20.07.2011 · Rupert Murdoch wendet sich an seine Mitarbeiter. „Es wird einige Zeit dauern, das Vertrauen wiederherzustellen“, schreibt er in einer E-Mail. Australiens Regierung will nun die Geschäfte des Medienunternehmens prüfen.
Nach dem Abhörskandal in seinem Medienimperium News Corp geht Rupert Murdoch bei der internen Krisenbewältigung in die Offensive. Der Konzern werde entschlossen dafür sorgen, dass solche ernsten Probleme nicht wieder aufträten, schrieb Murdoch in einer E-Mail an seine Mitarbeiter. „Wer unser Vertrauen missbraucht hat, wird dafür juristisch zur Verantwortung gezogen.“ Murdoch zeigte sich vor der News-Corp-Debatte des britischen Unterhauses am Mittwoch zuversichtlich, dass der Konzern gestärkt aus der Krise hervorgehe.
„Es wird einige Zeit dauern, das Vertrauen wiederherzustellen“, räumte Murdoch ein. „Aber wir sind entschlossen, die Erwartungen unserer Aktionäre, Kunden, Kollegen und Partner zu erfüllen.“ Der 80 Jahre alte Firmenchef und sein Sohn James Murdoch hatten am Dienstag vor dem Medienausschuss des Parlaments jede Mitwisserschaft an kriminellen Machenschaften von Journalisten des mittlerweile eingestellten Boulevardblatts „News of the World“ zurückgewiesen. Sie äußerten sich aber bestürzt über das Abhören Tausender Mobiltelefone sowie Schmiergeldzahlungen an die Polizei und entschuldigten sich dafür.
Am Mittwoch debattiert das britische Unterhaus über die Affäre. Der wegen seiner Nähe zu Journalisten des Konzerns unter Druck geratene Premierminister David Cameron brach eine Afrikareise ab.
Australien hat „ernste Fragen“ zu Murdoch-Geschäften
Die australische Regierung hat wegen des Abhör- und Korruptionsskandals in Großbritannien „ernste Fragen“ zu den Geschäften des Medienimperiums von Rupert Murdoch in dessen Heimatland. Das sagte Australiens Premierministerin Julia Gillard am Mittwoch. „Wenn man sieht, wie Telefone gehackt worden sind, wenn man sieht, wie Menschen dadurch verletzt worden sind, dann denke ich, dass auch in diesem Land ein paar Fragen über die Geschäfte von News Limited zu stellen sind“, sagte Gillard. Die Murdoch gehörende Holding News Limited kontrolliert 70 Prozent des australischen Zeitungsmarktes und bildete den Grundstock für das internationale Medienkonglomerat Murdochs.
News Limited-Chef John Hartigan betonte, in Australien habe es keine Unanständigkeiten gegeben. Er ordnete aber eine Überprüfung aller Zahlungen der letzten drei Jahre an. „Ich habe 45 Jahre bei Zeitungen gearbeitet, davon viele Jahre als Herausgeber“, sagte Hartigan. „Ich bin überzeugt davon, dass es in unseren Newsrooms kein unanständiges oder unethisches Verhalten gibt.“ Hartigan versicherte, mit der Regierung kooperieren zu wollen.
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