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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach der Insolvenz Schlecker-Vermieter sollen Filialschließungen bezahlen

 ·  Überall in Deutschland werden Schlecker-Filialen geschlossen, weil die Drogeriekette insolvent ist. Das kostet Geld - und dafür sollen jetzt die Vermieter aufkommen.

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Die Vermieter der früheren Schlecker-Filialen sollen die Kosten für die Schließung nach einem Medienbericht selbst tragen. Die Kanzlei von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz habe Anfang Juli sämtlichen Vermietern der gut 3000 Filialen mit einer Frist von drei Monaten gekündigt, die Mietzahlungen allerdings in vielen Fällen sofort eingestellt, berichtete der „Spiegel“. Zudem habe Geiwitz mitgeteilt, dass die Räumung der Läden auf Kosten der Vermieter zu erfolgen habe.

Nach Hochrechnungen von Vermietern dürften sich die gesamten Verluste auf mehr als 16 Millionen Euro addieren, berichtet das Magazin weiter. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters war am Sonntag zunächst nicht erreichbar.

Ladeneinrichtung oder elektrische Installationen müssten eigenständig entsorgt werden, hieß es weiter. Da für viele Schlecker-Geschäfte die Schlüssel nicht mehr auffindbar seien, sollten die Vermieter „sich selbst den Zugang zur Filiale verschaffen“, indem sie auf eigene Kosten die Schlösser aufbrechen und austauschen, zitiert das Blatt aus einem Brief von Geiwitz.

Die Kosten für Räumung und Austausch der Schlösser könnten zwar als Insolvenzforderung angemeldet werden - man gehe aber „tendenziell eher davon aus, dass die einfachen Insolvenzgläubiger (...) nicht mit einer erheblichen Quote für die Forderungen rechnen können“, schreibt Geiwitz demnach.

Schlecker hat im Juni noch einmal 5 Millionen Kunden angelockt

Unterdessen berichtete das Magazin „Focus“ am Wochenende, dass die Drogeriekette Schlecker im letzten Monats ihres Bestehens noch einmal kräftig Kunden angelockt habe. 5,1 Millionen Käufer seien im Juni gekommen, schreibt der „Focus“ unter Berufung auf Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die diese bereits Ende Juli veröffentlicht hatte.

Die Experten der GfK gehen weiter davon aus, dass sich Supermärkte (29 Prozent), Discounter (30 Prozent) und die anderen Drogeriemärkte (33 Prozent) den Milliarden-Umsatz mit Deo, Toilettenpapier und Shampoo zu fast gleichen Teilen sichern dürften. Auch diese Zahlen waren bereits zuvor bekannt.

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