Home
http://www.faz.net/-gqe-75uwu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Nach der Panne Boeing stoppt Auslieferung des „Dreamliners“

Nach Problemen mit den Batterien des Flugzeugmodells „Dreamliner“ hat der Hersteller Boeing Konsequenzen gezogen und will das Flugzeug vorerst nicht mehr an seine Kunden ausliefern. Die Produktion des Langstreckenjets werde dennoch fortgesetzt, hieß es.

© AP Erst blieben die „Dreamliner“ am Boden. Jetzt werden neue „Dreamliner“-Flugzeuge auch nicht mehr ausgeliefert.

Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing stoppt die Auslieferung weiterer Maschinen des Typs 787 „Dreamliner“. Wie Boeing-Sprecher Marc Birtel der Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag sagte, würde die Produktion des Langstreckenjets aber fortgesetzt. Behörden in den Vereinigten Staaten, Europa und anderen Ländern haben das Flugzeug wegen Problemen mit den neuartigen Batterien aus dem Verkehr gezogen. Birtel sagte, Boeing werde erst wieder Maschinen ausliefern, wenn die amerikanische Flugaufsichtsbehörde FAA dem „Dreamliner“ Flugtauglichkeit bescheinige.

Die FAA hatte am 16. Januar die „Dreamliner“ in den Vereinigten Staaten aus dem Verkehr gezogen. Auslöser für das behördlich verhängte Flugverbot ist die Notlandung eines „Dreamliners“ in Japan, in dem eine Batterie geschmort hatte. Es war das erste Mal seit 34 Jahren, dass die FAA ein Flugverbot für alle Maschinen eines Typs verhängt hat. Die Aufseher in Japan, Europa, Indien, Katar und Chile schlossen sich an. Die japanischen Gesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL) hatten bereits am Mittwoch kurz nach der Notlandung der ANA-Maschine im japanischen Takamatsu vorerst alle Flüge mit dem „Dreamliner“ ausgesetzt. Die einzige europäische Airline mit dem „Dreamliner“ in ihrer Flotte, die polnische LOT, prüft möglichen Schadenersatz wegen des Flugverbots für den Langstreckenjet.

Boeing bedauert Ereignisse, steht aber zum „Dreamliner“

Boeing bedauerte die Ereignisse, steht aber weiterhin zu seinem jüngsten Flugzeugmodell. „Wir sind überzeugt, dass die 787 sicher ist“, sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Das Unternehmen arbeite mit der FAA und anderen Behörden daran, so schnell wie möglich Antworten auf die drängenden Fragen zu finden.

Bereits in der Vorwoche hatte eine Batterie eines am Boden stehenden „Dreamliners“ der JAL Feuer gefangen, außerdem verlor ein Flugzeug vor dem Start rund 150 Liter Treibstoff. Weiter ging die Pannenserie mit einer Störung des Bremscomputers an einem ANA-Jet, einem Ölleck und einem spinnennetzförmigen Riss in einem Cockpit-Fenster. Den beiden japanischen Gesellschaften JAL und ANA gehören mit 24 Maschinen fast die Hälfte der bisher 50 ausgelieferten „Dreamliner“-Jets.

In Deutschland hat bislang keine einzige Fluggesellschaft den „Dreamliner“ in der Flotte. Air Berlin hat aber 15 Stück bestellt, die 2015 ausgeliefert werden sollen. Tui Travel will 13 Maschinen abnehmen. Diese sollen aber nicht bei der deutschen Tochter Tuifly, sondern in Großbritannien und anderen europäischen Nachbarländern eingesetzt werden. Insgesamt liegen Boeing mehr als 800 Bestellungen für die jeweils etwa 200 Millionen Dollar teuren Flieger vor.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Im Flugzeug des Kuweiter Emirs Fliegen fast wie ein Falke

Von Frankfurt nach Genf kann man auch in einem seltenen Vogel fliegen: Mit dem Flugzeug des Emirs von Kuweit. Für 150 Euro mit einer ordentlichen Portion Luxus – nur nicht für die Passagiere. Mehr Von Florian Siebeck, Frankfurt—Genf

29.08.2015, 09:00 Uhr | Stil
Turbinenbrand Turkish-Airlines-Maschine muss notlanden

Ein Flugzeug von Turkish Airlines hat kurz nach dem Start in Istanbul wegen eines Turbinenbrands notlanden müssen. Bereits kurz nach dem Start dreht die Maschine um und setzt zu der spektakulären Notlandung an. Besatzung und Passagiere kommen mit dem Schrecken davon. Mehr

26.04.2015, 10:36 Uhr | Gesellschaft
26,5 Milliarden Dollar Inder bestellen 250 Airbus-Flugzeuge

Rekordauftrag: Noch nie hat eine Fluggesellschaft so viele Maschinen von einem Flugzeugbauer auf einmal bestellt wie Indigo nun von Airbus. Mehr

17.08.2015, 12:24 Uhr | Wirtschaft
TV-Journalist Ahmed Mansur wird nicht nach Ägypten ausgeliefert

Der ägyptische Fernsehjournalist Ahmed Mansur ist aus der Haft in Berlin entlassen worden. Deutschland wird ihn nicht an Ägypten ausliefern. Mehr

23.06.2015, 11:57 Uhr | Politik
Australische Fluggesellschaft Qantas im Steigflug

Nach Jahren der Krise findet Qantas zurück in die Gewinnzone. Die australische Fluggesellschaft hat einen harten Sparkurs hinter sich, profitiert aber auch von externen Faktoren. Mehr Von Christoph Hein, Singapur

20.08.2015, 06:05 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 19.01.2013, 09:08 Uhr

Verunsicherung

Von Gerald Braunberger

Geldpolitik und Finanzmärkte gelangen derzeit nicht zu einer übereinstimmenden Interpretation der Wirtschaftslage. Das diesjährige Treffen von Jackson Hole belegte eine nachhaltige Verunsicherung. Mehr 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Microsoft wächst langsamer als die Konkurrenz

Für Microsoft gab es in dieser Woche Grund zum Feiern. Doch nachdem Apple Microsoft beim Umsatz längst überflügelt hat, kommt nun auch Google näher ran. Mehr 3