Home
http://www.faz.net/-gqi-76y9w
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Nach Batterie-Panne bei Boeing Airbus setzt vorerst auf herkömmliche Akkus

Das jüngste Airbus-Modell soll nicht mit modernen Lithium-Ionen-Akkus an den Start gehen. Der europäische Flugzeugbauer will damit Pannen wie beim Konkurrenten Boeing vermeiden.

© dpa Vergrößern Hebt vorerst mit herkömmlichen Batterien ab: der Langstreckenflieger A350

Nach den Batterie-Pannen beim Dreamliner von Boeing geht der europäische Flugzeughersteller Airbus auf Nummer sicher: In ihrem neuen Modell A350 verzichtet die EADS -Tochter vorerst auf den Einsatz moderner Lithium-Ionen-Technologie, wie sie im konkurrierenden Dreamliner eingebaut wird. Stattdessen würden traditionelle Nickel-Cadmium-Batterien verbaut, erklärte Airbus am Freitag. So sollten Lieferverzögerungen verhindert werden.

Airbus wolle sich unabhängig davon machen, falls die Behörden nach ihren Ermittlungen die Vorschriften ändern sollten. Dem Boeing 787 Dreamliner war auf unbestimmte Zeit die Starterlaubnis entzogen worden. Batterie-Probleme hatten Brände verursacht.

Kein Abschied von Lithium-Ionen-Technologie

Airbus halte langfristig an der Lithium-Ionen-Technologie fest, sagte eine Konzernsprecherin. Aber mit der jüngsten Entscheidung solle die rechtzeitige Auslieferung der A350 gewährleistet werden. Bei ersten A350-Testflügen, die für Sommer geplant sind, sollten noch Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt werden. Später steige Airbus aber auf Nickel-Cadmium um.

Das Airbus-Modell A350 soll in der zweiten Jahreshälfte 2014 in den Dienst gestellt werden. Zunächst war 2012 angepeilt worden.

Lithium-Ionen-Akkus sind leichter als herkömmliche Batterien, aber auch schneller entzündlich. Boeing setzt auf die Technologie, um das Gewicht und damit den Kerosin-Verbrauch des Dreamliners zu verringern.

Pannenursache bleibt unklar

Vertreter der Luftfahrtbranche, von Versicherungen und Sicherheitsbehörden hatten bereits zuvor angedeutet, dass die Zuverlässigkeit der Lithium-Ionen-Batterien auf höchster Ebene angezweifelt werde. Ermittler fahnden noch immer nach der Ursache für die Probleme an Bord der Boeing-Maschinen, die zum Entzug der Starterlaubnis für die 787 geführt hatten.

Unter welchen Bedingungen die als besonders leistungsfähig geltende Technik künftig für Flugzeuge zugelassen wird, bleibt unklar. Airbus halte seine eigentlich für die A350 vorgesehene Lithium-Ionen-Technik weiterhin für sicher und arbeite parallel an deren Marktreife, sagte eine Sprecherin.

Boeing plant Übergangslösung

Boeing droht unterdessen die Zeit davonzulaufen. Einem Pressebericht zufolge versucht der Hersteller inzwischen, das Flugverbot für den „Dreamliner“ mit einer Übergangslösung abzukürzen.

Dabei gehe es um eine Trennung der Batteriezellen und einen besseren Schutz vor Feuchtigkeit, hatte das „Wall Street Journal“ jüngst berichtet. Damit wolle Boeing die Gefahr von Kurzschlüssen und Bränden verringern. Allerdings sei unklar, ob die US-Behörden bei einer solchen Zwischenlösung mitspielen würden.

Mehr zum Thema

Für Fluggesellschaften, die den „Dreamliner“ bestellt haben, bedeuten die Probleme ärgerliche Verzögerungen. Insgesamt haben Fluglinien in aller Welt rund 800 „Dreamliner“ bestellt.

Probleme bei der Entwicklung des Jets, der zu großen Teilen aus leichten Karbonfaser-Verbundstoffen besteht, hatten bereits die Auslieferung des ersten Exemplars um mehr als drei Jahre verzögert. Auch Airbus setzt bei seinem Konkurrenzmodell A350 in großem Stil auf Karbonfaser-Teile.

Quelle: RTR / DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fahrradbeleuchtung ausprobiert Leichtgewichte liefern leuchtendes Licht

Klein und leicht gleich schwach und funzelig? Denkste, am Fahrrad weist kompakte, aber doch leistungsstarke Beleuchtung sicher den Weg durch die dunkle Jahreszeit. Mehr Von Hans-Heinrich Pardey

20.10.2014, 10:15 Uhr | Technik-Motor
Kritik am Secret Service

Das Weiße Haus hat viele Funktionen: Regierungssitz, Wohnort des Regierungschefs und außerdem Anziehungspunkt für zahllose Besucher; die müssen natürlich angemeldet sein. Sicherheit wird hier deswegen groß geschrieben: Der zuständige Secret service ist jetzt allerdings verschärft in die Kritik geraten, die Pannen scheinen sich zu häufen. Mehr

01.10.2014, 17:47 Uhr | Politik
Rüstungspolitik Airbus-Chef greift Verteidigungsministerium an

Der Chef des Luftfahrtkonzerns Airbus wehrt sich gegen die Kritik an der Rüstungsindustrie. Zum Auftrag für den Militär-Transporter A400M sagt er: So einen Vertrag würden wir nicht nochmal unterschreiben. Mehr

14.10.2014, 15:37 Uhr | Wirtschaft
Assange will Botschaft in London bald verlassen

Nähere Details gab der Wikileaks-Gründer zunächst nicht. Assange hält sich seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft auf, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Mehr

18.08.2014, 12:46 Uhr | Politik
Airbus A400M Frankreich freut sich, Deutschland krittelt herum

Demnächst soll auch die Bundeswehr ihren ersten A400M bekommen. Ein Besuch auf dem Luftwaffenstützpunkt Orléans gewährt Einblicke in eine Hightech-Welt, die noch nicht alles kann, was versprochen wurde. Mehr Von Christian Schubert, Orléans

17.10.2014, 08:36 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.02.2013, 14:46 Uhr

Tests mit Schlagseite

Von Markus Frühauf

Bestünden alle Banken den Stresstest, hätte die EZB als künftige Bankenaufseherin schon vor dem Beginn versagt. Doch sie kann auch kein Interesse daran haben, die Schwächen der Banken schonungslos aufzudecken. Mehr 6


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Das verdienen Einwanderer hierzulande mehr

Viele Menschen ziehen nach Deutschland, weil sie hier mehr Geld verdienen können. Wie groß die Verdienststeigerungen sind und wie sie sich je nach Herkunftsland unterscheiden – unsere Grafik des Tages. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden