Home
http://www.faz.net/-gqe-777vo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Nach drei Jahren Der Prozess zwischen BP und Amerika über die Ölkatastrophe beginnt

Vor drei Jahren verbrannte die Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Nun treffen Amerikas Regierung und der Ölgigant vor Gericht aufeinander - es geht um viele Milliarden Dollar.

© dpa Vergrößern Großbrand: im April 2010 verseuchte die Katastrophe der Ölplattform Deepwater Horizon den Golf von Mexiko.

Der öffentliche Schlagabtausch zwischen dem britischen BP-Konzern und der amerikanischen Regierung um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor drei Jahren beginnt. An diesem Montag startet vor einem Gericht in New Orleans ein Prozess, der für BP Strafzahlungen in zweistelliger Milliarden-Dollar-Höhe zur Folge haben könnte. Zunächst stehen die Eröffnungsplädoyers auf dem Programm.

Roland Lindner Folgen:        

Hinter den Kulissen ringen BP und die Regierung derweil aber offenbar weiter um einen Vergleich, um ein langwieriges Gerichtsspektakel zu vermeiden. Medienberichten zufolge wollte die Regierung BP ein Angebot für einen Vergleich in Höhe von 16 Milliarden Dollar machen. Ob BP sich darauf einlassen würde, ist unklar. Der Konzern hatte sich indes bis zuletzt entschlossen gezeigt, den Streit vor Gericht ausfechten zu wollen.

Verstoß gegen das Wasserschutzgesetz

Der Prozess sollte ursprünglich schon vor einem Jahr beginnen. Dann aber schloss BP in letzter Minute einen Vergleich mit Unternehmen und Einzelpersonen aus der Golfregion, einer der Kläger-Gruppen. Der Konzern stimmte der Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar zu. Offen blieb die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Regierung und einer Gruppe von Bundesstaaten, die im Mittelpunkt des jetzt begonnenen Prozesses stehen soll.

Mehr zum Thema

BP hat im November schon einen strafrechtlichen Vergleich mit der Regierung in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar geschlossen. Nun geht es um zivilrechtliche Forderungen, unter anderem wegen Verstößen gegen ein amerikanisches Wasserschutzgesetz.

Wie viel Schuld trägt BP, wie viel die Partner

Der Prozess soll mindestens zwei Phasen haben. Eine zentrale Frage in der ersten Phase ist, ob BP im Golf von Mexiko grob fahrlässig gehandelt hat. In diesem Fall könnten allein die Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Wasserschutzgesetz bis zu 17,6 Milliarden Dollar erreichen. Außerdem soll geklärt werden, wie viel Verantwortung für die Ölkatastrophe jeweils auf BP und auf Partnerunternehmen wie Transocean und Halliburton entfällt, die ebenfalls vor Gericht stehen.

In der zweiten Prozessphase soll es dann unter anderem darum gehen, wie viel Öl bei dem Unglück ausgeströmt ist, weil davon die Höhe der Strafe abhängt. Nach Auffassung von BP ist die Schätzung der amerikanischen Regierung, wonach es rund 800 Millionen Liter waren, um mindestens 20 Prozent zu hoch.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weitere Nachrichten Libor-Vergleich der Deutschen Bank steht unmittelbar bevor

Der Nikkei-Index steigt auf mehr als 20.000 Punkte. Japans Handelsbilanz liegt im März erstmals seit fast drei Jahren im Plus. Der Jahresauftakt verläuft für Yahoo enttäuschend. Mehr

22.04.2015, 06:38 Uhr | Wirtschaft
Letztes Quartal 2014 Apple mit Rekordumsatz

Der amerikanische Technik-Konzern Apple hat einen Rekord geknackt: Der Umsatz des letzten Quartals im Jahr 2014 lag bei fast 75 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um knapp 30 Prozent. Noch nie hat ein Unternehmen so viel Geld in so kurzer Zeit eingenommen. Mehr

28.01.2015, 10:26 Uhr | Wirtschaft
Termine des Tages Europäische Landwirtschaftsminister treffen sich

In Luxemburg treffen sich die Landwirtschafts- und Fischereiminister der EU, das Statistische Bundesamt gibt die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im März bekannt und die Sartorius AG veröffentlicht die Ergebnisse für das erste Quartal. Mehr

20.04.2015, 06:15 Uhr | Wirtschaft
Golf von Mexiko Vier Tote bei Brand auf Ölplattform

Bei einem Brand auf einer Ölplattform im Golf von Mexiko sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, dutzende weitere wurden verletzt. Acht Feuerlöschboote versuchten am Mittwoch den Brand auf der Anlage Abkatun Permanente zu löschen. Mehr

02.04.2015, 11:30 Uhr | Gesellschaft
Neue Handelswege nach Europa Überweist Peking bald Milliarden an Griechenland?

China greift laut einem Bericht in seinen Schatz an Währungsreserven und will mit 62 Milliarden Dollar chinesischen Konzernen Handelswege aus dem Reich der Mitte in die Welt bauen. Auch Griechenland könnte einen Teil abbekommen. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

21.04.2015, 07:31 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.02.2013, 16:26 Uhr

Neue alte Deutsche Bank

Von Holger Steltzner

Die Deutsche Bank wollte immer zu den besten Banken der Welt gehören. Der Börsenkurs spricht eine andere Sprache. Was nun als Ergebnis strategischer Überlegungen verkauft werden soll, ist teils ein Gebot der Not. Mehr 27 35


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Gründer wider Willen

In vielen Ländern gründen Menschen ein Unternehmen, weil sich eine gute Chance bietet. Anders sieht die Lage in Deutschland aus: Hier liegt es oft an einem Mangel an Alternativen. Mehr