06.08.2010 · Fast ein Jobwunder, sagt DIHK-Präsident Driftmann: Er verspricht hunderttausend neue Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen. Doch er fürchtet Schwierigkeiten, neue Kredite und geeignete Mitarbeiter zu finden.
Das klingt nach einem Aufschwung: Der Mittelstand wird bis Jahresende bis zu hunderttausend neue Arbeitsplätze schaffen. „Im Mittelstand stehen die Zeichen wieder auf Personaufbau“, sagte Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) am Freitag in Berlin. Das Ergebnis habe eine Umfrage des Verbands unter seinen Mitgliedern ergeben. Daran haben im Frühsommer mehr als 20.000 Unternehmen Antworten gegeben.
„Dies kommt fast einem Jobwunder gleich“, sagt Driftmann. Im vergangenen Jahr sei noch befürchtet worden, dass Unternehmen Arbeitsplätze abbauen. Nun liefert die Umfrage der DIHK ein gutes Bild: 86 Prozent aller Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten wollen in den nächsten Monaten ihre Belegschaften ausbauen oder zumindest halten. Lediglich 14 Prozent tragen sich mit Abbauplänen, bei den Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern sind es indes noch 23 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) rechnete kürzlich mit einem Jobwunder und sagte voraus, dass dieses Jahrnur noch weniger als drei Millionen Menschen arbeitslos sein werden (siehe Brüderle rechnet rasch mit Hunderttausende neue Jobs).
Bei Verhandlungen kommen nun die Bilanzen des Krisenjahres 2009 auf den Tisch
Der Mittelstand sei inzwischen wieder so zuversichtlich wie 2007. Haupttreiber sei der Export, doch positive Signale kämen auch zunehmend aus der Binnenwirtschaft, etwa vom Inlandskonsum (siehe DIHK-Studie: „Der Export hievt die Wirtschaft aus der Krise“). Mehr Unternehmen schätzen ihre wirtschaftliche Lage inzwischen gut ein. Für die kommenden zwölf Monate rechnet jede dritte Firma, dass sich die Lage verbessert, während 15 Prozent eine Verschlechterung erwarten.
„Immer mehr Mittelständler rechnen damit, die heftigen Auftragsrückgänge der Krise aufholen zu können und suchen jetzt Personal“, sagt Verbandspräsident Driftmann. „Jetzt zahlt sich aus, dass viele kleine und mittlere Betriebe auch in der Krise auf innovative Produkte und Dienstleistungen gesetzt haben.“ Vor allem mittelständische Unternehmen der exportstarken Branchen Chemie, Pharma und Elektrotechnik würden einstellen wollen. Beeindruckend sei, wie rasch sich der Maschinenbau nach dem freien Fall aus der Krise gekämpft habe. „Angesichts enormer Orderzuwächse dürften die meisten mittelständischen Maschinenbauer um Personalabbau herumkommen.“
„Wenn wir diese Bremse nicht lösen, verspielen wir Beschäftigungspotenziale“
Doch nicht alles sieht so blendend aus: Driftmann warnt vor Schwierigkeiten, neue Aufträge finanzieren zu können. Bei vielen Kreditverhandlungen kämen jetzt die Bilanzen des Krisenjahres 2009 auf den Tisch, sagt er.
Zudem fürchtet Driftmann einen Fachkräftemangel. Für viele kleine und mittlere Unternehmen wird es schwerer, geeignete Fachkräfte zu finden, sagt er. In wissensintensiven Wachstumsbranchen suche der Mittelstand händeringend qualifiziertes Personal. Das zeigen die Antworten zahlreicher mittelständischer IT-Dienstleister zeigen.
„Wir müssen alle Beschäftigungspotenziale ausschöpfen“, sagt er. Weiterbildungen sollen ausgebaut, Familie und Beruf besser vereinbart und Kindern aus bildungsfernen Schichten frühzeitig gefördert werden.
Befristete Verträge sollten vereinfacht werden
DIHK-Präsident Driftmann will außerdem, dass befristete Einstellungen vereinfacht werden sollen - wie von der Bundesregierung angekündigt. Die Krise hätte gezeigt, wie stark die Auftragsentwicklung schwanken kann. Darauf reagieren viele mittelständische Betriebe mit Zeitarbeit und eben mit befristeten Verträgen. Das Vorbeschäftigungsverbot müsse fallen. „Die vormalige Tätigkeit in einem Betrieb darf nicht länger dazu führen, dass dem Arbeitnehmer das Betriebstor für eine weitere befristete Tätigkeit von Gesetzes wegen verschlossen bleibt“, sagt er. „Wenn wir diese Bremse nicht lösen, verspielen wir Beschäftigungspotenziale.“
...schon wieder Fachkräftemangel
Dirk Griesbach (xyliris)
- 06.08.2010, 17:40 Uhr
Das Vorbeschäftigungsverbot
Closed via SSO (jgr271)
- 06.08.2010, 17:41 Uhr
Nachtigall ik hör dir trapsen
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 06.08.2010, 20:35 Uhr
Hunderttausend neue Arbeitsplätze
Hans-Ulrich Grefe (Ha_Ulrich)
- 06.08.2010, 21:16 Uhr
Unsere Bonzen und Politiker
Lill-Karin Bryant (kb26919)
- 06.08.2010, 23:38 Uhr
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