Home
http://www.faz.net/-gqi-z6fs
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 19. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Mineralölfirmen in der Kritik Spritpreis vor Ostern auf Jahreshoch

09.04.2009 ·  Mehrere Autoclubs haben die vor den Feiertagen kräftig gestiegenen Benzinpreise angeprangert. Kurz vor der Osterreisewelle kletterten die Spritpreise auf ein neues Jahreshoch. Wer sparen will, muss nach einer Studie montags tanken. Freitags - also vor dem Wochenende - ist der Treibstoff generell am teuersten.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (28)

Mehrere Autoclubs haben die Mineralölkonzerne wegen Preiserhöhungen kurz vor der Osterreisewelle kritisiert. „Die Preise sind überhöht“, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Donnerstag. Zwar seien die Ölpreise leicht gestiegen. Dies rechtfertige jedoch nicht die Erhöhungen beim Benzinpreis. „Unserer Meinung nach hängt das ganz klar mit Ostern zusammen“, sagte Hölzel.

Unmittelbar vor den Ostertagen waren die Benzinpreise in Deutschland auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Die Mineralölkonzerne erhöhten den Preis für einen Liter Benzin auf durchschnittlich 1,27 Euro und für Diesel auf 1,09 Euro. Das Ausmaß der Preiserhöhungen war regional sehr unterschiedlich; in einzelnen Städten wie zum Beispiel Lübeck stiegen die Preise innerhalb kurzer Zeit um bis zu zehn Cent je Liter. In anderen Regionen waren es drei bis vier Cent. Der Automobilclub nannte die Benzinpreise angesichts des Rohölpreisniveaus „deutlich überhöht“.

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) verwies dagegen darauf, dass die Beschaffungskosten seit Beginn des Jahres um 54 Prozent zugelegt hätten. „Es liegt nicht an Ostern“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard. Für die Preiskalkulation seien die Einkaufskosten entscheidend.

Autoclub vermutet Preisabsprachen

Der Auto Club Europa (ACE) bezweifelte die Begründung, die Großmarktpreise seien gestiegen, und forderte zudem das Bundeskartellamt auf, den Tankstellenmarkt zu kontrollieren. „Das Amt muss endlich klären, ob es verbotene Preisabsprachen gibt. Im vergangenen Jahr wurde den Verbrauchern eine Marktüberprüfung versprochen, aber Ergebnisse stehen bis heute aus“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Wenn es möglich sei, den Strom- und Gasversorgern auf die Finger zu klopfen, müsse das auch bei den Mineralölkonzernen machbar sein.

Einer aktuellen Studie des ADAC zufolge müssen Autofahrer generell freitags höhere Benzinpreise zahlen als an anderen Wochentagen. Zu Wochenbeginn seien die Preise an den Tankstellen am niedrigsten. Ein Liter Benzin kostete laut Untersuchung im vergangenen Jahr zu Wochenbeginn durchschnittlich 1,370 Euro im Vergleich zu 1,402 Euro am Freitag und damit 3,2 Cent mehr. Der Dieselpreis lag montags bei 1,305 Euro, freitags bei 1,336 Euro. Zweitteuerster Wochentag sei der Mittwoch, zweitbilligster der Sonntag. Auch zu Ferienbeginn seien deutliche Preiserhöhungen zu beobachten. Der ADAC ermittelte die durchschnittlichen Tagesspritpreise des gesamten vergangenen Jahres.

Auch diese Vorwürfe wies die Mineralölwirtschaft zurück. Deutschland sei der wettbewerbsintensivste Tankstellenmarkt Europas, was sich unter anderem in mehr als 100 Preisbewegungen jährlich niederschlage. Dabei seien die Tankstellen bemüht, möglichst viele Kunden auf ihre Stationen zu ziehen und die Preise unter denen der Konkurrenz zu halten, sagte eine Sprecherin des MWV.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Der Zufall hat geholfen

Von Werner Sturbeck

Trotz extremer Kälte in der ersten Februarhälfte ist die Stromversorgung in Deutschland nirgends zusammengebrochen. Das lag an einer Ballung günstiger Zufälle, die bestandene Nagelprobe darf nicht zum Erfolg der Energiewende schön geredet werden. Mehr 1

17.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.848,03 +1,42%
 OK
Umfrage

Sollen Kinderlose einen „Solidarzuschlag" zahlen?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

17.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.848,03 +1,42%
FAZ-INDEX 1.526,72 +1,43%
TecDAX 778,36 +0,73%
MDAX 10.441,40 +1,41%
SDAX 5.048,27 +1,17%
REX 422,26 −0,26%
Eurostoxx 50 2.520,31 +1,24%
F.A.Z. EURO INDEX 81,56 +1,37%
Dow Jones 12.949,90 +0,35%
Nasdaq 100 2.584,24 −0,31%
S&P500 1.361,23 +0,23%
Nikkei225 9.384,17 +1,58%
EUR/USD 1,3138 +0,07%
Rohöl Brent Crude 119,95 $ −0,08%
Gold 1.723,00 $ +0,58%
Bund Future 138,50 € −0,16%