geht es um zivilrechtliche Forderungen, unter anderem wegen Verstößen gegen ein amerikanisches Wasserschutzgesetz.

Wie viel Schuld trägt BP, wie viel die Partner

Der Prozess soll mindestens zwei Phasen haben. Eine zentrale Frage in der ersten Phase ist, ob BP im Golf von Mexiko grob fahrlässig gehandelt hat. In diesem Fall könnten allein die Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Wasserschutzgesetz bis zu 17,6 Milliarden Dollar erreichen. Außerdem soll geklärt werden, wie viel Verantwortung für die Ölkatastrophe jeweils auf BP und auf Partnerunternehmen wie Transocean und Halliburton entfällt, die ebenfalls vor Gericht stehen.

In der zweiten Prozessphase soll es dann unter anderem darum gehen, wie viel Öl bei dem Unglück ausgeströmt ist, weil davon die Höhe der Strafe abhängt. Nach Auffassung von BP ist die Schätzung der amerikanischen Regierung, wonach es rund 800 Millionen Liter waren, um mindestens 20 Prozent zu hoch.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weitere Nachrichten Cisco-Aktie nach Quartalszahlen im Aufwind

Der amerikanische Netzwerkriese Cisco hat Anleger mit besser als erwartet ausgefallen Quartalszahlen erfreut, der SAP-Rivale Salesforce überrascht mit einer angehobenen Umsatzprognose und Amerika prüft Patentverletzungsvorwürfe gegen VW bei Hybridautos. Mehr

19.05.2016, 07:02 Uhr | Wirtschaft
Übernahme von Saatgutriesen Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar kaufen

Der deutsche Konzern Bayer will den amerikanischen Saatgutriesen Monsanto übernehmen und hofft auf Gegenliebe für seine umgerechnet 55 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte. Pro Monsanto-Aktie wolle man 122 Dollar zahlen, teilte das Leverkusener Unternehmen am Montag mit. Mehr

23.05.2016, 11:47 Uhr | Wirtschaft
Inhaftierter Drogenboss Mexiko stimmt Auslieferung von El Chapo an Amerika zu

Der Drogenboss soll in Texas vor Gericht gestellt werden. In den Vereinigten Staaten wird El Chapo Mord, Drogenhandel und Geldwäsche vorgeworfen. Er könnte einige Politiker in Erklärungsnot bringen. Mehr

20.05.2016, 21:50 Uhr | Gesellschaft
10,3 Milliarden Euro Eurogruppe und IWF einigen sich auf Griechenlandhilfen

Die Eurogruppe, der Internationale Währungsfonds (IWF) und die griechische Regierung haben sich bei ihrer Sitzung in Brüssel auf weitere Griechenlandhilfen und die Auszahlung weiterer Finanzmittel in Höhe von 10,3 Milliarden Euro geeinigt. Zudem wurden lange umstrittene Schuldenerleichterungen zugesagt. Mehr

25.05.2016, 09:21 Uhr | Wirtschaft
Begehrter Saatgutkonzern Agrochemie-Poker um Monsanto

Der Weltmarkt für Pflanzenschutz und Saatgut wird neu verteilt. Angeblich buhlen Bayer und BASF um den amerikanischen Konzern Monsanto. Welche Rolle spielt dabei das amerikanische Komitee für Auslandsinvestititonen? Mehr Von Brigitte Koch, Leverkusen und Bernd Freytag, Ludwigshafen

14.05.2016, 13:23 Uhr | Wirtschaft

Das Weihnachtsgeld ist kein fauler Trick

Von Hendrik Wieduwilt

Zählt das Weihnachtsgeld zum Gehalt – oder ist es nur ein fauler Trick, um den Mindestlohn zu umgehen? Die Arbeitsrichter haben eine gute Entscheidung getroffen. Mehr 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Umfrage Zwei Drittel der Europäer für Grundeinkommen

Gute Idee oder schlicht Schwachsinn? Immer mehr Menschen diskutieren über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Schweizer stimmen bald ab. Nun kommt eine überraschende Umfrage heraus. Mehr 62

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden