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Nach den Fehlspekulationen Stillhalteabkommen für Adolf Merckle

20.11.2008 ·  Der schwäbische Unternehmer Adolf Merckle hat nach seinen mißglückten Spekulationen ein massives Liquiditätsproblem. Jetzt kann Merckle zunächst einmal aufatmen. 30 Gläubigerbanken verzichten zwei Wochen auf Klagen.

Von Susanne Preuß
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Der in finanzielle Nöte geratene Unternehmer Adolf Merckle aus Blaubeuren kann zunächst einmal aufatmen. Zwar ist Merckle mit Gesprächen über eine Landesbürgschaft in Stuttgart nicht erfolgreich gewesen. Mit 30 Gläubigerbanken aber hat Merckle nun ein Stillhalteabkommen geschlossen. Für zwei Wochen verzichten die Banken demnach auf Klagen. Das geht aus einer Mitteilung der VEM Vermögensverwaltung GmbH hervor, über die Merckle einen Teil seiner Vermögenswerte, darunter 25 Prozent der Aktien an der Heidelberg Cement AG hält.

Merckles Unternehmensgruppe mit einem Umsatz von 35 Milliarden Euro hat ein massives Liquiditätsproblem, nachdem der 74 Jahre alte Firmenpatriarch Adolf Merckle durch Spekulationen mit Dax-Werten einen Milliardenbetrag verloren hat. In Finanzkreisen ist mittlerweile die Rede von 1,3 Milliarden Euro.

Ludwig Merckle, Sohn des Firmenpatriarchen und VEM-Geschäftsführer bestätigte, dass Merckle allein durch die Wetten auf einen fallenden VW-Kurs einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag ausmachten. Für VEM sei der drastische Abschwung an den Börsen zudem zu einem Problem geworden, weil die kreditfinanzierte Expansion teilweise mit Aktien besichert war.

Am ehesten verkäuflich ist Ratiopharm

Die Stillhaltefrist mit den Banken soll nun dazu genutzt werden, einen Überbrückungskredit und eine Tilgungsregelung zu verhandeln. "Damit haben die VEM und deren Hauptbanken die Möglichkeit, die nächsten zwei Wochen eine in Aussicht gestellte langfristige Lösung weiter auszuarbeiten und zum Abschluss zu bringen", teilte die VEM mit.

Die langfristige Lösung dürfte darin bestehen, dass Merckle einen Teil der Firmengruppe verkauft. Am ehesten verkäuflich ist offenbar der Ulmer Generikahersteller Ratiopharm, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erzielte und nach Angaben von Adolf Merckle gute Geschäfte macht. Als möglicher Käufer gilt Daiichi Sankyo. Der japanische Pharmahersteller hat erklärtermaßen Expansionspläne in Europa und könnte mit Ratiopharm schneller als erwartet zum Ziel kommen. Der mögliche Preis von 5 Milliarden Euro, gilt nun aber als überhöht.

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Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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