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Modebranche „Jil Sander“ schon wieder in neuen Händen

23.02.2006 ·  Das Ringen um Jil Sander, die Designer und Eigner der Marke - eine endlose Geschichte: Der Luxusgüterkonzern Prada hat die Marke an die britische Investorengruppe Change Capital Partners verkauft.

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Die Modemarke Jil Sander wechselt abermals den Besitzer: Der italienische Luxusgüterkonzern Prada („Designer ABC“: P wie Prada) gibt die nach ihrer deutschen Gründerin benannte Firma an die britische Investorengruppe Change Capital Partners ab, wie Prada am Donnerstag in London mitteilte. Ein Verkaufspreis oder andere Einzelheiten wurden nicht genannt.

„Wir haben ein klares Investitionsprogramm für Jil Sander“, sagte CCP-Partner Stephan Lobmeyr am Donnerstag in London, ohne aber eine konkrete Summe zu nennen. Jil Sander solle nach dem inzwischen abgeschlossenen Konzernumbau zu einer bedeutenden Modemarke werden und weiter wachsen. CCP werde vor allem in den Vertrieb investieren und weltweit neue Läden aufbauen. Nach einer dreijährigen Verlustphase solle Jil Sander in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärte Lobmeyr.

Change Capital Partners werde nicht nur die Marke Jil Sander übernehmen, sondern auch die Führungsmannschaft. Jil Sander gehört seit 1999 zur Prada-Gruppe, hat seitdem aber eher durch finanzielle Probleme von sich reden gemacht. Bei der noch bis zum 26. Februar laufenden Modewoche in Mailand wurde die neue Kollektion der Marke unter Chefdesigner Raf Simons allerdings frenetisch gefeiert (Fashion Week Mailand: Neue Kleider für das alte Haus).

Die Designerin Jil Sander („Designer ABC“), die das Modehaus 1975 in Hamburg gegründet hatte, schied bald nach der Übernahme durch Prada wegen eines Streits um die strategische Ausrichtung ihrer Firma aus. Im Mai 2003 kehrte die Modeschöpferin noch einmal zurück, verließ das Haus Ende 2004 aber zum zweiten Mal. Inzwischen sei die Marke Jil Sander finanziell auf einem guten Weg, versicherte die Prada-Gruppe. Infolge eines Restrukturierungsprogramms werde das Modehaus bei mehr als 140 Millionen Euro Umsatz in diesem Jahr voraussichtlich aus der Verlustzone herauskommen und eine ausgeglichene Bilanz vorlegen.

Raf Simons wird bleiben

Die Marke Jil Sander habe „ein enormes Potential“, betonte Lobmeyr. Die Investorengruppe will nach seinen Worten vor allem an Firmenchef Gian Giacomo Ferraris, einem ehemaligen Gucci-Manager, und an Chefdesigner Raf Simons festhalten. Der junge belgische Modemacher war erst im Mai 2005 als Kreativdirektor bei Jil Sander eingestiegen.

Change Captial Partners, ein auf Modemarken und -handel spezialisierter Investmentfonds, war 2003 vom Verwaltungsratspräsidenten des französischen Handelskonzerns Carrefour und ehemaligen Chef des britischen Einzelhandelskonzerns Marks & Spencer, Luc Vandevelde, gegründet worden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP, Reuters
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