14.12.2009 · In einer der größten Übernahmen seit Beginn der Finanzkrise schluckt der Ölmulti Exxon den Erdgas-Konzern XTO. Der amerikanische Ölkonzern wagt damit seine größte Übernahme seit zehn Jahren. Es ist eine Wette auf den Erdgasmarkt.
Mit einer der weltgrößten Übernahmen seit Beginn der Finanzkrise katapultiert sich der Ölmulti Exxon an die Spitze der rasant wachsenden amerikanischen Erdgas-Industrie. Der gemessen am Börsenkurs wertvollste Konzern der Welt kündigte am Montag an, für insgesamt 41 Milliarden Dollar inklusive Schulden den Erdgas-Konzern XTO Energy zu schlucken.
Exxon sichert sich damit Zugriff auf die größten Funde von Energie-Rohstoffen in Nordamerika. Er wettet gleichzeitig darauf, dass die Vereinigten Staaten ihren Energie-Hunger immer mehr mit Erdgas decken werden. Börsianer spekulierten in Folge der Ankündigung auf eine ganze Welle der Konsolidierung im amerikanischen Energiesektor.
Mit XTO gewinnt Exxon Zugriff auf zahlreiche neue Gasquellen in den Vereinigten Staaten. Das Interesse der großen Konzerne richtet sich zunehmend auf nationale Gasreserven, seit neue Techniken Billionen Kubikmeter in bisher nicht erreichbaren Lagestätten zugänglich machen. XTO Energy allein verfügt nach den Angaben über Reserven von 1,27 Billionen Kubikmeter Erdgas. Das Unternehmen ist einer der führenden Entwickler von unkonventionellen Erdgasen - etwa aus Tonschiefer (“Shale Gas“) - die bei der Energieversorgung der Vereinigten Staaten eine rasant wachsende Rolle spielen. Einige Experten sagen voraus, dass in Zukunft etwa die Hälfte des in Nordamerika geförderten Erdgases aus diesen Vorkommen stammen wird. Sie sehen auch enormes Potenzial für die Ausbeutung dieses Gastyps in Europa - in Deutschland sucht Exxon bereits nach entsprechenden Vorkommen.
Exxon zahlt den Kaufpreis in Aktien und übernimmt XTO-Schulden von zehn Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss soll im zweiten Quartal 2010 abgeschlossen werden. Exxon-Aktien fielen in New York um vier Prozent, XTO-Papiere schossen um 16 Prozent in die Höhe.
Analysten sprachen von einer mutigen Wette von Exxon auf steigende Gaspreise.Derzeit sind die Preise insbesondere in Amerika infolge der Wirtschaftskrise am Boden: „Wenn andere Konzerne der gleichen Meinung sind, könnten uns weitere Deals dieser Art bevorstehen.“
Die Nachricht von der Übernahme heizte umgehend die Fusionsfantasie in dem gesamten Sektor an und gab den entsprechenden Aktien einen gehörigen Schub: Devon Energy legten mehr als fünf Prozent zu, Chesapeake Energy sogar um sechs Prozent.
Börsianer spekulierten darauf, dass sich auch andere Ölkonzerne mit prall gefüllten Kassen auf die Jagd nach kleineren Konzernen aus der Branche machen könnten.
Fadel Gheit von Oppenheimer & Co fügte hinzu, dass Exxon noch nie zu viel für eine Übernahme gezahlt habe. Für jede XTO-Aktie zahlt Exxon 0,7098 eigene Aktien. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 25 Prozent auf den XTO-Schlusskurs vom Freitag.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.372,19 | −1,58% |
| Dow Jones | 12.450,70 | −1,03% |
| EUR/USD | 1,2402 | −0,69% |
| Rohöl Brent Crude | 103,95 $ | −2,71% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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