Home
http://www.faz.net/-gqi-z2nr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Modelleisenbahnen Märklin gehört jetzt den Gläubigern

Lange hat der Insolvenzverwalter nach einem Investor für Märklin gesucht. Doch er hat keinen gefunden. Nun sollen die Banken, die Märklin Geld geliehen haben, zu Gesellschaftern werden. Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan zugestimmt.

© dpa Vergrößern Märklin hatte im Februar 2009 Insolvenz angemeldet

Mit großer Mehrheit haben die Gläubiger des Modelleisenbahnherstellers Märklin am Dienstag dem Insolvenzplan zugestimmt. 99,8 Prozent der 750 vertretenen Gläubiger billigten den Plan, wie Insolvenzverwalter Michael Pluta im Anschluss an die Versammlung in Göppingen sagte. Er erwarte, dass der Plan zum 1. Januar in Kraft treten kann.

Der Insolvenzplan sieht unter anderem vor, dass 33 Millionen der rund 90 Millionen Euro Schulden sofort an die Gläubiger ausgeschüttet werden sollen. Davon erhalten die größten Gläubiger - die BW-Bank, die Kreissparkasse Göppingen und Investmentbank Goldman Sachs - rund 27 Millionen Euro. Die 1.350 kleineren Gläubiger, unter denen viele Mitarbeiter sind, beziehen rund zehn Prozent ihrer Forderungen in Höhe von insgesamt 24,8 Millionen Euro. Die Restforderungen sollen nach einem erfolgreichen Verkauf des Unternehmens bedient werden. Die restlichen 3,3 Millionen Euro fließen den Angaben nach in den Sozialplan für Mitarbeiter, die in den Jahren 2009 und 2010 ausgeschieden sind.

Mehr zum Thema

Bis zum geplanten Verkauf von Märklin sollen die Gläubiger Eigentümer des Unternehmens bleiben. Doch bevor das Unternehmen an neue Investoren veräußert wird, solle die Sanierung abgeschlossen sein, erklärte Pluta. „Ich bin sicher, dass wir in drei Jahren, vier Jahren diese Situation bereinigen werden“, sagte Geschäftsführer Kurt Seitzinger. Nach der Abstimmung müssen noch das Finanzamt und die Stadt Göppingen zustimmen. Dies soll im Januar oder Februar erfolgen.

Märklin-Pluta © dpa Vergrößern Hat auch zwei Jahre nach der Insolvenz noch keinen Käufer für das Traditionsunternehmen in Sicht: Insolvenzverwalter Michael Pluta

Märklin hatte 2009 - im 150. Jahr seines Bestehens - Insolvenz angemeldet (siehe Märklin muss Insolvenz anmelden). Vorausgegangen war eine Übernahme der einst von drei Familienstämmen geführten Firma durch Finanzinvestoren. Deren Sanierungsbemühungen scheiterten. Danach hatte Pluta Märklin eigenen Worten zufolge eine „Rosskur“ verordnet, bei der zunächst mehr als 400 Mitarbeiter entlassen wurden, darunter Manager und Berater. Außerdem wurden das Programm gestrafft und Teile der Produktion aus China nach Europa zurückgeholt.

Märklin unterhält neben dem Stammwerk in Göppingen noch eine Produktionsstätte im ungarischen Györ. An beiden Standorten arbeiten zusammen noch rund 1000 Mitarbeiter.

Quelle: dapd

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker Creditreform senkt Rating von MT-Energie auf C

Das Rating von Eyemaxx sinkt um eine Stufe. VST gibt das Generalunternehmer-Geschäft auf. Karlie verzeichnet einen deutlichen Umsatzrückgang. Mehr

01.10.2014, 17:40 Uhr | Finanzen
Seerosen-Bild von Monet für rund 39 Millionen Euro versteigert

Monets Ölgemälde war vom Auktionshaus Sotheby’s in London auf umgerechnet 25 bis 37 Millionen Euro geschätzt worden und hat die Erwartungen noch übertroffen. Es ist der zweithöchste Preis, der jemals für ein Gemälde des französischen Impressionisten gezahlt wurde. Mehr

24.06.2014, 16:55 Uhr | Feuilleton
Rettung gescheitert Mifa beantragt Insolvenz

Angefangen hat es im März mit Fehlbuchungen. Nun hat der Fahrradhersteller Mifa Insolvenz beantragt. Mehr Von Martin Hock

29.09.2014, 14:51 Uhr | Finanzen
Obsterzeuger spüren Russland-Sanktionen

Die deutschen Landwirte spüren die Einfuhrverbote Russlands für westliche Agrar-Erzeugnisse. Die hiesigen Bauern exportierten vergangenes Jahr Obst und Gemüse im Wert von rund 60 Millionen Euro nach Russland. Mehr

19.08.2014, 15:01 Uhr | Wirtschaft
Graumarkt Der Prokon-Gründer sammelt wieder Geld

Ex-Prokon Chef Rodbertus wirbt wieder um das Geld der Kleinanleger. Nicht als Chef eines Unternehmens, sondern als dessen Berater. Allerdings sieht es dem Prokon-Modell ziemlich ähnlich. Mehr Von Martin Hock

25.09.2014, 15:21 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.12.2010, 14:43 Uhr

Die EZB steht dumm da

Von Philip Plickert

Die EZB kauft angeschlagenen Ländern wie Italien und Frankreich Zeit. Doch die Regierungen liefern nicht und die Konjunktur lahmt. So wächst der Druck auf die Notenbank, noch mehr zu tun. Mehr 19 35


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages In Briefen steckt oft nur Werbung

Heute schon in den Briefkasten geschaut? Gefühlt steckt in 90 Prozent der Briefe nur Werbung. Doch was ist wirklich drin? Ein Blick in den Geschäftsbericht der Post zeigt: Briefe schreibt heute kaum noch einer privat. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden