17.10.2006 · Während Konzerne wie Siemens Stellen streichen, sind bei Mittelständlern dem Kreditspezialisten Creditreform zufolge im vergangenen Halbjahr 70.000 Arbeitsplätze entstanden. Bei Investitionen halten sich aber viele Firmen noch zurück.
In den mittelständischen Betrieben in Deutschland entstehen in diesem Jahr mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze. Während große Konzerne wie Siemens und die Allianz Tausende Stellen streichen, bauten die Mittelständler nach Rechnungen des Kreditspezialisten Creditreform allein im vergangenen Halbjahr bis zu 70.000 Arbeitsplätze auf. In den nächsten Monaten kämen nochmals Zehntausende hinzu. Zurückhaltend sind viele Firmen jedoch noch bei Investitionen, zudem hat sich die Ausstattung mit Eigenkapital kaum verbessert.
Die Zahl der Firmenpleiten ging deutlich zurück und die Stimmung in den Betrieben sei so gut wie seit Jahren nicht. „Der Optimismus in den Betrieben ist deutlich gestiegen“, sagte Creditreform-Vorstandsmitglied Helmut Rödl am Dienstag in München bei der Vorstellung einer Umfrage unter 4000 Betrieben.
Ein Drittel rechnet mit weiter steigenden Umsätzen
Darin bewerteten die Betriebe sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Zukunftsperspektiven deutlich positiver als im vergangenen Jahr. Fast 40 Prozent der Firmen verzeichneten in den vergangenen Monaten steigende Umsätze. Besonders der Handel freute sich über steigende Erlöse. Einen kräftigen Dämpfer durch die Mehrwertsteuererhöhung befürchtet Rödl nicht, da die Firmen die höheren Belastungen zumeist schon eingepreist hätten. „Die klugen Leute haben vorgesorgt.“
In den kommenden sechs Monaten erwarte knapp ein Drittel der Befragten Umsatzsteigerungen, dies sind deutlich mehr als im Vorjahr. Mit sinkenden Erlösen rechnen nur noch 13,4 Prozent der Betriebe, die übrigen erwarten eine stabilen Entwicklung. Dies wird sich nach Einschätzung der Firmen auch bei den Gewinnen niederschlagen. Selbst das einstige Sorgenkind Bau habe sich erholt. „Nach jahrelanger Krise registriert auch die Bauindustrie einen kräftiger als erwarteten Aufschwung“, sagte Rödl.
Investitionen und Finanzierung bleiben weiter schwierig
Trotz der momentan guten Stimmung halten die Firmen ihr Geld aber lieber zusammen: Die Bereitschaft zu Investitionen ist noch immer gering. „Man traut dem Braten noch nicht so“, vermutet Rödl. Die Mehrheit der Firmen (56 Prozent) sähe sich nicht im Stande, zu investieren. Problematisch sei weiterhin auch die Finanzierung. „Immer noch ist nur gut jedes fünfte mittelständische Unternehmen in Deutschland ausreichend mit Eigenkapital versorgt“, sagte Rödl. Dennoch ging die Zahl der Firmenpleiten im Mittelstand im ersten Halbjahr um 12,8 Prozent auf 16 700 zurück.
Creditreform hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen vor Zahlungsausfällen zu schützen und Forderungen einzutreiben. Für die Studie zur Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand befragte das Unternehmen im Herbst 4016 mittelständische Firmen in ganz Deutschland.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.373,01 | −1,52% |
| Dow Jones | 12.452,60 | −1,02% |
| EUR/USD | 1,2400 | −0,70% |
| Rohöl Brent Crude | 103,95 $ | −2,71% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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