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Veröffentlicht: 17.02.2017, 15:57 Uhr

Mögliche Opel-Übernahme Merkel will sich für deutsche Arbeitsplätze einsetzen

Die Bundesregierung hat keine Zweifel: Opel wird vom französischen Autohersteller PSA übernommen. Sie und die IG Metall pochen auf den Erhalt aller Arbeitsplätze in Deutschland.

© EPA Angela Merkel hat sich in die Opel-Übernahme eingeschaltet.

Die Bundesregierung geht von einer Übernahme von Opel durch den französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroën aus. Die Vertragsverhandlungen in den Unternehmen seien „relativ weit fortgeschritten“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin. Daher gehe Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) von einem Zusammenschluss aus.

Nach Angaben der Sprecherin hat es inzwischen wegen des geplanten Verkaufs Gespräche mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors sowie mit PSA gegeben. Es sei aber zu früh, um eine Bewertung abzugeben. Ziel der Gespräche ist der Erhalt von Standorten und Jobs bei Opel sowie die Beteiligung der Arbeitnehmer und Gewerkschaften.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte, es werde alles, was politisch möglich sei, getan, „dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind.“ Die Gespräche seien in Gang gebracht worden und müssten nun abgewartet werden, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau. In der Bundesregierung gebe es mit Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig zudem einen Koordinator.

Weitere strategische Zusammenarbeit mit GM?

Die IG Metall pocht unterdessen auf die bestehenden Tarifverträge. Sowohl die Arbeitsplatzgarantien als auch die von der Opel-Mutter General Motors gemachten Zusagen zu Investitionen und Produktionsplanungen müssten eingehalten werden, sagte der Chef des Gewerkschaftsbezirk Mitte, Jörg Köhlinger, am Freitag in Frankfurt. „Wir erwarten, das alle Standorte und Arbeitsplätze gesichert bleiben.“ Nach Köhlingers Darstellung sind die fast 20.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt, während die Investitionszusagen sogar bis ins Jahr 2020 reichen und auch für die Zeit danach ihre arbeitsplatzerhaltende Wirkung entfalten. „Es geht nicht nur um technische Prozesse, es geht auch um die Menschen“, erklärte der Gewerkschafter im Anschluss an eine Betriebsversammlung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim. Ein wichtiges Ziel sei es, Opel als Marke zu erhalten.

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PSA und General Motors seien den Beschäftigten noch viele Antworten schuldig, etwa zum industriepolitischen Konzept eines möglichen Zusammenschlusses, meinte Köhlinger. Die Arbeitnehmervertreter seien zu konstruktiven Gesprächen bereit und erwarteten von der Unternehmensseite Transparenz. In der Zusammenarbeit mit PSA lägen auch viele Chancen, etwa bei der Nutzung gemeinsamer Plattformen, zusätzlichen Absatzchancen und Skaleneffekten etwa im Einkauf. Bei den anstehenden Herausforderungen etwa zur Elektrifizierung könne er sich auch eine weitere strategische Zusammenarbeit mit GM vorstellen.

Opel-Chef: Zusammenschluss „prinzipiell sinnvoll“

Die Bundesregierung war von den Übernahmeplänen überrascht worden. Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Es gibt Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 in verschiedenen Projekten in Europa zusammen.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hält ein Zusammengehen seines Unternehmens mit dem französischen PSA-Konzern für "prinzipiell sinnvoll". Man setzte alles daran, die Zukunft von Opel nachhaltig zu gestalten, verbreitete der Manager am Freitag ebenso auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er habe großes Verständnis für die vielen Fragen der Kunden und Mitarbeiter. Nach bislang unbestätigten Informationen des "Manager Magazins" soll Neumann auch im Fall einer Übernahme Chef eines weiterhin eigenständigen Unternehmens Opel bleiben.

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